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Dieses Engagement ist wirklich unbezahlbar

Die Ehrenamtlichen Dieses Engagement ist wirklich unbezahlbar

Ohne die 2000 Ehrenamtlichen läuft beim Marathon gar nichts

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Acht von 2000: Auch diese Ehrenamtlichen opfern ihr Wochenende für den Marathon. Sie weisen den Weg, geben Startnummern aus, besetzen die Verpflegungspunkte. Marathon-Chefin Stefanie Eichel (Mitte) sagte vorab schon mal Danke.

Quelle: Petrow

Für Jasmin Ohlssen ist Hannover Indianerland. Bei jedem Heimspiel des Eishockey-Oberligisten steht die 19-jährige Auszubildende im Stadion am Pferdeturm in der Kurve hinter dem Gästetor. Mit ihrer ganzen Clique, Felizitas Müller (18) gehört auch dazu. Am 10. April ist Hannover aber mal nicht Indianerland, sondern Marathon-Stadt. Und Jasmin, Felizitas und viele der anderen Indians-Fans in der Kurve hinterm Gästetor stehen am Verpflegungspunkt Schaufelder Straße in der Nordstadt. „Den haben wir Indians schon vor einigen Jahren übernommen“, sagt Ohlssen, die sich freut, weil sie diesen unbezahlten Sonntags-Job wirklich unbezahlbar findet: „Wir treffen uns um kurz nach 7, haben bis 15 Uhr zusammen Spaß und gehen dann noch im Garten der Eltern meines Freundes grillen. Das ist schon ein Ritual“, verrät die 19-Jährige: „Das wird wieder ein perfekter Sonntag.“

Jasmin und Felizitas sind zwei von 2000 Ehrenamtlichen, „ohne die bei uns nichts läuft“, sagt Marathon-Chefin Stefanie Eichel: „Unsere Ehrenamtlichen sind das Herz des Marathons. Ich kann ihnen fürs Engagement gar nicht genug danken.“ Sie schnippeln Obst in mundgerechte Stücke, reichen Wasser, feuern an und trösten, stellen Gitter auf und weisen den Läufern den richtigen Weg. Oder sind für die Kleiderbeutel verantwortlich, wie Familie Ferenz. Seit vier Jahren besetzen Mama Kerstin und Papa Frank mit ihren Töchtern Ann-Kathrin (14) und Katharina (13) zwei große Lkw von Sponsor DB Schenker in der Willy-Brandt-Allee gegenüber vom Mercure-Hotel. „Damals haben wir uns überlegt, dass wir mal als Familie was Besonderes machen wolllen“, sagt Frank Ferenz (51). Bis zu 1000 Kleiderbeutel nimmt das Quartett morgens an, verstaut sie sicher und gibt sie abends wieder aus: „Das ist schon eine Menge Arbeit“, sagt Schülerin Katharina, „aber es ist eine Arbeit, die uns allen Spaß macht.“ „Bisher haben wir es geschafft, dass jeder seinen Beutel wiederbekommen hat“, freut sich Frank Ferenz: „Wir bekommen oft sehr nette Worte von den Sportlern, das tut dann so richtig gut.“ Selbst hat er übrigens gar nichts mit Laufen am Hut: „Ich bewundere diese Marathon-Läufer mit ihren 42 Kilometern. Ich würde höchstens 42 Meter schaffen.“

Kim Bruns spielt Rollstuhl-Basketball bei Hannover United, Regionalliga und Landesliga parallel. Darüber hinaus „möchte ich Leute unterstützen, die Sport treiben“. Deshalb hilft die 22-Jährige beim Verpflegungspunkt an der Markuskirche, gemeinsam mit anderen United-Freunden: „Ich schneide das Obst klein und lächele viel. Und das Lächeln kommt immer zurück“, sagt Kim, „für mich ist das Ehrenamt definitiv eine Bereicherung.“ Ann-Kristin Clasing ist gespannt, ob sie das am Abend des 10. April auch sagen kann: „Ich bin zum ersten Mal dabei“, sagt die 28-Jährige, „die Mutter meines Freundes hat mich inspiriert. Ich bin schon aufgeregt.“

Das muss Saskia Petermann nach fünf Jahren in der Startnummernausgabe im Marathon-Zelt nicht mehr sein. „Wir sind schon ziemlich eingespielt“, sagt die 49-Jährige über ihr Freundes-Team mit Lotte Sander und Markus Münch. Freitag hat sie extra freigenommen, „für uns ist das der anstrengendste Tag“. Petermann versucht, „gute Laune auszustrahlen, wir sind ja für viele das Erste, was sie vom Marathon sehen“. Sie erklärt gerne, beantwortet Fragen, hilft und berät. Ihr hilft, „dass Läufer eine nette Sorte Menschen sind. Manche kennt man auch schon.“ Da gibt’s dann zur Begrüßung sogar eine kleine Umarmung.

DAN

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