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Gründlich Putzen mit Maskottchen Kroki
Gesund zubeißen

Spielerisch Zahnpflege lernen Gründlich Putzen mit Maskottchen Kroki

Das Team Zahnärztlicher Dienst und Jugendzahnpflege der Region Hannover engagiert sich für die Mundgesundheit.

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Die Kinder der Tiger-Gruppe der DRK-Kita in Bennigsen freuen sich über den Besuch von Prophylaxefachkraft Ute Malcharzik und Kroki.

Quelle: Gabriel Poblete Young

Hannover. Gesunde Milchzähne sind die beste Voraussetzung für gesunde bleibende Zähne. Deshalb ist die richtige Vorsorge, auch Prophylaxe genannt, für Kinderzähne besonders wichtig. Das Team Zahnärztlicher Dienst und Jugendzahnpflege der Region Hannover hat die Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen im Blick. Mit etwa sechs Monaten bekommt ein Kind seinen ersten Zahn, im Alter von etwa zweieinhalb Jahren sind meist alle 20 Milchzähne vorhanden. Diese sind nicht nur für das Abbeißen und Kauen wichtig, sondern auch für die richtige Sprachbildung. Außerdem sind sie Platzhalter für die bleibenden Zähne.

Kroki zeigt, wie man richtig Zähne putzt

Ute Malcharzik führt an Krokis Gebiss vor, wie man richtig Zähne putzt.

Ute Malcharzik führt an Krokis Gebiss vor, wie man richtig Zähne putzt.

Quelle: Gabriel Poblete Young

In der DRK-Kita in Bennigsen herrscht Aufregung: Ute Malcharzik ist zu Besuch und hat Kroki, das Maskottchen des Teams Jugendzahnpflege, mitgebracht. Die Prophylaxefachkraft kümmert sich seit 16 Jahren darum, dass sich Kinder und Jugendliche regelmäßig und richtig die Zähne putzen. Außerdem informiert sie über Karies, (zahn-)gesundes Essen und das Problem durch das Naschen von Süßigkeiten. In der Tiger-Gruppe sitzen die Mädchen und Jungen im Kreis und blicken gespannt auf Ute Malcharzik. „Habt ihr heute schon eure Zähne geputzt?“, fragt sie in die muntere Runde. „Jaaaaa“, tönt es laut zurück.

Dann hören die Kinder eine Geschichte von Willi Backenzahn, der auf einem Kindergeburtstag Eis und Schokolade isst. Dazu zeigt Ute Malcharzik Bilder. Als die bösen Bakterien kommen, um auch von den Süßigkeiten zu naschen und heftig an Willi Backenzahn „kratzen“, wird dieser ganz traurig und ruft dann schnell seine drei Freunde zu Hilfe – die Zahnbürste, die Zahnpasta und den Zahnputzbecher. Und schon ist alles wieder gut.

Spielerisch vermittelt Ute Malcharzik den Drei- bis Sechsjährigen, warum Zähneputzen so wichtig ist. Und mit Hilfe von Kroki zeigt sie dem Nachwuchs, wie geputzt wird. Die Kinder schauen gebannt auf das kleine Krokodil mit dem großen schönen Gebiss und nehmen Ute Malcharzik kaum noch wahr. Mit einfachen Reimen lernen sie die richtige Putztechnik. Danach folgt gleich die Praxis, und es geht in den Waschraum zum Zähneputzen. Jedes Kind bekommt eine Zahnbürste geschenkt. „Die Kinder freuen sich immer sehr darauf, wenn Kroki kommt“, sagt Erzieherin Tanja Remmer.

Doch nicht nur in Kindergärten, sondern auch in Schulen ist Ute Malcharzik unterwegs. „Wir betreuen Kinder vom Krippenalter bis einschließlich der sechsten Klasse“, erklärt Dr. EvaRichter-Niebuhr, Zahnärztin und Teamleiterin. Insgesamt gibt es in den 21 Städten und Gemeinden der Region Hannover in den entsprechenden Altersgruppen etwa 100 000 Kinder in Krippen, Kindertagesstätten, Behinderteneinrichtungen, Grund- und Förderschulen sowie weiterführenden Schulen. Dabei richtet sich die Haufigkeit der Besuche nach dem Bedarf. Einrichtungen, in denen die Kinder und Jugendlichen ein hoheres Kariesrisiko haben, besucht das Team haufiger.

30 Mitarbeiterinnen, darunter neun Zahnärztinnen, sechs zahnmedizinische Fachangestellte und 15 speziell geschulte Prophylaxekräfte gehören zum Team. Diese uben mit den Kindern das Zahneputzen und informieren rund um die Themen Zahnaufbau und -entwicklung, Mundhygiene, zahngesunde Ernahrung sowie Fluoridanwendungen. Die Zahnarztinnen achten speziell auf Zahnschäden sowie Zahn- und Kieferfehlstellungen, geben Empfehlungen zum Behandlungs- und Prophylaxebedarf und versuchen, die Angst vor dem Zahnarztbesuch abzubauen.

Zahngesundheit von Kindern verbessert

Die Aufgaben des Teams sind gesetzlich verankert. Die Kosten der Gruppenprophylaxe werden zum Teil von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Die verstärkte Vorsorge zeigt Wirkung: „Laut bundesweiten Untersuchungen hat sich die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen seit Anfang der 90er-Jahre deutlich verbessert“, sagt Dr. Eva Richter-Niebuhr. Dies treffe sowohl auf die Milchzähne als auch auf die bleibenden Zähne zu.

Infoveranstaltungen sollen die Eltern für das Thema sensibilisieren. Denn die Verantwortung für die Zahngesundheit der Kinder liegt primär bei den Eltern. Sie müssen auf die richtige Ernährung achten, auf eine effektive Mundhygiene, eine ausreichende Fluoridzufuhr sowie auf regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen, sobald die ersten Zähne durchbrechen.

Die Kita-Kinder sollen nicht nur zuschauen, sondern auch richtig mitmachen. Mit viel Freude putzen sie ihre Zähne.

Die Kita-Kinder sollen nicht nur zuschauen, sondern auch richtig mitmachen. Mit viel Freude putzen sie ihre Zähne.

Quelle: Gabriel Poblete Young

Kinderzähne sollten bereits ab dem ersten Zahn geputzt werden und zwar morgens und abends jeweils nach den Mahlzeiten, erklärt die Zahnärztin. Aufgrund der noch nicht fertig entwickelten motorischen Fähigkeiten der Kinder sollten Eltern das Zähneputzen etwa bis zur dritten oder vierten Klasse begleiten und die Zähne ihrer Sprösslinge nachputzen – und zweimal jährlich mit ihnen zur zahnärztlichen Kontrolle gehen.

Karies entsteht, indem die in den Zahnbelägen vorhandenen Bakterien Zucker in Säuren verwandeln und die Säuren Mineralien aus der Zahnsubstanz herauslösen. Zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke über den ganzen Tag verteilt sind schädlich für die Zähne, gut ist daher ein zuckerfreier Vormittag. „Gefährlich sind vor allem zucker- oder säurehaltige Getränke aus der Nuckelflasche wie Fruchtsäfte oder gesüßte Tees“, betont Dr. Eva Richter-Niebuhr. Siekönnen frühkindliche Karies, die „Nuckelflaschenkaries“, auslösen. Das Kind sollte die Saugerflasche nicht zum Dauernuckeln bekommen. Als Durstlöscher eignen sich Wasser oder ungesüßte Tees.

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