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Kummer in der Kita: Wann wird ein Kita-Wechsel nötig?

Familie Kummer in der Kita: Wann wird ein Kita-Wechsel nötig?

Wenn in der Kita etwas nicht stimmt, sind Eltern in einer Zwickmühle: Liegt es wirklich an der Kita? Und würde ein Wechsel schaden oder helfen? Eine Expertin gibt Tipps, worauf Mütter und Väter achten sollten.

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Ist das Kind in der Kita ständig isoliert oder wirkt es meist unglücklich, kann ein Wechsel der Einrichtung sinnvoll sein. Manchmal liegen die Ursachen aber auch woanders.

Quelle: Sebastian Kahnert

Fürth. Morgens beim Abschied fließen Tränen, und abends wirkt das Kind zurückgezogen oder kränkelnd: Wenn Eltern ein ungutes Gefühl wegen der Kita haben, lässt sie das mitunter verzweifeln.

Schließlich ist es sehr schwierig herauszufinden, wo genau das Problem liegt. Woran merken Mütter und Väter, dass sich das Kind unwohl fühlt, was können sie unternehmen, und wann ist es vielleicht Zeit für einen Wechsel? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Was sind Anzeichen, dass sich ein Kind in der Kita unwohl fühlt?

Stress und Unwohlsein äußern sich gerade bei kleineren Kindern oft in Form von körperlichen Symptomen wie Kopf- oder Bauchweh. Oder sie weinen sehr viel und lassen sich nach einer Zeit von mehr als zehn Minuten nicht von einer vertrauten Erzieherin trösten. Dana Urban von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung

(bke)empfiehlt, beim Abholen genau hinzuschauen: Ist das Kind ständig isoliert, wirkt es einsam und unglücklich? Oft ist es auch schlecht, wenn die Bezugserzieherin ständig wechselt.

Wichtig dabei: Für derartige Symptome kann es immer auch andere Ursachen geben, die nicht mit Kita oder Kindergarten zusammenhängen. "Außerdem kann es immer mal Phasen geben, in denen das Kind nicht gern in die Kita geht", sagt Urban.

Eltern sollten ihr Kind über einen längeren Zeitraum beobachten und überlegen, was andere Ursachen sein könnten. "Etwa, wenn das Kind müde oder krank ist, die Eltern zu Hause viel streiten oder das Kind ein Geschwisterchen bekommen hat und nun verstärkt die Nähe zur Mutter sucht", nennt Urban einige Beispiele.

Was können Eltern tun?

Kindern fällt es manchmal einfacher, über Spiele ihre Gefühle auszudrücken. Vielleicht fragen Mütter oder Väter mal, ob sie auch eine Figur oder ein Plüschtier nehmen dürfen, und kommunizieren so mit dem Kind, schlägt die Sozialpädagogin vor. "Wenn etwas nicht stimmt, sollten Sie zuerst das Gespräch mit der Bezugserzieherin suchen", rät Urban. Dann kann man gemeinsam überlegen, wie sich die Situation verbessern lässt. Klappt das nicht, wenden Eltern sich an die Kitaleitung. Sind sie unsicher, hilft vielleicht auch ein Gespräch in einer Erziehungs- oder Familienberatungsstelle.

Wann sollte man das Kind aus der Kita herausnehmen?

"Das sollte man sehr gut abwägen", sagt Urban. Besonders wenn das Kind schon eingewöhnt ist, Spielfreunde hat oder in einem Erzieher eine Vertrauensperson gefunden hat, kann ein Wechsel das Kind aus einer gewonnenen Sicherheit herausreißen. Manchmal bietet sich ein Wechsel innerhalb der Kita in eine andere Gruppe an - vielleicht hat das Kind dort einen Freund, oder es kommt mit einem anderen Erzieher besser zurecht. Wenn aber gar nichts mehr geht, kann ein Kitawechsel eine Chance sein, erklärt Urban. "Beispielsweise, wenn sich die Fronten verhärtet haben zwischen Eltern und Erziehern und kein gemeinsames Kooperieren im Interesse des Kindes mehr funktioniert."

dpa

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