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Familienbindung stärken: Wellnessprogramme für Kinder

Gesundheit Familienbindung stärken: Wellnessprogramme für Kinder

Schon die Kleinsten können heute zur Maniküre gehen. Oder sie verbringen bei einem Spa-Tag Zeit in der Sauna oder bei der Massage. Aber wie viel Sinn machen Wellnessangebote für Kinder eigentlich?

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Fördert die Entspannung und den Familienzusammenhalt: Bei der Massageschulung im Spa vom Hotel «Cavallino Bianco» lernen Kinder und Eltern, sich gegenseitig zu massieren.

Quelle: Cavallino Bianco Family Spa Grand Hotel

Köln. Ein Beautysalon für Kinder, mit Wellnessbehandlungen schon für Babys? In Deutschland ist diese Idee relativ neu. In den USA nicht. "Hier gibt es Maniküre und Pediküre für Babys, Make-up für Kleinkinder und Rasuren für achtjährige Jungen", erklärt die Dermatologin Uta Schlossberger.

Sie kritisiert zum einen, dass solche Anwendungen schon sehr früh das Aussehen zum zentralen Anliegen machen. Und den Ernst, mit dem diese Beautysalons in den USA betrieben werden. Weniger kritisch sieht sie dagegen Angebote, die mit Spiel und Spaß verbunden sind.

Petra Ganthaler, Beauty- und Spa-Manager vom Hotel "Cavallino Bianco" in St. Ulrich versucht sich an einer Erklärung, warum heute auch Wellness für die Kleinen beliebt ist: "Auch Kinder sollten in die Welt der Wellness und der Entspannung eingeführt werden. Auch sie sollten sich im Urlaub zu hundert Prozent wohlfühlen, frei von Schulstress." Dementsprechend bietet das Hotel in Südtirol ein Programm für die Kleinen. Kinder von 5 bis 11 Jahren können sich dort mit Massagen oder pflegenden Packungen verwöhnen lassen.

"Vorteil einer Kinderbehandlung ist sicherlich an erster Stelle die Entspannung, die engere Beziehung zwischen Eltern und Kind durch den Austausch von Zärtlichkeiten oder die simple Tatsache, sich einfach für einen Tag als Prinzessin, also sich als etwas Besonderes zu fühlen oder eine gemeinsame Zeit mit seinen Lieben zu verbringen", sagt Ganthaler. So gibt es ein Angebot, bei dem die ganze Familie eine kleine Massageschulung bekommt und das Gelernte später gegenseitig ausprobieren kann.

"Ein gesundes Maß macht Spaß", beurteilt Schlossberger die Wellnessangebote. "Eine Massage wird dem Töchterchen sicher nicht schaden." Aber die Sache sollte nicht aufgebauscht werden. Gut kann für Kinder sein, dass sie in einem Beautycenter ihre Sinne bewusst wahrnehmen, etwa bei Bäderbehandlungen mit fein riechenden Duftölen. Dabei lernen sie etwas über natürliche Pflege und sich etwas Gutes zu tun. "Allerdings sollte man eines wissen: Die klassischen Spa-Anwendungen für Erwachsene fördern bei Kindern weder Kreativität noch Intelligenz und helfen auch nicht gegen Lernprobleme", stellt Schlossberger klar. Im Gegenteil langweiligen sich manche Kinder, wenn sie eine halbe Stunde lang stillliegen müssen.

Kritisch sieht auch Lutz Hertel vom Deutschen Wellnessverband den Trend zur Kinderwellness: Er findet, dass Kinder für ihre Entwicklung andere Dinge brauchen, um etwa Beweglichkeit und Koordination zu schulen. "Dazu gehören unter anderem betreute Erfahrungen und Erlebnisse in der Natur."

Für Massageangebote speziell für Kinder kann es durchaus Gründe geben, erklärt der Orthopäde Roman Zirwen. "Wie bei Erwachsenen kann man auch bei Kindern mit Hilfe von Massagen Verspannungen lösen. Und die treten durchaus auf. Zum Beispiel während einer Wachstumsphase oder durch Fehlhaltungen." Beauty-Behandlungen sieht Zirwen aber als wenig effektvoll an: Wichtiger erachtet er, verstärkt auf gesunde Ernährung zu achten.

dpa

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