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Dog Dance: Der Paartanz für Hund und Herrchen
Gesund bewegen

Gesund Bewegen Dog Dance: Der Paartanz für Hund und Herrchen

Viele Vierbeiner können scheinbar den ganzen Tag herumtoben. Eine Alternative zu zu klassischen Hundesportarten ist Dog Dance.

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Mit Freude an der Bewegung: Hund und Frauchen tanzen gemeinsam zur Musik.

Quelle: Andrea Warnecke

Hannover. Hund und Herrchen bewegen sich zur Musik, der Hund läuft Slalom durch Herrchens Beine oder springt hoch: Beim Dog Dance bewegen sich Mensch und Tier gemeinsam, sie kommunizieren miteinander - und haben im besten Fall eine Menge Spaß. Besonders für Hunde, die sich gern bewegen, ist Dog Dance eine gute Sache. Denn das Tricktraining zu passender Musik mit Choreografie lässt sich überall praktizieren. „Im Park oder auch im Wohnzimmer, trainieren und üben kann man überall“, sagt die Dog-Dance-Trainerin Monique Rose aus Hürth. Dog Dance hält Hund und Herrchen also bei jedem Wetter in Bewegung.

Entscheiden sich Besitzer für die Hundesportart, sind die Anfänge schnell gemacht. „Mit Pfötchengeben beginnt es, und dann kommt immer etwas Neues dazu“, sagt Sina Böse von der Hundeschule Hundekontakte in Berlin. Wird das Repertoire an Tricks stetig durch neue Bewegungen erweitert, schult das auch die geistige Fitness beim Tier. Das kommt oft auch älteren Tieren zugute: „Hunde, die aktiven Wettkampfsport gemacht haben und dann ausscheiden, bleiben so im Alter fit“, sagt Rose.

Außerdem verbessert der Hundesport den Gehorsam des Tiers. Viele Kommandos aus dem Alltag würden durch das Tanz- und Tricktraining präziser ausgeführt, sagt Böse. Ebenso die Beziehung zwischen Hund und Mensch wird gestärkt: Die Zusammenarbeit festigt die vertrauensvolle Bindung, so Antje Ullrich vom Verband der Hundeerzieher (BHV). Das mache den bewegungsintensiven Sport gerade auch für Kinder interessant - im Gegensatz zum eher langweiligen Kommandotraining.

Da sowohl die Tricks als auch die Choreografie selbst gestaltet werden können, ist Dog Dance für jeden Hund geeignet. Wichtig ist, dass der Vierbeiner Spaß an den Übungen hat. Dennoch müssen einige Dinge beachtet werden, sagt die Tierärztin Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte. Die Bewegungen sollten auf die jeweiligen Bedürfnisse und Möglichkeiten des Hundes zugeschnitten werden. „Ein großer Hund kann nicht meterhoch springen, das muss dem Herrchen klar sein“, sagt Behr. Bei kranken Tieren gilt außerdem Vorsicht: Leidet ein Hund zum Beispiel an der Gelenkerkrankung Arthrose, sollte das Training vorher mit einem Tierarzt abgesprochen werden.

Beim Dog Dance gibt es keine Regeln oder Vorgaben – es kann getanzt werden, wie Hund und Herrchen es mögen. Diese freie Gestaltung der Choreografie ist gut für den Hund. „Die Muskulatur wird durch die vielseitigen Tricks beidseitig belastet“, sagt Böse. Außerdem gibt es weder den Druck einer Leine wie bei anderen Hundesportarten, noch werden Dinge verlangt, die der Hund nicht tun will.

Die Besitzer sollten ihren Vierbeiner jedoch stets motivieren. „Dazu eigenen sich Leckerlis oder Spielzeug“, sagt Rose. Wer besonders viel Spaß am Hundetanzsport entwickelt, kann sogar an Turnieren teilnehmen. Daten und Möglichkeiten zur Anmeldung für Wettkämpfe findet man zum Beispiel auf der Webseite des Vereins Dogdance International.

Für fünf bis sieben Teilnehmer bietet Sina Böse in ihrer Hundeschule einstündige Kurse an. Bei Monique Rose von HalliGalliDogs gibt es neben Einzelstunden auch fünfstündige Workshops. „Viele Hundeschulen und Vereine bieten Dogdancing an“, sagt Antje Ullrich. Die Angebote liegen preislich normalerweise etwa zwischen 10 und 20 Euro für eine Stunde.

Mit ein bisschen Übung – und vor allem Spaß – lassen sich so schnell die ersten Choreografien zusammenstellen und einüben. Schließlich fördert der Sport nicht nur die Bewegungs- und Denkfähigkeiten beim Tier: Auch Besitzer halten sich fit. Dann kann schon bald überall getanzt werden.

Jule Zentek

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