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Zucker, Honig oder Sirup Süße Sünde

Wundermittel oder Teufelszeug? Die Wahrheit liegt in der Mitte: Zu viel Zucker macht uns krank, aber in Maßen ist er unersetzlich für unsere Seele.

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Brauner Rohrzucker schmeckt aromatischer als Kristallzucker.

Quelle: iStockphoto.com/Diana_Taliun

Hannover. Warum können wir die Schokoladentafel nicht einfach mal liegen lassen? Ganz einfach: weil wir Zucker lieben. Bereits Säuglinge mögen die in der Muttermilch enthaltene Süße. Diese Vorliebe begleitet uns ein Leben lang. Doch Zucker hat ein schlechtes Image, gilt als Treiber für Übergewicht, Diabetes, Karies. Und er steckt überall: nicht nur in Schokolade oder Limonade, sondern auch in Säften und Obst. Doch wie viel davon ist für uns tatsächlich schädlich?

Auf eine Zuckerart können wir schon mal nicht verzichten: Der von unserem Körper aus Kohlenhydraten gewonnene Traubenzucker, auch Glukose genannt, gibt uns die nötige Energie. Kristallzucker hingegen, auch Saccharose genannt, versüßt uns zwar das Leben, ist aber nicht zwingend nötig. Und wir konsumieren deutlich zu viel davon. Zwischen 30 und 40 Kilogramm Zucker nehmen wir im Jahr zu uns. Das ist die drei- bis vierfache Menge von dem, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. 25 Gramm am Tag sollen demnach unbedenklich sein. Das entspricht der Menge von sechs Teelöffeln. Zum Vergleich: In einem Liter Cola sind 100 Gramm Zucker oder 24 Teelöffel.

Süßgetränke und Fastfood sind die Zuckerbomben schlechthin, warnen deshalb Ernährungswissenschaftler wie Sonja Carlsson. „Inzwischen sind wir sehr viel sensibler, nehmen beim Backen und Kochen weniger Zucker“, sagt die Expertin. Das sei auch gut so. „Aber wenn man gleichzeitig Cola und Fertiggebäck konsumiert, bringt das wenig.“ Auch in vielen Fertiggerichten sind hohe Zuckermengen enthalten. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft weiter. Diese ordnet die Stoffe in der Reihenfolge ihres Anteils am Produkt auf, beginnend mit dem höchsten Anteil. Wenn an erster Stelle Wasser steht und dann Zucker folgt, ist klar, dass es sich um ein sehr süßes Produkt handelt.

Stevia: Gut für die Linie, schlecht zum Backen

Ob wir weißen, braunen, Kandis- oder Puderzucker zu uns nehmen, spielt lediglich in puncto Geschmack eine Rolle, aber nicht beim Kaloriengehalt. Alternativen wie Stevia, das aus Blättern der gleichnamigen Pflanze gewonnen wird, oder künstliche Süßungsmittel enthalten hingegen keine Kalorien. Allerdings ist noch nicht eindeutig geklärt, welche Auswirkungen Stevia auf unsere Gesundheit hat. Und ein leckerer Kuchen lässt sich damit auch nicht backen, weil der Teig weder richtig braun noch richtig locker wird - ebenso wie beim Einsatz anderer alternativer Süßmittel wie Honig oder Sirup.

Und das sind nicht die einzigen positiven Eigenschaften von Zucker, wie Sonja Carlsson, Autorin von „Das große Buch vom Zucker“, betont. So spiele er etwa auch bei der Konservierung von Lebensmitteln seit jeher eine wichtige Rolle. Und dann gibt es viele Menschen, die bei Süßem förmlich ins Schwärmen geraten. „Zucker, in Maßen, gibt uns also etwas für die Seele“, sagt die Ernährungsexpertin. Und das ist doch auch nicht ganz unwichtig.

Zucker und seine Alternativen

Weißer Zucker wird auch Saccharose genannt und zumeist aus Zuckerrüben gewonnen. Puderzucker ist nichts anderes als besonders feingemahlener weißer Zucker. Der Kaloriengehalt liegt bei rund 390 kcal pro 100 g.

Weißer Zucker

Weißer Zucker

Quelle: iStockphoto.com/HandmadePictures

Brauner Rohrzucker wird aus der Zuckerrohrpflanze extrahiert. Chemisch gesehen gibt es keinen Unterschied zu weißem Zucker, auch der Kaloriengehalt ist ähnlich. Doch sein Geschmack ist aromatischer.

Brauner Zucker

Brauner Zucker

Quelle: iStockphoto.com/matka_Wariatka

Agavensirup ist ein Dicksaft, der aus der gleichnamigen mexikanischen Pflanze gewonnen wird. Er ist süßer und flüssiger als Honig, besitzt einen hohen Fruchtzuckeranteil und hat einen Nährwert von rund 310 kcal pro 100 g.

Agavendicksaft

Agavendicksaft

Quelle: shutterstock.com/Pat_Hastings

Stevia hat keine Kalorien und stammt aus den Blättern der gleichnamigen Pflanze. Für die Lebensmittelindustrie wird der Stoff chemisch hergestellt. Stevia hat einen deutlichen Eigengeschmack und seine gesundheitlichen Auswirkungen sind noch nicht erforscht.

Stevia

Stevia

Quelle: iStockphoto.com/dirkr

Kokosblütensirup wird aus dem Nektar der Kokospalme extrahiert und ist wegen seines niedrigen glykämischen Werts gefragt. Dieser gibt an, wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Der Kaloriengehalt ist mit 380 kcal pro 100 g ähnlich hoch wie bei Zucker.

Kokosblütensirup

Kokosblütensirup

Quelle: iStockphoto.com/profeta

 

Süßstoffe sind zumeist kalorienfreie, künstlich hergestellte Zuckerersatz- stoffe. In der Regel werden sie unverdaut wieder ausgeschieden. Lediglich Aspartam und Thaumatin spielen in unserem Stoffwechsel eine Rolle, weil sie aus Eiweißbausteinen bestehen. Für Menschen, die unter der Stoffwechselstörung Phenylketonurie leiden, ist Aspartam darum tabu.

Honig ist eine Mischung aus süßen Pflanzensäften und zuckerhaltigen Ausscheidungsprodukten von Insekten. Sein Kaloriengehalt beträgt rund 300 kcal pro 100 g.

Honig

Honig

Quelle: iStockphoto.com/ValentynVolkov
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