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Herz aus dem Takt: Lebensretter Elektroschock

Gesundheit Herz aus dem Takt: Lebensretter Elektroschock

Wenn der Herzschlag aus dem Takt gerät, leiden Betroffene oft an Schwindel, Atemnot, Herzrasen und Druckgefühlen in der Brust. Oder sie merken nichts, bis sie plötzlich ohnmächtig werden. Oft können nur noch Stromschläge den normalen Herzschlag wiederherstellen.

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Prof. Thomas Meinertz ist Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt am Main.

Quelle: Angela Pfeiffer/Deutsche Herzstiftung

Frankfurt/Main. Unser Herz pumpt Tag für Tag rund 7000 Liter Blut durch unseren Körper. Bei Herzrhythmusstörungen ist der Herzschlag aus dem Takt: Schwindel, Atemnot und Druckgefühle in der Brust oder auch plötzliche Ohnmacht können die Folgen sein.

Die normale Herzfrequenz liegt in Ruhe zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute. Abweichungen davon werden als Herzrhythmusstörung bezeichnet, sagt Prof. Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt am Main. Doch nicht alle Herzrhythmusstörungen sind gefährlich.

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An vielen öffentlichen Plätzen sind auch für Laien sogenannte AEDs (Automatisierte Externe Defibrillatoren) angebracht, welche die Reanimation mit Sprachanweisungen unterstützen.

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Typisch für krankhafte Herzrhythmusstörungen ist ein schlagartiges Umspringen des Pulses auf eine sehr hohe oder sehr niedrige Herzfrequenz. Sie sind meist die Folge von Herzkrankheiten wie einer Herzmuskelentzündung oder Einengung der Herzkranzgefäße. Zu den weiteren Risikofaktoren gehören besondere psychische und körperliche Belastungen, Übergewicht, Magnesium- und Kaliummängel, zu wenig Schlaf sowie zu viel Kaffee-, Alkohol- und Nikotinkonsum, sagt Meinertz.

Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Dabei kommt es zu unkoordinierten Erregungen der Vorhofmuskulatur, so dass die Vorhöfe das Blut nicht mehr aktiv in die Herzkammern befördern, erklärt Felix Gramley von der Heidelberger Privatklinik für Kardiologie. In manchen Nischen des Vorhofes droht das Blut zu stagnieren und Gerinnsel zu bilden. Die Folge ist ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko.

Betroffene bekommen deshalb blutverdünnende Medikamente und sogenannte Antiarrhythmika wie Betablocker. Bei ausgeprägten Beschwerden wird zusätzlich auch häufig die sogenannte elektrische Kardioversion angewandt. "Dabei geben zwei Elektroden auf den Brustkorb unter kurzer Narkose einen gezielten Stromschlag Richtung Herz ab, wodurch das Vorhofflimmern zurückgesetzt wird und der normale Herzrhythmus wieder einsetzt", sagt Gramley.

Wenn das auf Dauer keinen Erfolg zeigt, kann eine Katheter-Ablation weiterhelfen. "Dünne Sonden werden über die Leiste bis zum Herz vorgeschoben und veröden durch Hochfrequenzstrom oder Kälte bestimmte Stellen im Herzgewebe, die für das Vorhofflimmern verantwortlich sind", beschreibt Gramley.

Eine weitere gefährliche Herzrhythmusstörung ist das Kammerflimmern. "Mit über 300 Schlägen pro Minute pocht der Herzmuskel so schnell, dass er kaum Blut und Sauerstoff durch den Körper pumpen kann", sagt Philipp Sommer vom Herzzentrum Leipzig. "Herz und Kreislauf stehen faktisch still in dem Moment." Schlagartig werden Betroffene ohnmächtig und haben keinen Puls mehr.

Passanten müssen deshalb sofort reagieren, die Atmung prüfen und eine Herzdruckmassage beginnen. So besteht die Chance den Blutfluss etwas aufrecht zu erhalten. Ein Kammerflimmern kann letztlich nur durch einen Defibrillator unterbrochen werden. "Dieser bringt das Herz durch einen Stromstoß kurz zum Stillstand, damit es anschließend wieder seinen normalen Rhythmus findet", sagt Sommer.

Wenn Betroffene das plötzliche Kammerflimmern überlebt haben, wird ihnen in der Regel ein kleiner Defibrillator implantiert. Bei erneutem Kammerflimmern gibt er innerhalb weniger Sekunden Elektroschocks ab. "Wenn die Patenten wach sind, empfinden sie das zwar als schmerzhaft, es rettet aber ihr Leben."

dpa

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