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Lehrer auf der Schulbank Ein steiler Weg

Wechsel in die Oberstufe Ein steiler Weg

Nach der 10. Klasse in die Oberstufe und zum Abitur: Diese Chance nutzen etliche Realschüler jedes Jahr. Realschüler sind motiviert, brauchen aber Unterstützung.

Vorher müssen sie allerdings den Erweiterten Sekundarabschluss I geschafft haben. In Hannover wählten im vergangenen Sommer 135 Realschüler den Weg an ein Gymnasium (96) oder eine Integrierte Gesamtschule (IGS, 39). Von einer IGS ohne Oberstufe wechselten 21Jugendliche an ein Gymnasium, 53 an eine IGS mit Oberstufe. Zwei Hauptschüler sowie sechs Schüler einer Haupt- und Realschule entschieden sich ebenfalls, das Abitur mit ihrem Erweiterten Sekundarabschluss I an einem Gymnasium oder einer IGS anzugehen. Außerdem beginnen jedes Jahr an den Fachgymnasien der Berufsschulen im 11. Jahrgang bis zu 350 Schüler in Hannover und 275 Schüler im Umland.

„Die meisten Realschüler sind sehr motiviert, aber sie brauchen die Unterstützung ihrer Eltern“, sagt Helma Kaienburg, Leiterin der Tellkampfschule. Besonders in Fremdsprachen, oft auch in Mathematik und Naturwissenschaften hätten die Gymnasiasten zu dem Zeitpunkt meist einen deutlichen Vorsprung. „Die neuen Schüler müssen das selbstständig nachholen“, sagt Kaienburg.
Ihr Gymnasium nahm jahrelang größere Gruppen von Realschülern in die Oberstufe auf, bildete dafür bis zu zwei zusätzliche Klassen und bot den Neuen zum Teil speziellen Förderunterricht. Inzwischen hat sich die Tellkampfschule verkleinert, nur noch rund ein Dutzend Realschüler ist im Sommer in die 11.Klasse gestartet. Nun gibt es für alle Elftklässler Methodentraining und Projektarbeit, mit denen sie selbstständiges Arbeiten trainieren. Das sei besonders für die ehemaligen Realschüler wichtig, sagt die Schulleiterin. „Sie sind häufig stärker an Vorgaben gewöhnt und müssen sich auf das eigenverantwortliche Lernen umstellen.“

Doch durch das Abitur nach zwölf Jahren stehen an den Gymnasien Veränderungen an: Realschüler müssen von diesem Jahr an die 10. Klasse am Gymnasium wiederholen. „Vielleicht wird die Umstellung für sie damit sogar einfacher“, sagt Kaienburg.
Die IGS Roderbruch hat ein Nachhilfeangebot speziell für Elftklässler eingeführt. Ältere Schüler helfen beim Eingewöhnen in der Oberstufe. Von den etwa 150 Elftklässlern kommen vielleicht zehn von Realschulen, 80 aus dem eigenen Haus und 50 bis 60 von einer anderen IGS. In allen drei Gruppen gibt es Schüler, die erst in der Oberstufe mit der zweiten Fremdsprache beginnen. „Das ist ein richtiger Ballast“, sagt Schulleiter Bernd Steinkamp. Von den Elftklässlern wagten jedes Jahr auch etliche trotz relativ schlechter Noten den Schritt in die Oberstufe. „Viele überschätzen sich. Aber ich verstehe, dass sie versuchen, einen möglichst hohen Abschluss zu bekommen“, sagt Steinkamp. Von 150 Elftklässlern schaffen an der IGS im Schnitt etwa 100 das Abitur.

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