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Gesund bewegen

Langstreckenlauf und Fahrradfahren Läuft bei dir?

Wenn sich Bernd Jahns seine Joggingschuhe schnürt oder sich aufs Rad schwingt, heißt das für ihn primär eins: Kopf frei machen, raus in die Natur, bewegen. Langstreckenlauf und Fahrradfahren - das sind die beiden körperaktiven Steckenpferde des 51-Jährigen.

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Runter vom Sofa, ran an den Sport!

In der Eilenriede dreht Bernd Jahns seine regelmäßigen Laufrunden.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. „Wobei ich das Radeln aus purer Lust an der Bewegung mache und das Fahrrad als unglaublich praktisches Fortbewegungsmittel sehe, gerade in der Stadt“, sagt Jahns. Anders sieht es da beim Laufen aus: „Das ist einfach mein Sport, bei dem ich auch Ehrgeiz an den Tag lege“, so der Hannoveraner.

Bewegung befreit

Zehn Marathons hat er seit 2001 gemeistert, etliche Halbmarathons und ist unzählige Male im Rahmen des Regionslaufpasses in und um Hannover gestartet. Praktischerweise kann Jahns seine Laufleidenschaft optimal in seinen Berufsalltag einbinden. „Alle zwei Tage laufe ich eine Strecke zur Arbeit“, erzählt der Produktmanager eines hannoverschen Medienhauses. Von Vahrenheide aus, wo er wohnt, geht es auf Umwegen knapp 15 Kilometer durch die Eilenriede zur Arbeitsstätte nach Kirchrode. Dank der dortigen Dusch- und Umkleidemöglichkeiten ist der sportliche Einstieg in den Arbeitstag auch umsetzbar.

Und wenn nicht per pedes, dann schwingt sich der 1,89-Meter-Hüne aufs Rad, um auf direktem Wege die zehn Kilometer Strecke zurückzulegen. Ganzjährig. „Ich habe festgestellt, dass ich damit fast genauso schnell bin, als würde ich mit der Bahn oder mit dem Auto zur Arbeit fahren“, so Jahns. Jedoch seien der Erholungsfaktor und das Sich-Freimachen vom Stress weitere Argumente für eigens betriebene zwei statt motorisierte vier Räder. „Außerdem erlebe ich die Natur hautnah, sehe den Wandel der Jahreszeiten - das beruhigt ungemein“, erläutert Jahns. Neben den beruflichen Terminen macht er auch private Besorgungen mit dem Fahrrad - und das alles ohne lästige Parkplatzsuche. „Mit dem Rad fühle ich mich einfach weitaus freier als mit dem Auto“, so der Bewegungsfan.

Von Kindesbeinen an

Zum Laufen ist Jahns bereits als Kind durch seinen Onkel gekommen. „Mit acht Jahren trat ich in Straßenschuhen in der ehemaligen Mehrkampfanlage beim Kinderlauf an“, erinnert sich Jahns an seine Premiere. Als Jugendlicher und Student stand dann erst mal Fußball im Verein und beim Unisport neben dem Laufen hoch im Kurs. „Das war mir aber irgendwann einfach zu verletzungsanfällig“, so besann man sich dann doch lieber wieder zurück zum Langstreckenlauf. Und dem ist Jahns bis heute treu geblieben.

Rückschläge inklusive

Verletzungen wie Achillessehnen- und Adduktorenreizung sowie einen Muskelfaserriss nimmt der Athlet tapfer hin. Das gehört dazu. Selbst von seinem Bandscheibenvorfall vor zehn Jahren hat er sich rundum erholt. Den Rückschlag, längere Zeit maximal Nordic Walking unter Schmerzen betreiben zu können, als Motivation gesehen.

„Vom Marathon zum schmerzvollen Gehen ist erst einmal ein Rückschritt - wie vom Ferrari zum Fiat Panda“, witzelt Jahns. Aber er habe sich damals zum Ziel gesetzt: „Klappt das Walken wieder schmerzfrei, werde ich auch wieder das Laufen angehen.“ Und nach sechs Monaten Zwangspause war es dann auch tatsächlich so weit: Es ging wieder schnelleren Schrittes voran.

Mit gezieltem Krafttraining beugt Bernd Jahns Verletzungen vor und stabilisiert seine Muskulatur sowie Bänder und Sehnen.

Mit gezieltem Krafttraining beugt Bernd Jahns Verletzungen vor und stabilisiert seine Muskulatur sowie Bänder und Sehnen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Seitdem betreibt Jahns ergänzendes Funktionstraining. Mit gezielten Kraftübungen stärkt und stabilisiert er ein- bis zweimal pro Woche speziell seinen Rücken, aber auch seine gesamte Muskulatur. „Das beugt Verletzungen vor“, weiß der erfahrene Sportler.

Disziplin muss sein

Und gerade ein Marathon beansprucht Körper wie Geist enorm. „Klar kenne ich auch meinen Schweinehund“, gibt Jahns schmunzelnd zu. Vor allem bei der Vorbereitung auf die berüchtigte 42,195-Kilometer-Distanz ist Disziplin gefragt. Drei Monate zuvor beginnt die Vorbereitungszeit mit sich steigernden Trainingseinheiten - von Intervallläufen mit Belastungs- und Erholungsphasen über Joggingsessions auf Zeit, Strecke und Tempo.

Zwar orientiere sich der Marathonmann während seiner Vorbereitung an vorgegebenen Trainingsplänen. „Aber ich variiere dabei. Denn primär höre ich auf meinen Körper. Ist mir heute nicht nach einem schnellen Lauf, dann wird der morgen gemacht und heute locker gejoggt“, merkt er an.

Ernährungstechnisch achtet er dann zudem darauf, seine Kohlenhydratspeicher zu füllen - da machen auf dem Teller die tierischen Eiweißprodukte Platz für Fussili und Co. Aber nach einem Marathon und der langen Trainingszeit wird dann auch wieder „gesündigt“ - jedoch stets in Maßen. „Während der Vorbereitungszeit auf einen so langen Lauf nimmt man automatisch zwei bis drei Kilo ab“, erklärt Jahns.

Vielleicht wird ja die persönliche Bestzeit von 3:40 Stunden bald wieder getoppt. Wir sind gespannt und werden’s sehen am 24. September in Berlin. Dann steht der nächste Marathon an … Und bis dahin gilt: Gut lauf!

ok

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