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Kassen übernehmen Brillenkosten je nach Dioptrienwert und Material
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Krankenkassenzuschuss Kassen übernehmen Brillenkosten je nach Dioptrienwert und Material

Für Menschen, die stark fehlsichtig sind, gibt es gute Nachrichten: Wenn sie mintestens 6 Dioptrien oder mit Hornhautverkrümmung 4 Dioptrien haben, zahlt die Krankenkasse künftig etwas zu den Brillengläsern dazu. Ein entsprechendes Gesetz soll Ende März oder Anfang April in Kraft treten.

Hannover. Darüber dürften sich stark Fehlsichtige freuen: Künftig tragen die gesetzlichen Krankenkassen ab einer Fehlsichtigkeit von mehr als 6 Dioptrien einen Teil der Kosten für eine Sehhilfe. Brillenträger mit einer Hornhautverkrümmung erhalten den Zuschuss sogar schon ab mehr als 4 Dioptrien. Ein Erfolg für den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). Er hatte die bisherige Regelung als Missstand empfunden und Gespräche mit der Politik geführt. „Es kann nicht sein, dass Menschen mit schweren Sehfehlern ohne geeignete Sehhilfe bleiben“, hatte noch DBSV-Präsidentin Renate Reymann moniert.

Was galt bisher?

Bisher bekamen Versicherte ab 18 Jahren nur dann eine Brille oder Kontaktlinsen von ihrer Krankenkasse bezahlt, wenn sie mit der Sehhilfe maximal 30 Prozent Sehvermögen erreichten. Davon waren also nur sehr wenige Versicherte betroffen. Die neue Regelung spricht deutlich mehr Anspruchsberechtigte an.

Was bezahlt die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt keine Kosten für das Brillengestell, lediglich für die Gläser. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bestimmt dafür Festbeträge. Diese richten sich nach dem Dioptrienwert und dem Material der Gläser. Welche für den Patienten infrage kommen, ist vom Krankheitsbild abhängig. Ein Augenarzt muss die Fehlsichtigkeit diagnostizieren und ein Rezept ausstellen, damit die Krankenkasse die Kosten trägt. Möchte der Patient teurere Brillengläser, zum Beispiel mit Entspiegelung oder mit einem besonders dünnen Schliff, muss er die Preisdifferenz selbst bezahlen.

Wie oft gibt es eine neue Brille auf Rezept?

Ein neues Rezept wird ausgestellt, wenn sich die Fehlsichtigkeit um mindestens 0,5 Dioptrie verändert hat oder die Sehhilfe wegen Verschleiß repariert oder ausgetauscht werden muss.

Ist auch ein Zuschuss für Kontaktlinsen möglich?

Kontaktlinsen gibt es nur in medizinisch zwingenden Ausnahmefällen, zum Beispiel, wenn die Versicherten laut Attest eine Kurz- oder Weitsichtigkeit von mindestens 8 Dioptrien aufweisen.

Was gilt für Kinder und Jugendliche?

Unter 18-Jährige haben schon bisher notwendige Sehhilfen von der Kasse bezahlt bekommen. Künftig sollen aber auch teurere Gläser aus Polycarbonat von der Kasse übernommen werden, die stabiler sind und sich deshalb besonders gut zum Beispiel für den Schulsport eignen.

Wann tritt das neue Gesetz in Kraft?

Der Bundesrat hat am 10. März abschließend über das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung beraten, es war jedoch nicht zustimmungspflichtig. Jetzt muss es vom Bundespräsidenten unterschrieben und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. Das Bundesministerium für Gesundheit rechnet damit, dass das Gesetz Ende März bis Anfang April in Kraft tritt.

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