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Eine neue Linse, bitte
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Interview Eine neue Linse, bitte

Fehlsichtigkeit gehört zu ein em der verbreitetsten Volksleiden in Deutschland. Rund 40 Millionen Deutsche tragen eine Brille. Wer auf eine Sehhilfe angewiesen ist, jedoch ein Gestell auf der Nase oder Kontaktlinsen umgehen möchte, hat noch die Alternative einer Augenlaserung. Voraussetzung für diesen operativen Eingriff an der Linse ist jedoch eine ausreichend dicke und stabile Hornhaut.

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Etwa jeder zweite Deutsche ist auf eine Sehhilfe angewiesen.

Quelle: istockphoto.com/gilaxia

Hannover. Des Weiteren darf sich die Sehstärke in den vorangegangenen Jahren nicht groß verschlechtert haben. „Sonst ist ein solcher Eingriff von einem kurz anhaltenden Erfolg“, erläutert Georg Eckert, Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte (BVA), im Interview.

Welche weiteren Alternativen gibt es also, um die Sehkraft zu verbessern?

Eine erfolgreiche und verbreitete Möglichkeit ist die Implantation einer künstlichen Linse vor die eigene. Der Vorteil dabei ist, dass diese sogenannte ICL ausgetauscht werden kann, wenn sich etwa die Sehstärke verändern sollte. Anders als bei der Behandlung des grauen Stars wird die Linse aufgesetzt und die eigene nicht ausgetauscht.

Ab einem Alter von 70 Jahren ist fast jeder von einer Grauen-Star-Erkrankung betroffen. Dabei trübt sich die Linse ein und die Sehleistung mindert sich mehr und mehr. Wird die getrübte Linse durch eine künstliche ersetzt, kann diese mit entsprechender Sehstärke eingesetzt werden und der Graue-Star-Patient sieht nun wieder ohne Sehhilfe deutlich besser - schärfer und klarer - als zuvor noch mit Brille auf die Nähe oder Ferne.

Und kann die Sehstärke zudem mit einer entsprechenden Ernährung - Stichwort „Mythos Möhren“ - oder gezielten Augenübungen etwa durch Abdecken und Fokussieren verbessert werden?

Nein, hier verbleiben wir beim Mythos. Das wäre so, als wollten Sie Ihre Schuhgröße von 42 durch Übungen auf eine 41 schrumpfen lassen. Weder bestimmte Nahrung noch „Augenrollen“ können Einfluss auf die Sehstärke haben.

Gibt es weitere Möglichkeiten, die Sehstärke zu verbessern?

Neben einer „gängigen“ Fehlsichtigkeit auf die Nähe oder Entfernung beeinträchtigen auch Augenkrankheiten unsere Sehfähigkeit. Erkennt man diese frühzeitig, lassen sie sich häufig sehr gut und effektiv behandeln. Neben der „Alterskrankheit“ grauer Star gibt es noch die Erkrankung des grünen Stars. Hierbei greift ein schleichend steigender Augendruck den Sehnerv an, was diesen auf längere Sicht betrachtet zerstört. Tückisch ist, dass der Betroffene keine Beschwerden hat und die Krankheit meist erst dann deutlich wird, wenn die Sehschwäche bereits darunter leidet. Wird die Erkrankung aber frühzeitig vom Augenarzt erkannt, kann ihr mit einer recht unaufwendigen Augentropfentherapie erfolgreich entgegengewirkt und somit der Sehnerv gerettet werden. Daher rate ich ab einem Alter von 40 Jahren einmal im Jahr zu einem Check beim Augenarzt. Zwar werden die Kosten für die Vorsorgeuntersuchung auf grünen Star nicht von den Krankenkassen übernommen, sie liegt jedoch mit etwa 25 Euro in einem finanzierbaren Bereich.

Linsenimplantation

Über einen winzigen Einschnitt im Millimeterbereich in das Auge wird die künstliche Linse vor die körpereigene eingesetzt. Der Eingriff ist ambulant und dauert normalerweise zehn bis 15 Minuten pro Auge.

Die Linsenimplantation ist für den Patienten in der Regel völlig schmerzfrei und kann daher in lokaler Betäubung durchgeführt werden. Die Operation wird im Augeninneren vorgenommen. Daher gibt es ein potenzielles Infektionsrisiko – wie grundsätzlich bei jedem chirurgischen Eingriff. Der Eingriff gilt jedoch generell als äußerst risikoarm. Schwangere Frauen und Patienten unter 18 Jahren sind grundsätzlich von dieser Art der Augenlinsen-OP ausgeschlossen. Und die Dioptrien sollten sich in den ein bis zwei Jahren zuvor nicht verändert haben. Die Kosten der Behandlung starten ab etwa 2400 Euro und werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Carolin Kretzinger

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