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Papa bleiben nach der Trennung - Tipps für Väter

Familie Papa bleiben nach der Trennung - Tipps für Väter

Eine Trennung ist immer schmerzhaft. Noch schlimmer ist es aber, wenn Kinder im Spiel sind. Für den Mann stellt sich dann die Frage: Wie kann ich weiter Vater im Alltag bleiben nach dem Aus der Beziehung?

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Kind und Vater tut es oft besonders gut, wenn sie auch nach der Trennung noch einen gemeinsamen Alltag haben - von den Hausuafgaben bis zum zu-Bett-bringen. Foto: Westend61/Rainer Berg

Frankfurt/Main. Wenn Eltern sich trennen, bricht nicht nur für die Kinder, sondern mitunter auch für Väter eine Welt zusammen. Viele haben dann Angst um den Kontakt und ihre Beziehung zu den Kindern. Diese Tipps helfen ihnen, eine gleichberechtigte Elternrolle nach der Trennung aufzubauen:

Gemeinsam Verantwortung übernehmen: Das Paar trennt sich, beide bleiben aber Eltern. Diese beiden Ebenen zu trennen, ist die große Kunst, erklärt Marc Schulte vom

Väterzentrum Berlin. Die gemeinsame Elternverantwortung sollte dabei oberste Priorität haben, ergänzt Markus Witt vom Verein Väteraufbruch für Kinder.

Gegen überholte Rollenbilder angehen: Nach der Trennung werden Väter oft auf die Rolle des Ernährers der Familie reduziert. Aber auch Papas trösten ihre Kinder, fahren sie zum Kindergeburtstag oder basteln mit ihnen. "Bei Vätern wird dies oft noch als ungewohnt wahrgenommen und teils misstrauisch beäugt, teils als herausragende Leitung hervorgehoben", sagt Witt.

Sich gegenseitig respektieren und akzeptieren: Im Umgang mit der Ex-Partnerin sind Fairness und gegenseitiger Respekt wichtig. Deshalb sollte man auch unterschiedliche Erziehungsstile akzeptieren und nicht abwerten. Streit belastet die Kinder nur zusätzlich, vor allem wenn sie dadurch einen Elternteil noch weniger sehen und ihn vermissen.

Betreuung aushandeln: Etwa 80 Prozent der sich trennenden Eltern finden eine einvernehmliche Lösung, sagt Witt. Viele Männer mögen das Wechselmodell. Dabei lebt das Kind abwechselnd bei Mutter und Vater, etwa im Wochenrhythmus. Beide Eltern teilen sich Verantwortung und Erziehung. Das bietet sich an, wenn beide nah beieinander wohnen und eine gute Bindung zum Kind haben. "Je mehr Zeit die Kinder mit beiden Eltern verbringen, desto besser geht es ihnen damit", sagt Witt.

Die Zeit müsse aber nicht fünfzig-fünfzig geteilt werden, erläutert Thomas Penttilä vom Verein Trennungsväter. Schon ab einer Aufteilung von siebzig-dreißig lasse sich von einem Wechselmodell sprechen, wenn Alltag und Ferien bei beiden Eltern verbracht werden. Wichtig ist aber immer die Frage: Was brauchen die Kinder?

Finanzielle Belastungen klären: Erst ab exakt 50 Prozent der zeitlichen Aufteilung haften beide Eltern anteilig auf Basis ihrer beiden Einkommen für den Unterhalt, erklärt Witt. Verdient ein Elternteil sehr wenig und der andere viel, sollte auch beim Wechselmodell Kindesunterhalt gezahlt werden, sagt Penttilä.

Stabilen Kontakt sicherstellen: Gemeinsame Erlebnisse tragen zu einer guten Vater-Kind-Bindung bei. Dazu zählen auch das Essen und Zu-Bett-bringen. Außerdem sollten Väter mit der Ex-Partnerin klären, wie sie Alltagsaufgaben aufteilen - etwa, wer das Kind zum Sportkurs bringt.

Selbstbewusste Haltung finden: Schulte rät getrennten Vätern, sich eine selbstbewusste Haltung zu erarbeiten und klar zu formulieren: "Ich bin die andere Numero Uno." Sie sollten ihrer Ex-Partnerin aber klarmachen, dass sie ihr nichts wegnehmen wollen. Keinesfalls sollten Väter sich als Versager fühlen und deswegen den Kontakt zu den Kindern abbrechen.

Neuen Partner akzeptieren: Hat die Mutter einen neuen Partner, haben Väter oft Angst, nicht mehr gebraucht zu werden. Ein neuer Partner sei aber im besten Fall eine Bereicherung für das Kind, gibt Schulte zu bedenken.

Hilfe suchen: Hilfe braucht jeder, wenn es um eine Trennung mit Kindern geht. Familie und Freunde, aber auch Beratungsstellen, lokale Vätergruppen, ehrenamtliche Kontaktstellen oder Mediationen helfen und geben Rückhalt.

Rechtliche Schritte als letztes Mittel: "Die Einschaltung von Jugendämtern, Anwälten und Gerichten sollte wohlüberlegt und die Ultima Ratio sein", sagt Witt. Denn gerichtliche Verfahren dauern lange, sind belastend für die Familie und teuer. Blockieren Mütter den Kontakt, sei es wichtig, ihnen zu vermitteln, dass sie damit vor allem dem Kind schaden, ergänzt Penttilä. Erst wenn das alles nicht hilft, sind juristische Schritte unter Umständen unumgänglich. "Es kann auch der Familie guttun, wenn ein Urteil gesprochen wurde, zum Beispiel wenn die Eltern länger im Kampfmodus sind oder einer ganz dicht macht", sagt Schulte.

Trennung als Neuanfang verstehen: Schulte gewinnt der Trennung auch Positives ab: "Es ist eine Chance für Väter, ihre Beziehung zu den Kindern neu aufzustellen und zu intensivieren." Oft ist es für die Familie gut, wenn Klarheit herrscht. Dann können alle Seiten zur Ruhe kommen. Wichtig ist immer die Botschaft an das Kind: Die Trennung als Paar ändert nichts daran, dass wir beide deine Eltern sind.

dpa

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