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Keine Ausrede für Bewegungsmuffel
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Gesundheitsscheck Keine Ausrede für Bewegungsmuffel

Bei einer sportmedizinischen Untersuchung werden angehende Wiedereinsteiger von Kopf bis Fuß durchgecheckt.

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Keine Ausrede für Bewegungsmuffel

Quelle: AOK-Mediendienst

Hannover. Die guten Vorsätze vom Neujahrstag schiebt so manch einer noch immer vor sich her. „Zu kalt, zu glatt oder zu nass“ lauten die Argumente gegen jegliche sportliche Betätigung im Freien, die hilft, überflüssige Pfunde loszuwerden und der eigenen Gesundheit Gutes zu tun. Bewegungsmuffel finden fast immer eine passende Ausrede. Dank der ersten Frühlingsboten kann das Wetter als Rechtfertigung nunmehr allerdings nicht mehr herangezogen werden. Also, rauf aufs Fahrrad oder rein in die Laufschuhe? Nein, so einfach sollten es sich Untrainierte nicht machen, raten Ärzte und Gesundheitsexperten und empfehlen zuvor eine sportmedizinische Untersuchung.

„Wer länger als fünf Jahre keinen Sport getrieben hat oder den eigenen Körper unter Belastung nicht kennt“, sollte vor einer übermäßigen sportlichen Betätigung unbedingt den Hausarzt konsultieren, rät Carsten Sievers, Pressesprecher der AOK Niedersachsen. Der Hausarzt sei zunächst immer Dreh- und Angelpunkt, sagt der Gesundheitsexperte. So könnten Vorerkrankungen, Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck erkannt und behandelt werden. Auch Raucher sollten sich laut AOK-Sprecher Sievers unbedingt mit dem Hausarzt absprechen. Dieser kann Bewegungsmuffel schließlich an ausgewiesene Sportmediziner überweisen. „Eine sportmedizinische Untersuchung ist allerdings keine gesetzliche Regelleistung und kostet zwischen 60 und 120 Euro“, sagt Sievers. Als Kassenleistung gilt unterdessen der ärztliche Check-up, den Personen ab 35 Jahren alle zwei Jahre bei ihrem Hausarzt durchführen lassen sollten.

Vor dem Sport zur Untersuchung: Wer lange nicht aktiv war, sollte sich von einem Arzt untersuchen lassen.

Vor dem Sport zur Untersuchung: Wer lange nicht aktiv war, sollte sich von einem Arzt untersuchen lassen.

Quelle: AOK-Mediendienst

Ausgewiesene Sportmediziner stellen „eine Gesamtschau auf den Patienten“ an, sagt Sievers. Dabei wird der Wiedereinsteiger sowohl internistisch als auch orthopädisch untersucht. Angefangen beim Bluthochdruck über die Herztöne bis hin zur Ermittlung des Body-Mass-Index wird der angehende Sportler von Kopf bis Fuß durchgecheckt. Ein Belastungs-EKG wird bei entsprechenden Risikofaktoren ebenfalls veranlasst. „Der Sportmediziner erhebt die Grundleistungsparameter seines Patienten und kann ihn daraus resultierend bei der Wahl der Sportart beraten“, sagt Sievers und fügt hinzu, „dass die Sportart allerdings zu einem passen sollte und auch Freude bereiten muss“.

Die genaue Betrachtung von Wirbelsäule, Gelenken und Muskulatur schließt die sportmedizinische Untersuchung ab. Treten dabei Unregelmäßigkeiten auf, raten Sportmediziner im Einzelfall auch vom Ausüben gewisser Sportarten ab. Übergewichtige beispielsweise sollten von längeren Joggingrunden zunächst Abstand nehmen. Das könnte den Gelenken mehr schaden als gesundheitlichen Nutzen bringen.

Mit der eingehenden sportmedizinischen Untersuchung allein sei es allerdings noch längst nicht getan, erörtert AOK-Sprecher Sievers. Neben der Überwindung des inneren Schweinehundes gilt es, weitere bedeutsame Punkte zu beachten. „Bleiben Sie realistisch und setzen Sie sich kleine Ziele. Um sich dauerhaft zu motivieren, müssen sich auch Erfolge einstellen.“ Wiedereinsteiger beginnen demnach mit kleinen Sporteinheiten und -etappen und steigern sich erst allmählich.

Berufstätige sollten sich außerdem einen festen Plan machen: „Wann in der Woche reserviere ich mir Zeit für eine Sporteinheit?“ Ein Sportpartner kann darüber hinaus ebenfalls motivierend wirken. „Bei einer festen Verabredung zum Sport fällt es schwerer, diesen Termin abzusagen und sich mit einem schlechten Gewissen auf der heimischen Couch niederzulassen“, sagt Sievers. Sportpartnerbörsen im Internet unterstützen bei der Suche nach Mitstreitern mit ähnlicher Leistungsstärke. In Sportvereinen und Fitnessstudios könne man zudem in bestimmte Sportarten hineinschnuppern, rät der AOK-Gesundheitsexperte. „Sport alleine reicht allerdings nicht“, warnt Sievers. Nur die Kombination aus gesunder Ernährung und Sport fördert die eigene Gesundheit maßgeblich.

Markus Beims

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