Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Depression: Risikofaktor für Herzkrankheiten

Gesundheit Depression: Risikofaktor für Herzkrankheiten

Eine Depression besteht aus mehr als nur schlechter Stimmung und einem traurigen Gemüt. Die Betroffenen leiden unter Antriebslosigkeit, einem Gefühl der inneren Leere. Sie können sich nur schlecht konzentrieren, verlieren Energie und bisherige Interessen. Anders als bei gewöhnlichen Stimmungstiefs können sich depressive Patienten nicht selbst aus dieser Lage befreien.

Voriger Artikel
Globaler Raucheranteil schrumpft
Nächster Artikel
Diese vier Tipps sorgen für starke Gelenke

Weltgesundheitstag 2017: „Depression – Let’s talk“

Quelle: Pexels

350 Millionen Menschen weltweit leiden Schätzungen zufolge an Depressionen. In Niedersachsen waren 2012 laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) 11,6 Prozent der Bevölkerung von Depressionen betroffen, also über 900.000 Personen. Ein Grund für die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Depressionen zum Thema des diesjährigen Weltgesundheitstags am 7. April zu machen.Weltgesundheitstag 2017: „Depression – Let’s talk“

Jedes Jahr am 7. April findet der Weltgesundheitstag statt. An diesem Tag wurde 1948 die WHO gegründet. Um die Öffentlichkeit, Betroffene und Angehörige über Krankheiten, schwerwiegende Gesundheitsrisiken und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren, wird jährlich ein neues Thema in den Fokus gerückt. Dieses Mal: „Depression – Let’s talk“.

Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken, liegt laut Experten bei 11 bis 15 Prozent. Depressionen wirken sich auf jeden Lebensbereich aus und erschweren den Alltag. Zudem ist die Depression international der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit.

Depressionen: So schädlich fürs Herz wie Fettleibigkeit

Was kaum jemand weiß: Depressionen sind nicht allein ein seelisches Problem. „Ein psychisches Phänomen kann größere Einflüsse auf den Körper haben, als man bisher dachte“, erklärt Karl-Heinz Ladwig. Der Professor und Studienleiter wertete gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums München, der Technischen Universität München und des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung die Daten von mehr als 3.400 Männern zwischen 45 und 74 Jahren aus.

Ihr Ergebnis: 15 Prozent der beobachteten Todesfälle wären ohne eine zusätzliche Depression nicht eingetreten. Eine Depression zählt damit ähnlich stark wie Fettleibigkeit oder zu hohe Cholesterinwerte zu den Risikofaktoren einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die Studienergebnisse sind auf Frauen übertragbar.

Studienleiter Ladwig empfiehlt deshalb, bei Risikopatienten mit Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz immer abzuklären, ob möglicherweise eine Depression vorliegt. So sollte beispielsweise die medikamentöse Behandlung von chronischer Herzschwäche, etwa mit der Wirkstoffkombination Sacubitril/Valsartan, gegebenenfalls um eine Psychotherapie ergänzt werden. Eine psychotherapeutische Betreuung heilt dann nicht nur die Depression, sondern kann in einigen Fällen auch Herzinfarkte vermeiden und Leben retten.

Auch Sie leiden an Depressionen? Hilfe finden Sie zum Beispiel beim Bündnis gegen Depression in der Region Hannover.

Was haben Depressionen mit dem Herz-Kreislauf-System zu tun?

Bei einer Depression produziert der Körper vermehrt Stresshormone, die den Stoffwechsel verändern. Es kommt zu Entzündungen, die sich auf die Gefäße auswirken und das Blut schneller gerinnen lassen. In der Folge verstopfen die Arterien. Durch die Depression haben Herzpatienten jedoch noch weitergehende Probleme: Sie sind weniger konsequent in Bezug auf die Einnahme ihrer Medikamente, achten weniger auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Sport.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles
Notrufsäule

Krankentransport, ärztlicher, zahnärztlicher und tierärztlicher Notdienst, Gift-Notruf, Hilfe bei psychischen Problemen oder Schwangere in Not - hier finden Sie die wichtigsten Rufnummern.mehr