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Gut geplant und ohne Bauchweh: Urlaub mit den Großeltern

Familie Gut geplant und ohne Bauchweh: Urlaub mit den Großeltern

Wenn die Enkel mit Oma und Opa verreisen, ist das für alle Seiten aufregend. Damit der Urlaub eine entspannte Zeit wird, ist gute Vorbereitung wichtig - auch in rechtlichen Fragen.

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Für Kinder ist der Urlaub mit Oma und Opa oft ein großes Abenteuer - für alle Seiten kann eine gemeinsame Reise wichtige Beziehungspflege sein.

Quelle: Silvia Marks

Wilhelmshaven. Für berufstätige Eltern sind Oma und Opa oft ein Segen. Besonders, wenn die Kinder Ferien haben - die Eltern aber keinen Urlaub - sind Großeltern oft längerfristig gefragt. Damit der Urlaub für alle Seiten entspannt wird, sollten sie aber einiges bedenken.

Seit einigen Jahren entstehe ein ganz neues Marktsegment in der Tourismusbranche, sagt Prof. Torsten Kirstges, Tourismusexperte an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. "Immer mehr Reiseveranstalter entwickeln spezielle Angebote für die Zielgruppe Großeltern mit Enkeln."

Bevor das erste Mal die Koffer gepackt werden, sollten die Kinder mindestens drei, vier Jahre alt sein, rät Andreas Engel von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Fürth. "Bei kleineren Kindern ist die Bindung zu den Eltern noch zu stark und elementar, um tagelang unterbrochen zu werden."

Grundregel bei Kindergartenkindern: Die Großeltern sollten wichtige Bezugspersonen sein. Eltern, die den Kontakt des Kindes zu den Großeltern intensivieren möchten, könnten dann zum Beispiel einrichten, dass diese die Kinder in den Ferien zu Hause besuchen kommen. So kann das Kind mit Oma und Opa etwas wie Urlaub im gewohnten Umfeld machen.

Sind Oma und Opa feste Bezugspersonen, und übernehmen vielleicht auch im Alltag regelmäßig die Betreuung, kann schon im Kindergartenalter die erste Reise geplant werden. Ursula Lenz, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) in Bonn empfiehlt, dafür nicht zu weit in die Ferne zu schweifen. "Beginnen Sie am besten mit einem Wochenendurlaub in die Umgebung, das schenkt den Enkeln erste Sicherheit."

Neigen aktive Großeltern dazu, sich gerne zu viel vorzunehmen, setzen Eltern am besten schon vorher Grenzen. "In einem gemeinsamen Gespräch sollte unbedingt geklärt werden, was das Kind gerne macht, und welche Bedürfnisse, zum Beispiel den Mittagsschlaf, es hat", sagt Engels. Alles vorschreiben sollten die Eltern den Großeltern aber nicht: "Studien belegen, dass Kinder durch Vielfältigkeit lernen. Oma und Opa dürfen auch ruhig anders sein."

Für die Kinder ist es vor allem aufregend und ein großes Abenteuer, mit Oma und Opa wegzufahren. Eltern sollten deshalb schon früh damit beginnen, die Reise positiv zu thematisieren. Auf der Landkarte schauen, wo die Reise hingeht, sich Bilder vom Urlaubsort anschauen, eine Reisetasche kaufen oder schon mal die ersten Sachen einpacken: "Auf diese Weise kann sich das Kind Stück für Stück innerlich darauf vorbereiten", sagt Engels.

Was viele gern vergessen: Die Eltern sollten sich auch über rechtliche Angelegenheiten Gedanken machen. Das gilt besonders, wenn der Urlaubsort weiter entfernt ist. "Die Großeltern sind für die Zeit der Reise verantwortlich, müssen also im Notfall auch wichtige Entscheidungen treffen können", sagt Ursula Lenz. So ermöglicht eine Vollmacht der Eltern, den Großeltern im Zweifel schnell zu handeln. Das kann beispielsweise nötig sein, wenn das Kind im Krankenhaus behandelt werden muss.

Wer alles gut geplant hat, kann die Kinder normalerweise mit gutem Bauchgefühl abreisen lassen. Für die Großeltern ist der gemeinsame Urlaub mit den Enkeln zwar viel Trubel - aber auch eine wichtige, intensive Zeit. Und: Auch die Eltern haben dann mal wieder etwas Zeit für sich.

dpa

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