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Zu optimistisch? Vielleicht! Der doppelte Jahrgang und die große Unbekannte

Abi 2011 Der doppelte Jahrgang und die große Unbekannte

Das Abiturjahr 2011 im Zeichen der Wirtschaftskrise: Wie sich Unternehmen und Universitäten auf den Ansturm vorbereiten

Das Jahr 2011 naht mit großen Herausforderungen: Weil dann der letzte Jahrgang nach 13 Jahren und der erste nach zwölf Jahren das Abitur macht, werden in Niedersachsen mit einem Schlag 25.000 Abiturienten zusätzlich die Schule beenden. Darauf müssen sich Universitäten und Unternehmen einstellen; Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann hat die Berufschancen dieses doppelten Jahrgangs zum Hauptthema ihres runden Tischs „Turboabitur“ gemacht. Es gebe viele Möglichkeiten, flexibel zu agieren, sagt Ministeriumssprecher Andreas Krischat – auch, weil der doppelte Abi-Jahrgang in den Bundesländern nicht zur gleichen Zeit die Schule verlasse.

Flexibel sollten auch die Abiturienten des Jahres 2011 sein, rät Sonja Kazma. Die Sprecherin der Agentur für Arbeit meint dies sowohl räumlich als auch in der Berufswahl: Wer seinen Traumjob gefunden habe, solle sich so schnell wie möglich um einen Ausbildungsplatz bewerben. Die Lehrer sollten in den nächsten zwei Jahren so geschult werden, dass sie die Oberstufenschüler eingehend beraten können, und zudem sollten alle Schulen Informationstage zur Studien- und Berufsorientierung anbieten. Universell einsetzbare Module werden nach Kazmas Angaben in der Agentur für Arbeit mit dem Kultusministerium entwickelt. Ehemalige Schüler könnten etwa über ihren eigenen beruflichen Werdegang berichten.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover beschäftigt seit April eine sogenannte Mobilitätsberaterin, die Abiturienten Kontakte für Auslandsaufenthalte vermittelt. Es könne hilfreich sein, nach der Schule einige Zeit im Ausland zu verbringen, bis sich die Situation auf dem heimischen Arbeitsmarkt entspannt habe, sagt Heinz Orlob, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. Andererseits sollten die Betriebe die Chance nutzen, Abiturienten als Auszubildende zu gewinnen, ehe der Fachkräftemangel virulent werde. Attraktiv könnten auch duale Ausbildungsgänge mit der Leibniz-Akademie oder der Fachhochschule sein. Große Lebensmittelkonzerne bieten nach Orlobs Angaben etwa eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in Kombination mit dem Handelsfachwirt.

Die große Unbekannte bei allen Planungen sei allerdings die Wirtschaftskrise: „Keiner kann sagen, wo wir in einem halben Jahr stehen“, sagt Orlob.Auch die Universitäten bereiten sich auf den Ansturm vor. Bis Ende 2010 sollen mit dem Hochschulpakt insgesamt 11.200 neue Studienplätze entstehen. Nach Expertenberechnungen kommen 2011 etwa rund 10.300 Studenten zusätzlich an die niedersächsischen Hochschulen. Es sei jedoch unklar, wie viel Prozent der Abiturienten sofort an die Uni gingen oder sich noch etwas Zeit ließen, sagt Jenny Sturm, Sprecherin von Wissenschaftsminister Lutz Stratmann.

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