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„Ich habe wieder Selbstvertrauen“

Interview mit Arne Gabius „Ich habe wieder Selbstvertrauen“

Arne Gabius ist deutscher Marathon-Rekordhalter, seine Bestzeit von 2:08,33 Stunden ist nur eine Sekunde langsamer als der vier Jahre alte Hannover-Streckenrekord von Lusapho April. Christoph Dannowski sprach mit dem 36-Jährigen nach dessen vierwöchigem Trainingslager in Kenia.

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Voller Selbstvertrauen: Marathon-Profi Arne Gabius fühlt sich fit für Hannover.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Sie haben sich im kenianischen Hochland auf Hannover vorbereitet. Wie sind Sie in Form?

Wir werden am 9. April sehen, was die Zeit in Kenia gebracht hat. Normalerweise bin ich schon gut in Form, wenn ich nach Kenia fliege. Diesmal hatte ich die langwierige Schambein-Entzündung in den Knochen. Mein Trainer sagt: ‚Das Haus muss nicht neu aufgebaut, sondern repariert werden.‘ Das habe ich versucht. Ich habe vier bis fünf Stunden täglich mit ihm übers Laufen geredet, ich habe mich zwei Wochen sehr um mich gekümmert und fast nur alleine trainiert. Dann bin ich mit Berlin-Siegerin Florence Kiplagat die 40 Kilometer im Schnitt von 3:45 Minuten gelaufen, das hat richtig gutgetan. Ich habe wieder Selbstvertrauen in meinen Körper.

Warum haben Sie sich für Hannover als Frühjahrsmarathon entschieden?

Ich habe im vergangenen Jahr die Übertragung des NDR gesehen, mir die Strecke angeschaut, den Streckenplan runtergeladen und mich informiert. Für Hannover spricht viel: das Silver-Label, die perfekte Organisation, Christoph Kopp. Der Top-Athletenverpflichter ist ein großer Mann in der Branche, ihm vertraut sich jeder Spitzenläufer gern an.

Wo würden Sie den Hannover Marathon national einordnen?

Durch die Halbmarathon-Meisterschaft mit vielen Spitzenathleten hat Hannover noch mal eine Aufwertung erfahren. Berlin und Frankfurt sind vorne, dann kommt schon Hannover. Ein absolutes Top-Event, das mittlerweile die ganze Lauf-Elite kennt.

Experten rechnen mit einem Zweikampf Gabius gegen Lusapho April, der Hannover schon dreimal gewonnen hat und den Streckenrekord hält. Haben Sie den Südafrikaner schon mal getroffen?

Ja, ich habe ihn bei einem Halbmarathon in New York getroffen, ein sympathischer Typ, der Lusapho. Und natürlich einer, den man auf der Rechnung haben muss. Ich habe gehört, er ist 30 Kilometer in 1:29 Stunden gelaufen. Da ist er echt in guter Form.

Ist April Ihr größter Gegner, oder sind Sie selbst Ihr größter Gegner?

Ich bin mein größter Gegner, definitiv. Aber es ist so: Wenn ich weiß, dass ich hart trainiert habe, weiß ich auch, dass ich im Wettkampf gut laufe. Und ich habe hart trainiert, deshalb ist mir nicht bange vor Hannover.

Ihr persönlicher Rekord ist nur eine Sekunde von Aprils Hannover-Streckenrekord entfernt. Geht da was in Sachen neuer Streckenrekord?

Da schaue ich nicht drauf, der Rekord interessiert mich erst mal nicht. Ich werde garantiert nichts ankündigen. Ich will die erste Hälfte des Hannover Marathon in 65 Minuten laufen und den zweiten Teil möglichst noch schneller gestalten. Aber das ist sicher auch der Wunsch von Konkurrenten wie April.

Wenn Sie der Rekord erstmal nicht interessiert, der Sieg interessiert Sie sicher …

Egal, wer an der Startlinie neben mir steht, ich will gewinnen. Und die Chance ist da, Hannover zu gewinnen. Mir würde ein Zweikampf mit April entgegenkommen. Ich liebe den direkten Zweikampf.

Können Ihnen die Zuschauer in Hannover helfen?

Aber sicher, besonders auf den ersten 30 Kilometern nehme ich die Begeisterung an der Strecke sehr deutlich wahr. Feuert mich alle an, ich würde mich sehr darüber freuen!

Unterstützt Sie Ihre Ehefrau?

Anne fährt wie immer mit dem Fahrrad neben mir und reicht mir an speziellen Stationen meine Getränke an, das ist sehr wichtig für mich. Dafür gibt‘s direkt danach eine Belohnung. Wir fliegen von Hannover aus in den Urlaub. Mal sehen, wohin. Wenn ich zwischen 2:12 und 2:10 Stunden laufe, geht’s nach Südfrankreich, wenn ich schneller bin, darf ich das Ziel aussuchen. Nach meinem Rekord von Frankfurt war das Miami.

Sie haben versprochen, bei einem Schlussspurt die letzten Körner rauszuhauen. Was gönnen Sie Ihrem Körper hinterher?

Sofort was Süßes. Eine warme Cola, einen Donat oder Schokolade. Später alles, was das Büfett im Hotel so hergibt. Und vielleicht ein halbes Belohnungsbier.

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