Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Zahnweh-Attacken sind häufig vermeidbar

Gesundheit Zahnweh-Attacken sind häufig vermeidbar

Plötzlich beim Essen auftretendes Zahnweh kann sehr fies sein. Auch wenn der Schmerz mitunter nach kurzer Zeit wieder abklingt - sicherheitshalber sollte man einen Zahnarzt aufsuchen.

Voriger Artikel
Wandel in der Apothekenbranche - Profitieren Verbraucher?
Nächster Artikel
Gebärmutter-Transplantation könnte tausenden Frauen helfen

Wenn man beim Essen plötzlich Zahnweh bekommt, sollte man zum Arzt gehen - auch wenn solche Zahnschmerzattacken oft genauso schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind.

Quelle: Christin Klose

Köln. Eben noch war das Essen ein Genuss. Doch damit ist es plötzlich vorbei: Ein stechender Schmerz durchzuckt einen Zahn - für den Betroffenen eine Qual.

Immerhin: Manchmal lässt das Zahnweh genauso schnell nach wie es sich bemerkbar gemacht hat. Betroffene sollten aber auf kurz oder lang trotzdem zur Kontrolle einen Zahnarzt aufsuchen.

"Ein Schmerz ist immer ein Warnsignal, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist", sagt Thomas Wolf. Der Zahnarzt ist Mitglied im Bundesvorstand des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte (FVDZ) in Bonn. Heftiges Zahnweh beim Essen kann unterschiedliche Ursachen haben. "Manchmal sind es freiliegende Zahnhälse, die überempfindlich auf Kaltes, Saures oder Süßes reagieren", erklärt Jürgen Fedderwitz, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) in Köln. Es kann aber auch sein, dass Karies der Grund für die Schmerzattacke ist.

Eine weitere mögliche Ursache ist ein Mikroriss im Zahn. Er entsteht zum Beispiel, wenn man auf etwas zu Hartes beißt. "Das kann zu einer Zahnfraktur führen, die mit einem akuten stechenden Schmerz einhergeht", erläutert Wolf. Sind Füllungen oder Kronen im Gebiss beschädigt, dann löst dies mitunter ebenfalls heftiges Zahnweh beim Essen aus. Gleiches gilt für Zahnfleischentzündungen.

Nicht immer haben Zahnweh-Geplagte die Möglichkeit, sofort einen Zahnarzt aufzusuchen. "In akuten Fällen können Schmerzmittel als Erste-Hilfe-Maßnahme helfen", betont Ursula Sellerberg. Die stellvertretende Pressesprecherin bei der Bundesapothekerkammer in Berlin rät aber davon ab, ein Präparat mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) einzunehmen. Diese Substanz hemmt die Blutgerinnung und kann bei einer späteren zahnärztlichen Behandlung starke Blutungen auslösen. "Betroffene sollten daher bei Zahnschmerzen auf Mittel mit dem Wirkstoff Paracetamol setzen."

Wer kein Schmerzmittel gegen sein Zahnweh nehmen will, kann versuchen, sich mit einem Hausmittel vorübergehend Linderung zu verschaffen. "Oft hilft eine Kühlung der Wange mit einem von einem Handtuch umwickelten Eisbeutel", sagt Sellerberg. Alternativ kann der betroffene Zahn mithilfe eines Wattestäbchens auch mit Nelkenöl, das rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist, betupft werden. "Auf Dauer abklingen können Zahnschmerzen aber nur dann, wenn ein Zahnarzt mit einer sorgfältigen Untersuchung die Ursache abklärt und behandelt", betont Fedderwitz.

Stellt sich heraus, dass die Schmerzen auf Karies zurückzuführen sind, wird sie mit einem Bohrer beseitigt. Anschließend kommt in die betroffene Stelle eine Füllung. Findet der Zahnarzt bei der Untersuchung heraus, dass ein Mikroriss in einem Zahn die heftigen Schmerzen verursacht, kann gegebenenfalls eine Wurzelbehandlung hilfreich sein. "Im Fall einer Zahnfraktur muss aber eventuell auch ein Zahn gezogen werden", erklärt Wolf.

Ist das Zahnfleisch gerötet und geschwollen, dann ist eine Zahnfleischentzündung wahrscheinlich. In solchen Fällen können Schmerzen mit einer Reinigung der Zahnfleischtaschen gelindert werden. Überempfindliche Zähne können medikamentös behandelt werden. Dabei wird an den betreffenden Stellen im Gebiss zum Beispiel ein Gel aufgetragen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles
Notrufsäule

Krankentransport, ärztlicher, zahnärztlicher und tierärztlicher Notdienst, Gift-Notruf, Hilfe bei psychischen Problemen oder Schwangere in Not - hier finden Sie die wichtigsten Rufnummern.mehr