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Auf zu goldenen Zeiten!

Die neue Saison Auf zu goldenen Zeiten!

Erfolge bei Olympia, neue Auswärts-Trikots und ein fast unveränderter Kader – die TSV Hannover-Burgdorf will wieder unter die besten Zehn.

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Das ist neu!

TSV Hannover Burgdorf vs GLUECK AUF! GOEPPINGEN: Die Mannschaft jubelt nach dem Sieg.

Quelle: Oliver Vosshage

Hannover. Die neue Lieblingsfarbe der Recken? Ganz klar: Gold. Die zwei EM-Helden Kai Häfner und Erik Schmidt lösten Anfang 2016 den Trend aus und gewannen Titel und Gold bei der Europameisterschaft in Polen. Häfner fand später bei Olympia in Rio auch an Bronze Gefallen, für das Dänen-Duo Morten Olsen und Casper Mortensen kam bei den Sommerspielen nichts anderes infrage als das sportlich wertvollste Edelmetall. Beide brachten nach dem Triumph über Frankreich die Goldmedaille nach Hannover.

Diese Recken-Ausbeute kann sich sehen lassen. Genauso wie die neuen Trikots. Das Heimdress bleibt im traditionellen Grün, für die Fremde wagt sich die TSV Hannover-Burgdorf dagegen fashionmäßig ganz weit vor - mit goldenen Auswärtstrikots. Gold ist eben die angesagte Farbe der Saison - zumindest für die Handballer. „Es hat einen hohen Wiedererkennungswert und steht auch für einen besonderen Anspruch“, findet Kapitän Torge Johannsen. Auch Fabian Böhm gefällt die „extreme, ambitionierte Farbe“. Der gebürtige Potsdamer ist der einzige Neuzugang bei den Recken. Die vergangenen drei Jahre kämpfte der Rückraumspieler mit Balingen-Weilstetten stets gegen den Abstieg. Jetzt will er endlich mal „mehr Spiele gewinnen als verlieren“ und fand in Hannover den richtigen Verein dafür.

Balingen als Goldgrube

Verpflichtet hatte ihn Geschäftsführer Benjamin Chatton schon vor einem halben Jahr. Balingen ist und bleibt für den Manager eben eine Goldgrube. Von seinem Ex-Verein nahm er schon Torwart Martin Ziemer und Recken-Topstar Kai Häfner an die Leine. Und auch der von Chatton vor einem Jahr verpflichtete Trainer Jens Bürkle hat Balingen-Vergangenheit.

Bürkle führte die Recken gleich in seinem ersten Jahr als Bundesliga-Trainer vom enttäuschenden Platz 13 zurück in die Top-Ten auf Rang sieben. Seine größten Verdienste: Hannovers Abwehr ist wieder massiv wie ein Goldklumpen, und der Angriff glänzte teilweise mit begeisterndem Handball. Chatton war mit Bürkles Arbeit so zufrieden, dass er vergangene Woche den im Sommer 2017 auslaufenden Vertrag mit dem Schwaben mal so eben bis 2019 verlängerte.

Kontinuität ist bei den Recken so wertvoll wie Gold. So ist der Kader bis auf die Personalie Böhm im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert. Der Isländer Olafur Gudmundsson hatte die Recken schon im November Richtung Schweden verlassen.

Im Februar hatte Hannover den dänischen Linksaußen Casper Mortensen von der Resterampe des insolventen HSV verpflichtet. Ein Glücksgriff. Mortensen verlängerte noch vor Ende der Saison seinen Halbjahres-Vertrag.

Einspielen und abstimmen

So hat Bürkle nur einen Neuen zu integrieren. Natürlich wird das Team noch etwas Zeit brauchen, sich einzuspielen und abzustimmen. Mortensen, Olsen und Häfner haben wegen Olympia die komplette Vorbereitung mit der Mannschaft versäumt. Schwer wiegt der mehrmonatige Ausfall von Rückraumspieler Csaba Szücs, der sich in einem Testspiel einen Achillessehnenteilriss zuzog und operiert werden musste. Er fällt wohl bis März aus. Die Recken vertrauen dem Kader, selber die Lücke zu schließen. Ersatz ist vorerst nicht eingeplant.

Ein Abgang steht dann doch schon fest. Der erst im Sommer 2015 verpflichtete Kreisläufer Erik Schmidt verlässt die Recken am Ende der Saison Richtung Berlin. Sein von den Füchsen frühzeitig vermeldeter Wechsel sorgte im Recken-Umfeld für etwas Verwunderung. Aber so hat Chatton immerhin genügend Zeit, einen neuen Mann für den Kreis neben Dauerbrenner Joakim Hykkerud zu finden.

Goldgräber Chatton schaffte es im Sommer mit seinem Management-Team, rund 50 neue Klein-Sponsoren zu gewinnen, meist mittelständische Unternehmen. Auch deswegen konnte der Etat auf knapp unter vier Millionen Euro angehoben werden. Damit bewegt sich die TSV Hannover-Burgdorf finanziell immer noch im breiten Mittelfeld der Liga. Doch schon in der vergangenen Saison bewiesen die Recken, wie man Teams mit einem höheren Budget hinter sich lässt.

Etat erhöht

Offizielles Saisonziel ist natürlich wieder ein Platz unter den ersten Zehn - auch wenn Fans, so mancher Spieler und Sponsor von mehr träumen.

Wie gut die Saison verläuft, hängt von vielen Faktoren ab. Bleiben die Recken vom Verletzungspech verschont? Wie kommen sie mit den neuen Regeln klar? Vor allem der erlaubte siebte Feldspieler stellt Trainer und Profis vor eine Herausforderung. Bleiben die Recken so heimstark wie in der vergangenen Saison, als es nur zwei Niederlagen in der Recken-Festung Swiss-Life-Hall gab? Bleiben sie in der gigantischen Zweigstelle Tui-Arena, die die Recken in der kommenden Saison sogar fünfmal beziehen werden, weiter ungeschlagen? Hält der Recken-Zuschauer-Boom an?

Fallen die Antworten alle positiv aus, können sich die Fans auf eine spannende und erfolgreiche Saison freuen. Auf weiterhin goldene Zeiten.

Simon Lange

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