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Mit Augenmaß und Treffsicherheit zu Gold

Michael Mohns, Hannoversche Werkstätten Mit Augenmaß und Treffsicherheit zu Gold

Einmal ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen – das ist auch von den Teilnehmern der Special Olympics Hannover 2016 der große Traum. So heißt es auch im Special Olympics Eid „Ich will gewinnen“. Für die Favoriten der Wettbewerbe ist etwas anderes aber mindestens genauso wichtig: Gemeinsam Spaß am Sport zu haben. Heike Werner hat drei Athleten getroffen.

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Michael Mohns peilt bei den Nationalen Spielen Gold an.

Quelle: Werner

Hannover. Wenn Michael Mohns an die Nationalen Spiele denkt, fällt ihm vor allem eines ein: „Ich habe gar nicht gewusst, welche Massen da auflaufen. “ Zum ersten Mal nehmen die Boccia-Spieler der Hannoverschen Werkstätten an den Spielen teil. Dementsprechend aufgeregt ist der 52-Jährige, der im Recyclingbereich arbeitet und in der Metallwerkstatt in Hannover-Döhren Elektroschrott fachgerecht in Einzelteile zerlegt. Er ist etwas unsicher, was er von dieser Großveranstaltung erwarten soll. „Ich habe ziemlich gemischte Gefühle, weil ich eigentlich gar nicht so der Event-Typ bin. Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung mehr“ , sagt er.

Wenn es aber darum geht, beim Boccia die kleine Kugel - den sogenannten Pallino - mit der eigenen Kugel zu treffen oder zumindest dichter heranzuspielen als der Gegner, ist Mohns’ Selbstbewusstsein wieder da. Denn seine Treffsicherheit ist besonders gut.

Augenmaß und ein Gefühl für die Entfernung sind bei diesem Sport ebenso wichtig wie taktische Fähigkeiten. Beides liegt ihm. Sein Ziel für die Nationalen Spiele ist entsprechend hoch. „Gold sollte es schon werden. “ Doch der Platz ganz oben auf dem Siegerpodest ist für ihn nicht das Maß aller Dinge. „Manchmal ist gewinnen gar nicht so wichtig. Es ist einfach interessant, wenn die Sportler zusammenkommen und ein gutes Spiel machen“ , erklärt er. Besonders spannend wird es für ihn, weil er seine nationalen Gegner größtenteils nicht kennt. Das ist bei den Landesspielen etwas anders, über die er sich erst für die Nationalen Spiele qualifizieren musste. Dass er das geschafft hat, obwohl er erst seit zwei Jahren Boccia spielt, hat einen Grund. „Vorher habe ich gekegelt, aber Kegeln gibt es bei Special Olympics nicht als Wettbewerb. “ Deshalb sei er zur Boccia-Gruppe gewechselt, wo er sich sehr wohl fühlt. Der Sport ist für ihn eine gute Möglichkeit, den Alltag zu vergessen und mit anderen Spaß zu haben.

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