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„Wir müssen uns vorbereiten“
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Interview „Wir müssen uns vorbereiten“

Gesundheit und Älterwerden sind Topthemen für die Region Hannover. Ein Interview mit Cora Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Gesundheit.

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Cora Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Gesundheit, leitet das Projekt Gesundheitsregion.

Quelle: Christian Behrens

Hannover. Das Gesundheitsamt sieht sich als Dienstleister für die Menschen, die hier leben. Was heißt das?

Das Gesundheitsamt der Region Hannover ist für alle 1,1 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Region Hannover zuständig. Wir kümmern uns darum, dass alle Voraussetzungen für ein gesundes Leben geschaffen werden. Wir werden vorbeugend tätig, um die in der Region Hannover lebenden Menschen vor Krankheiten zu schützen. Und wir greifen ein, um Krankheitserreger einzudämmen. Das Gesundheitsamt in der Weinstraße, übrigens das größte bundesweit, ist ein wichtiger Anlaufpunkt. Es ist mit seinem breiten Beratungsangebot in Gesundheitsfragen ein guter Ratgeber.

Was tut das Gesundheitsamt im Einzelnen?

Wir informieren die Menschen beispielsweise über Impfungen und Krankheiten, untersuchen Trinkwasser und Badegewässer und stehen bei Fragen zu Hygiene Rede und Antwort. Wir sind für den Verbraucherschutz, den Tierschutz und die Tierseuchenbekämpfung zuständig. Unser Ziel ist es, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger im Bereich Gesundheit wohl und sicher fühlen können.

Ein besonderes Anliegen ist uns die Förderung der Gesundheit und die Prävention. Dabei kommt uns zugute, dass wir als Gesundheitsamt für die 20 Umlandkommunen und die Landeshauptstadt Hannover zuständig sind und so die Erfahrung aus dem ländlichen Umland und dem städtischen Bereich aufeinander abstimmen können.

Bietet das Gesundheitsamt auch Behandlungen an?

Zunächst kann sich jeder impfen lassen, auch vor Reisen. Dann aber gibt es Menschen, die nicht zu einem „normalen“ Arzt gehen können oder wollen, weil sie keine Krankenversicherung haben, sich vielleicht sogar illegal in der Region aufhalten.

Das Gesundheitsamt ist auch für den Bereich Veterinärmedizin zuständig.

Ja, auch das ist eine Besonderheit, die wir als Vorteil sehen. Denn es braucht gesunde Tiere, damit die Menschen gesund bleiben. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der logischerweise auch Beratung und Aufsicht über die Betriebe einschließt, die Lebensmittel verarbeiten: landwirtschaftliche Höfe, Schlachtereien, die Gastronomie.

Im vergangenen Jahr haben Sie das Projekt Gesundheitsregion gestartet. Was steckt dahinter?

In der Region leben von Jahr zu Jahr mehr ältere und sehr alte Menschen, die an spezifischen Erkrankungen wie Demenz oder an Multimorbidität leiden, also an vielen Krankheiten zugleich. Darauf müssen wir uns vorbereiten: Wir beraten schon jetzt Menschen im Gesundheitsamt zum Thema „Fit bleiben im Alter“. Das allein genügt natürlich nicht. Daher das Projekt Gesundheitsregion. Wir sind dabei, alle miteinander zu vernetzen, die für Gesundheit zuständig sind - zunächst Ärzte, Krankenhäuser, Rehakliniken und Heime, dann aber auch die Organisationen dahinter: Krankenkassen, Ärztekammern, die Kommunen und die Region.

Was soll daran neu sein? Die Akteure kennen sich doch.

Sicher. Aber es gibt keine festgelegten Wege, wer wen wann wie kontaktiert. Wir wollen daher effiziente Strukturen schaffen, damit die Behandlung beschleunigt werden kann. So weiß der Arzt künftig, mit wem er über eine unklare Diagnose sprechen kann. Und er kann schnell in Erfahrung bringen, welches Krankenhaus beispielsweise gut zur Behandlung eines Darmverschlusses ausgerüstet ist oder welche Rehaklinik am besten nach einer Hüft-OP gewählt werden sollte. Natürlich findet sich das heute auch. Aber es dauert zu lange. Das bindet Ressourcen und belastet Patientinnen und Patienten unnötig.

Projekt Gesundheitsregion

Die Gesundheitsversorgung zukunftsfähig machen – das ist das Ziel des Projekts Gesundheitsregion, das seit rund anderthalb Jahren in der Region Hannover läuft.

Bei der 2. Gesundheitskonferenz werden alle Partner sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammenkommen, über bisherige Erfolge berichten und Impulse für die weitere Arbeit setzen. Die Gesundheitskonferenz findet am Freitag, 9. Juni 2017, im Regionshaus, Hildesheimer Straße 18, statt. Weitere Infos dazu gibt es online unter www.hannover.de, Stichwort „Gesundheitsregion“.

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