Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° Nebel

Navigation:
Ihretwegen schaut Laufwelt nach Hannover

Interview mit Anna und Lisa Hahner Ihretwegen schaut Laufwelt nach Hannover

Anna und Lisa Hahner sind Deutschlands beste Marathon-Läuferinnen und die schnellsten Zwillinge der Welt. Am Sonntag starten beide. Christoph Dannowski sprach mit ihnen.

Voriger Artikel
Mit viel Spaß von 0 auf 10
Nächster Artikel
Ausrüsterkompetenz auf 1500 Quadratmetern

Schnelle Zwillinge: Anna (vorne) und Lisa Hahner freuen sich auf den 10. April.

Quelle: Run 2 Sky

Hannover. Erst einmal herzlichen Glückwunsch. Weil der Deutsche Leichtathletik Verband die Norm für Rio ein wenig aufgeweicht hat, seid ihr beide bereits qualifiziert für die Olympischen Spiele in Brasilien. Ich nehme an, da gehen Träume in Erfüllung …
Anna Hahner: Oh ja. Die Olympischen Spiele sind für uns das Größte. Wir denken seit vier Jahren bei jedem Training daran. Das ist unser großes Ziel, und dem sind wir jetzt so nahe. Das ist fantastisch, motivierend - einfach grandios.

Lisa, Sie mussten 2014 ausgerechnet vor dem Friedhof kurz vorm Döhrener Turm aufgeben und konnten 2015 wegen eines Ermüdungsbruches nicht dabei sein. Eigentlich könnten Sie ja von Hannover die Nase voll haben …
Lisa Hahner: Oder noch eine Rechnung offen. Ich fühle mich in Hannover sehr wohl, die Zuschauer und insbesondere Steffi Eichel haben mich die letzten zwei Jahre sehr unterstützt, obwohl es sportlich nicht rundlief. Daher freue ich mich umso mehr auf den 10. April.

Sie haben direkt vor Redaktionsschluss dieser Beilage dem Veranstalter grünes Licht für Ihren Start über die volle Marathondistanz gegeben. Wird Hannover Ihr ganz persönlicher Härtetest für Rio?
Lisa: Ich bin sehr glücklich, dass ich dieses Jahr nicht nur beim Marathon dabei bin, sondern, dass ich gesund und fit am Start stehen werde. Das wird für mich deshalb ein ganz besonderes Rennen in Hannover, im positiven Sinne. Dass die letzten Einheiten im Training gut gelaufen sind, lässt die Vorfreude noch mehr steigen. Ich freue mich so auf Hannover und danach denken wir an Rio.

Anna, Ihr Marathon-Start in Hannover ist schon länger sicher. Sie haben bei der NP-Sportgala einen schnellen Lauf angekündigt. Trauen Sie sich zu, Ihre Endzeit vorherzusagen? Anna: Marathon ist die Königsdisziplin. Auch, weil viel passieren kann. Mein Training läuft sehr gut, ich komme gerade aus einem vierwöchigen Trainingslager in Portugal. Für eine konkrete Prognose ist es zu früh.

Hannover hat bekanntermaßen eine flache und schnelle Strecke. Wetter, Publikum, Pacemaker - was für äußere Bedingungen brauchen Sie, damit aus einem guten Marathon für Anna Hahner ein richtig guter wird?
Anna: Wenn sich die Begeisterung von uns Läufern auf die Zuschauer überträgt und genauso andersherum, dann ist das ein großartiges Gefühl. Das treibt mich an, mein Bestes zu geben.

Der HAJ Hannover Marathon wird oft für seine perfekte Organisation gelobt und ist einer der beliebtesten Deutschlands. Was macht diesen Marathon so besonders?
Anna: Hannover hat eine perfekte Mischung aus familiärer und professioneller Organisation. Es wird alles gemacht, dass wir Athleten uns wohlfühlen. Die ganze Stadt pulsiert im Marathon-Rhythmus und ist mit vollem Herzen dabei.

Sie haben mal erzählt, dass Sie den Marathon im Kopf in Abschnitte unterteilen und bei jedem an einen anderen Musiktitel denken. Was bringt das? Sie könnten auch einfach die Gegend genießen.
Lisa: Ich teile mir jeden Marathon in Abschnitte ein, dieses Mal werden es neun sein, und die Songs habe ich auch schon gefunden. Die Musik begleitet mich auf den entsprechenden Abschnitten jeweils als Ohrwurm, macht mir gute Gefühle und bringt mich in die perfekte Stimmung, dass ich sowohl fokussiert als auch entspannt bin. So habe ich gute Laune und nehme zusätzlich die Go-Lisa-Rufe der Zuschauer wahr.

Anna, Sie haben sich in Portugal vorbereitet, Ihre Schwester war in Südafrika. Ich dachte immer, Sie machen alles zusammen …
Anna: Wir machen sehr viel zusammen und doch nicht alles. Dieses Frühjahr haben wir uns entschieden, eines der drei Trainingslager getrennt zu machen. In Neuseeland und Spanien haben wir gemeinsam trainiert, und dann haben wir uns für ein paar Wochen örtlich getrennt. Das war eine neue und gleichzeitig sehr gute Erfahrung.

Sie haben beide erst mit 18, also vor gerade mal acht Jahren, mit der Leichtathletik begonnen, sind nun schon nationale Spitze und die Superstars der Szene. Was soll noch kommen in den nächsten Jahren?
Lisa: Da sind wir selbst gespannt und freuen uns jetzt schon darauf. Uns macht es viel Spaß, neue Dinge im Training und rund ums Laufen auszuprobieren. Wir haben große Freude mit unserem Hahner-Twins-Club, sind die Norm für die Olympischen Spiele gelaufen und haben im März unser erstes Buch „Time to run“ rausgebracht. Und uns schwirren sowohl sportlich als auch darüber hinaus noch viele Ideen und Ziele im Kopf herum.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus HAJ Hannover Marathon