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Nie wieder Fernseher und Radio lauter stellen
Gut hören

Gut Hören Nie wieder Fernseher und Radio lauter stellen

Wenn das Hörvermögen nachlässt, sollten Betroffene schnell reagieren. Ein angepasstes Hörgerät unterstützt – und ist kaum sichtbar.

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Stephanie Seemann setzt Noreen Brodel den Kopfhörer für den Hörtest auf.

Quelle: Sandra Remmer

Hannover. Das Hörvermögen lässt oft schleichend nach. Fernseher und Radio müssen immer lauter gestellt werden, der Gesprächspartner am Telefon scheint zu nuscheln und wird nicht mehr richtig verstanden. Manchmal ist es der Partner, dem zuerst auffällt, dass sein Gegenüber offenbar nicht mehr so gut hört. Was dann folgt, ist der Gang zum Hals-Nasen-OhrenArzt oder zum Hörgeräteakustiker. Treffen kann die Schwerhörigkeit jeden, von Alt bis Jung. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und reichen von einer dauerhaften Lärmbelastung über Spätfolgen überstandener Infektionskrankheiten, Nebenwirkungen von Medikamenten bis hin zu einer altersbedingten Hörminderung.

Erstellung eines Hörprofils

Erste Auskunft darüber, was die Ursache für die eingetretene Hörminderung ist, gibt eine Untersuchung des Ohres mit einem Othoskop. Dieser Blick zeigt, ob eventuell nur eine Verschmutzung des Ohres schuld an den Problemen ist. Ist das nicht der Fall, wird ein individuelles Hörprofil erstellt. „Anhand eines Ohrenmodells erklären wir unseren Kunden ganz genau, wie das Hören funktioniert“, erklärt Stephanie Seemann, Hörgeräteakustikmeisterin bei Korallus Hörakustik.

Kleinere Reparaturen am Hörgerät nimmt Stephanie Seemann direkt im Geschäft vor.

Kleinere Reparaturen am Hörgerät nimmt Stephanie Seemann direkt im Geschäft vor.

Quelle: Sandra Remmer

Das Hörprofil, umgangssprachlich auch Hörtest genannt, erfolgt in unterschiedlichen Frequenzbereichen. Von einer Hörminderung betroffen sind anfangs überwiegend die hohen Frequenzbereiche. Bei einer fortgeschrittenen Hörschwäche dehnt sich diese auch auf die anderen Bereiche aus. Als Folge davon verliert das Gehirn irgendwann seine Fähigkeit, den Unterschied zwischen zwei Lauten zu erkennen. „Umso wichtiger ist es, dass auch kleine Hörminderungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden, um so den Folgen von Schwerhörigkeit effektiv entgegenwirken zu können“, sagt Stephanie Seemann. Als Folge der beginnenden Schwerhörigkeit berichten viele Betroffene von zunehmender Konzentrationsschwäche und letztendlich auch dem Verlust von Lebensfreude.

Wieder richtig hören lernen

Bevor der Betroffene ein individuell auf seine Bedürfnisse angepasstes Hörgerät erhält, empfehlen die Experten von Hörgeräte Korallus eine terzo-Gehörtherapie. Dieses Training wirkt wie eine Fitnesskur für das Gehirn und kann dabei helfen, die Signalverarbeitung im Gehirn zu aktivieren, das Hörvermögen zu steigern, Sprache auch in lauter Umgebung wieder besser verstehen zu könne, sich wohler und fitter zu fühlen, wieder aktiver leben und sich besser konzentrieren zu können. Eine unverbindliche Beratung zur terzo-Gehörtherapie bieten die Mitarbeiter von Korallus Hörakustik in allen ihren Filialen an.

Das Hörgerät - oder die Brille für das Ohr

Hörgeräte der modernen Generation sind kaum mehr sichtbar.

Hörgeräte der modernen Generation sind kaum mehr sichtbar.

Quelle: Sandra Remmer

Nach erfolgreichem Abschluss des Hörtrainings erhält der Betroffene sein Hörgerät, das er auf Dauer tragen wird. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen Hörgeräte deutlich sichtbar am Kopf getragen wurden. Hörgeräte der neuesten Generation sind zum Teil so klein und filigran gearbeitet, dass sie überhaupt nicht mehr auffallen. Zudem gibt es auch solche Geräte, die im Ohr getragen werden. Die Hörgeräteakustiker helfen und beraten ihre Kunden bei der Auswahl des richtigen Geräts. „Es gibt sogar schon Hörgeräte, die über eine App auf dem Smartphone gesteuert werden können“, berichtet Seemann. Für den Nutzer bieten diese Geräte viele Vorteile. So kann er zum Beispiel nicht nur die Lautstärke des Geräts über das Smartphone regeln, sondern auch mit dem Hörgerät Musik hören.

Hörgeräte helfen auch bei Tinnitus

Volksleiden Tinnitus — der Anteil derer, die an diesem subjektiven Geräusch, das nicht messbar ist, leiden, wächst stetig. Genauso wie für die Hörminderung gibt es auch beim Tinnitus viele unterschiedliche Gründe, die zu diesem Leiden führen. Zum einen könnte eine Schädigung oder ein Absterben der Haarsinneszellen im Inneren des Ohres dafür verantwortlich sein, zum anderen nehmen Nervenzellen im zentralen Hörsystem Informationen „von ihren Nachbarn“ auf, die nichts mit dem Gehör zu tun haben - zum Beispiel bei Patienten mit Kiefergelenksproblemen oder bei Verspannungen in der Halswirbelsäule. Viele Tinnitus-Patienten können zusätzlich an einer fortschreitenden Lärmempfindlichkeit leiden. Geräusche werden von Betroffenen lauter wahrgenommen, als sie tatsächlich sind. Dies kann auch dazu führen, dass der Tinnitus als lauter empfunden wird - was zu einer zunehmenden psychischen Belastung führen könnte.

„Gegen Tinnitus gibt es keine Pauschallösung“, weiß Gabriele Korallus. Ihre Empfehlung für Tinnitus-Geplagte lautet allerdings: Raus aus der Stille. Denn je weniger Geräusche der Betroffene noch wahrnehmen kann, umso mehr konzentriert er sich auf den dauerhaften Ton im Ohr. Unterstützend dabei ist auch der Einsatz eines Hörgerätes, welches dem Betroffenen das Hörvermögen in den Frequenzbereichen zurückgibt, in denen es gestört ist. Dadurch, dass der Tinnitus-Patient dann wieder mehr hört, fokussiert er sich nicht mehr so stark auf das Permanentgeräusch im Ohr.

Wenn kein Hörgerät mehr hilft

Ist die Schwerhörigkeit so weit fortgeschritten oder das Innenohr so stark geschädigt, dass Hörgeräte nicht mehr den gewünschten Erfolg bringen, bleibt die Möglichkeit, ein Hörgerät im Innenohr zu implantieren. Diese sogenannten Cochlear-Implantate werden häufig auch bei Kindern eingesetzt, um die Sprachentwicklung zu ermöglichen.

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Von Redakteur Sandra Remmer