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RKI: Kein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch Flüchtlinge

Gesundheit RKI: Kein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch Flüchtlinge

Sie stammen aus krisengeschüttelten Ländern, hierzulande müssen sie in beengten Verhältnissen leben: Flüchtlinge sind für Krankheiten anfälliger. Grund zur Panik ist das nicht, betonen Experten.

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Laut RKI sind Flüchtlinge häufig ohne Impfschutz. Daher sind sie eine gefährdete und nicht eine gefährdende Gruppe.

Quelle: Patrick Pleul

Berlin (dpa) - Gesundheitsexperten vom Robert Koch-Institut (RKI) nehmen den Flüchtlingsandrang in Deutschland relativ gelassen. "Wir sehen im Moment keine Gefahr für die Allgemeinbevölkerung", sagte Infektionsspezialist Andreas Gilsdorf.

Die harten Bedingungen einer Flucht machen die Menschen zwar anfälliger für Krankheiten, größere Ausbrüche sind aber sehr unwahrscheinlich, wie Gilsdorf erklärte. Flüchtlinge stammten häufig aus Ländern mit zerrütteten Gesundheitssystemen und seien daher nicht ausreichend geimpft. Umso wichtiger sei es, dass die Bevölkerung hier etwa Impfschutz gegen Masern habe, sagte Gilsdorf vom RKI. Das RKI in Berlin ist ein zentrales Forschungsinstitut der Bundesrepublik für Infektionskrankheiten.

Das Thema ist auf dem Schirm. Zuletzt hatten Ärzte-Verbände vor Grippewellen in Flüchtlingsunterkünften gewarnt, auch ein Auftreten in Europa fast ausgerotteter Krankheiten wie Polio wurde befürchtet. Das RKI hatte für Mediziner kürzlich Hinweise zu ungewöhnlichen und teils seltenen Krankheiten veröffentlicht, die bei Flüchtlingen womöglich auftreten könnten: Gelistet sind etwa Typhus und das Lassafieber. Betroffene müssten akut behandelt werden, weil die Krankheiten tödlich ausgehen können, empfiehlt das RKI.

Der Großteil dieser Erkrankungen sei aber nur bei engem Körperkontakt ansteckend, betonte Gilsdorf: "Das hängt ganz stark von den Unterkünften und gedrängten Situationen ab." Für Betreuer oder Helfer bestehe daher ein etwas erhöhtes Risiko. Stichproben aus den vergangenen Jahren zeigten jedoch, dass die große Mehrheit der Ausbrüche in Flüchtlingsheimen nicht auf eingeschleppte Erreger zurückgehe, so Gilsdorf. Die meisten Menschen hätten sich hierzulande angesteckt. Flüchtlinge seien deshalb eine gefährdete und nicht etwa eine gefährdende Gruppe.  

"Für Deutschland besteht kein Anlass zur Sorge", sagte auch der Mediziner Tankred Stöbe, der seit drei Wochen für Ärzte ohne Grenzen auf einem Rettungsschiff im Mittelmeer tätig ist. Physisch richtig gut gehe es kaum jemandem, aber ernste Krankheiten seien "überaus selten". Stöbes Beobachtungen nach sind die meisten Flüchtlinge aber sehr jung und damit in vergleichsweise guter körperlicher Verfassung.

Mediziner hatten zuletzt beklagt, dass die Dokumentation bisheriger Untersuchungen - eine Art Laufzettel für Flüchtlinge - fehle. Zumindest Ärzte ohne Grenzen verteilt an Kranke, die am Festland weiterbehandelt werden müssen, ein Dokument, auf dem Untersuchungen und Medikamente eingetragen werden, wie Stöbe sagte. Die Organisation hat den Angaben zufolge seit Mai rund 15 000 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer gerettet.

dpa

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