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Eine geruhsame Nacht!
Gesund schlafen

Matratze und Lattenrost Eine geruhsame Nacht!

Wirbelsäule entlasten und den Körper stützen – Matratze und Lattenrost müssen passen

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Gesunden Schlaf nicht erzwingen

Es gibt nicht die eine richtige Matratze: Der Fachhandel informiert über Materialien und Härtegrad.

Quelle: iStockphoto.com/vadimguzhva

Hannover. Knapp ein Drittel seines Lebens verschläft der Mensch. Gut schlafen ist wichtig, denn wer ausreichend schläft, ist leistungsfähiger, gesünder und besser gelaunt. Jeder Körper braucht die Regeneration in der Nacht. Während dieser Zeit erfolgen lebenswichtige Prozesse: Das Gehirn schüttet zum Beispiel im Tiefschlaf ein Wachstumshormon aus, das die Bildung neuer Zellen anregt. Dadurch können Wunden heilen und Knochen wachsen. Außerdem erneuern sich Haut und Organe. Weiterhin vernetzt das Gehirn seine Nervenzellen neu, um die Eindrücke des Tages dauerhaft zu speichern. Zwar fährt der Organismus Funktionen wie Herzschlag und Blutdruck herunter, ist aber gleichzeitig hochaktiv. Schlafen bedeutet ein Auf und Ab des Körpers: Auf maximale Entspannung im Tiefschlaf folgt höchste Aktivität in den Traumphasen.

Licht-, Lärm- und Wärmequellen schaden

Die Umgebung trägt zum guten Schlaf bei. Im Zimmer sollte es leise, dunkel und nicht zu warm oder kalt sein, ideal ist eine Temperatur von etwa 18 Grad. Lichtdichte Vorhänge schirmen die Helligkeit der aufgehenden Sonne ab. Wer Lärmquellen nicht beseitigen kann, schläft mit Ohr-stöpseln. Fernseher, Computer oderHandy sollten sich nicht nahe des Betts befinden. Eine dünne Sommer- und eine dicke Winterdecke fördern gesunden Schlaf.

Die richtige Matratzefinden

Das richtige Bett mit passender Matratze und geeignetem Rost ist sehr wichtig für eine erholsame Nachtruhe. „Es gibt aber kein System, das für alle ideal ist“, sagt Dr. Christian Sturm, Facharzt für Orthopädie und Rehabilitation an der Medizinischen Hochschule Hannover. Er empfiehlt, die Matratze alle acht bis zehn Jahre auszutauschen, da sie dann meist durchgelegen ist. In der Nacht sollte die Wirbelsäule entlastet werden, damit sich die Muskulatur entspannen kann. „In der Seitenlage sollten Brust-, Hals- und Lendenwirbelsäule von hinten gesehen eine Linie bilden, Becken und Schulter sollten einsinken“, erklärt Sturm. Es gibt verschiedene Matratzen:

Federkernmatratzen bestehen aus zahlreichen miteinander verbundenen Metallfedern. Bei Bonellfederkernmatratzen befindet sich zwischen den Federn Luft. Bei Taschenfederkernmatratzen werden die Federn von Stoffsäckchen umhüllt. Bei beiden können Feuchtigkeit und Wärme schnell entweichen, das bedeutet eine gute Durchlüftung – ideal für Menschen, die nachts viel schwitzen. Die Taschenkernvariante hat eine höhere Punkt-Elastizität, sie gibt nur an den Stellen nach, an denen der Schlafende in die Matratze einsinkt. An den anderen Stellen stützt sie den Körper.

Kaltschaummatratzen bestehen aus Schaumstoff. Sie haben eine hohe Punkt-Elastizität und passen sich dem Körper gut an. Obwohl das Material Feuchtigkeit abtransportiert, hält es Wärme besser als die Federkernmatratzen. Je höher die Dichte des Schaums ist, desto hochwertiger ist die Matratze.

Latexmatratzen passen sich dem Körper des Liegenden sehr gut an. Der Nachteil ist, dass diese Matratzen schwerer sind. Wer sie wenden möchte, benötigt mehr Kraft.

Matratzen haben unterschiedliche Härtegrade. Es existieren aber keine einheitlichen Standards. Meist gibt es eine Einteilung in vier Härtegrade. Letztlich muss deshalb jeder für sich selbst entscheiden, welcher der richtige ist. Menschen mit höherem Gewicht sollten eine härtere Matratze wählen. Denn bei einer zu weichen Matratze biegt sich die Wirbelsäule durch, das kann zu Rückenschmerzen führen.

„Aus dem Gefühl heraus, werden oft Matratzen gekauft, die zu weich sind“, erklärt Dr. Christian Sturm. Beim Kauf sei das Probeliegen im Geschäft wichtig, auch in unterschiedlichen Schlafpositionen. „Ein Fachmann sollte schauen, ob man richtig liegt“, empfiehlt der Mediziner. Selbst eine teure Matratze löse das Rückenproblem nicht, wenn sie nicht zu einem passt.

Auch die Schlafpostion kann eine Rolle spielen. Wer auf dem Rücken schläft, braucht eine Matratze, die die Lendenwirbelsäule und den Nackenbereich stützt, damit die natürliche S-Form der Wirbelsäule erhalten bleibt. Menschen, die auf der Seite schlafen, benötigen eine Matratze, die an Schultern und Becken nachgibt. Allerdings wechseln die meisten Menschen mehrfach ihre Schlafposition.

Den richtigen Lattenrost wählen

Zu einem guten Bett gehort außer der richtigen Matratze auch der passende Lattenrost. Beide Teile mussen optimal aufeinander abgestimmt sein, um den Korper in allen Schlafpositionen zu stutzen. Hochwertige Lattenroste verfugen uber unterschiedlich harte Liegezonen und sind an Kopf und Fuß verstellbar. Dabei müssen allerdings die Knickpunkte dem Korperbau entsprechen. Bei einer Flügelfederung liegt die Matratze auf Glasfaserstäben, auf denen elastische Flugelfedern befestigt sind. Diese federn jede Bewegung des Schlafenden punktgenau ab.

Tellerrahmenroste bestehenaus dichten Reihen flexibler und auf Drehpunktlagern federnder Kunststoffteller mit einem Durchmesser von etwa 20 Zentimetern. Sie passen sich punktgenau der jeweiligen Korperform an.

Mehrzonenlattenroste haben verschieden harte Zonen: Liegt der Schlafende auf der Seite, lassen weicher gelagerte Latten die Schulter tiefer einsinken als die Hufte. Mit einem solchen System soll erreicht werden, dass die Wirbelsaule in Seiten- und in Ruckenlage moglichst gerade liegt und die Halswirbelsaule nicht abgeknickt wird.

Der Federholzrahmen ist der klassische Rost. Er besteht aus verleimten Leisten. Wichtig ist, dass sich die Harte der Unterfederung verstellen lasst. Der Abstand der Latten untereinander sollte vier Zentimeter betragen, wenn sie als Unterlage fur Latex- und Kaltschaummatratzen dienen, sonst hat die Matratze zu wenig Halt. Bei Federkernmatratzen kann der Abstand großer sein.

Muskulatur bewegen und entspannen

Ein gutes Bett könne allein aber keine Rückenprobleme lösen, betont Sturm. Vor allem Menschen, die im täglich Büro arbeiten und tagsüber eher sitzen, sollten sich bewegen und die Muskulatur dehnen. „Die schönste Matratze lindert die Rückenbeschwerden nicht, wenn man der Muskulatur im Alltag keine Chance für Bewegung und Entspannung gibt“, betont Sturm.

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