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„Keine Zauberei“

Interview mit Gisela Lück „Keine Zauberei“

Gisela Lück lehrt an der Universität Bielefeld. Julia Tonne sprach mit der Professorin für Chemiedidaktik über das Vermitteln naturwissenschaftlicher Zusammenhänge an Kinder.

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Gisela Lück, Professorin für Chemiedidaktik an der Universität Bielefeld

Quelle: privat

Warum ist es so interessant geworden, schon in Kindergärten naturwissenschaftliche Experimente anzubieten?

Es gibt kein besseres Alter als das Vorschulalter dafür, weil Kinder etwa mit fünf Jahren beginnen, logisch zu denken. Von diesem Zeitpunkt an kommen viele Warum-Fragen, und die Kinder versuchen, die Logik anzuwenden. Sie sind offen für jede Antwort. Wenn Jugendliche erst im Alter von 13 oder 14 Jahren mit naturwissenschaftlichem Unterricht anfangen, steigen sie aus und sperren sich dagegen. Die Nachhaltigkeit ist groß, wenn man damit früh anfängt.

Welche Kriterien müssen Experimente erfüllen, damit sie im Kindergarten ausprobiert werden können?

Ganz wichtig ist natürlich, dass die Experimente ungefährlich sind. Sie sollten außerdem alltagsnah sein und mit Alltagsmaterialien durchgeführt werden können. Nur dann können die Kinder auch zu Hause forschen. Es nützt nichts, mit chemischen Substanzen zu experimentieren, die zu Hause nicht vorhanden sind. Erzieher und Eltern sollten auch nicht den Eindruck vermitteln, dass die Experimente Zauberei seien. Die Erklärungen für die Phänomene müssen sie mitliefern.

Müssen die Erzieher nicht sehr gut ausgebildet sein, um den Kindern die Phänomene erklären zu können?

Natürlich müssen Erzieher gut ausgebildet sein. Die jetzige Generation hat es da sehr schwer. Heutige Erzieher sind wenig akzeptiert und hatten oft selbst schlechten naturwissenschaftlichen Unterricht. Dabei sind Erzieher die wichtigsten Pädagogen, die es gibt. Deshalb sollte man ihnen alles an die Hand geben: eine ausgezeichnete Ausbildung und auch Fortbildungen. Derzeit bekommen die Erzieher in ihren Bemühungen nur wenig Unterstützung. Vieles entsteht in Eigeninitiative, die allerdings zu wenig gewürdigt wird.

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