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Wesentlich bessere Prognosen für untergewichtige Babys

Gesundheit Wesentlich bessere Prognosen für untergewichtige Babys

Eltern sind in großer Sorge, wenn ein Baby mit Untergewicht zur Welt kommt. Das war in den 1950er Jahren berechtigt. Heute sind die Chancen dank medizinischer Fortschritte für Kleinkinder viel besser.

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Die Nachteile für Babys, die heute mit Untergewicht geboren werden, sind in ihrem späteren Leben weit weniger gravierend als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Rostock. Babys, die heute mit Untergewicht geboren werden, haben in ihrem späteren Leben weit weniger gesundheitliche Nachteile als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Die Unterschiede in den geistigen Fähigkeiten sind im Vergleich zu Babys mit Normalgewicht immer geringer geworden, zeigt eine aktuelle

Studie. Dies sei vermutlich auf die deutlich bessere medizinische Versorgung der Babys zurückzuführen, schreiben Forscher um Mikko Myrskylä vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften. Dazu gehörten bessere Medikamente, Beatmungsgeräte für Säuglinge oder die systematische Überwachung von Neugeborenen.

Das Team um Myrskylä bezog sich in seiner Untersuchung auf drei große Studien, die in Großbritannien bei Zehn- bis Elfjährigen der Geburtsjahre zwischen 1958 und 2002 erhoben wurden. In den Studien wurden mit Sprachtests die kognitiven Fähigkeiten von Kindern untersucht, die weniger als 2500 Gramm Geburtsgewicht hatten.

Die Auswertung zeigte, dass die geistigen Fähigkeiten der Kinder mit geringem Geburtsgewicht im Alter von 11 Jahren geringer waren als bei den Kindern, die mit Normalgewicht zur Welt gekommen waren. Allerdings ist der Unterschied zwischen beiden Gruppen in den vergangenen Jahrzehnten immer kleiner geworden. 2001 war er weniger als halb so groß wie noch 1958 und 1970.

Gänzlich verschwunden seien die Nachteile eines geringen Geburtsgewichts aber nicht. Deshalb wäre es wichtig, die Untersuchungen auf spätere Lebensphasen auszudehnen, erklärte Myrskylä.

Die Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) der Universitätsmedizin Rostock, Heike Haase, sieht die Ergebnisse in ihrer täglichen Praxis bestätigt. "Ganz entscheidend sind die umfassenden Fortschritte in der Versorgung von Frühgeborenen." Dazu gehöre auch die stärkere Einbindung der Eltern. Es sei jedoch wichtig, dabei die Vielschichtigkeit der kindlichen Entwicklung zu berücksichtigen. Je früher ein Kind in seiner Entwicklungsphase geschädigt ist, desto schwieriger sei die Therapie - dies sei dann nicht vom Geburtsgewicht abhängig. Das SPZ ist spezialisiert auf die Behandlung von Säuglingen, Klein- und Schulkindern bis 18 Jahren.

dpa

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