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Ersetzt der Apfel die Zahnbürste?

Zähne und Säure Ersetzt der Apfel die Zahnbürste?

Reich an Mineralstoffen tut die Frucht unserem Gebiss Gutes und Schlechtes. Im Falle der Säureerosion können Fette, Käse- und Quarkspeisen helfen, fehlendes Calciumphosphat zu ersetzen.

Hannover. Viele kennen die alte Volksweisheit, dass der Verzehr eines Apfels die fehlende Zahnbürste ersetzen kann. Heutzutage lässt sich feststellen, dass das Obst natürlich kein adäquater Ersatz ist. Eine Zahnbürste reinigt die Zähne gründlich. Grundsätzlich ist ein Apfel aber gesund - auch für die Zähne, weil man kräftig zubeißen muss. Die Frucht enthält mehr als 30 verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente. Dazu gehören unter anderem Eisen und Kalium, das den Wasserhaushalt reguliert. Durch seine zahlreichen Fruchtsäuren ist der Apfel gut für die Zahngesundheit. Doch abends nach dem Zähneputzen sollte man auf den Verzehr verzichten. Der Speichel braucht nämlich bis zu 20 Minuten für die Remineralisierung der Zähne. Äpfel enthalten Fruchtsäuren, die den Zahnschmelz angreifen. Also lieber am Nachmittag zubeißen.

Zahndefekte durch die Nahrung können auf direktem oder indirektem Weg entstehen. Direkt schädlich ist der Einfluss von Säuren - man spricht hier von Säure-erosion, die zu flächenhaftem Verlust der Zahnsubstanz führt. In diesem Fall nimmt diese so stark ab, dass die Relation zwischen Ober- und Unterkiefer verloren gehen kann. In den Lebensmitteln kommen solche Säuren in Form von Zitronensäure, Äpfelsäure oder Phosphorsäure vor - Letztere findet sich auch in Cola.

Calciumphosphate schwimmen davon

Die Säure löst die oberflächliche Zahnsubstanz an. Ein Teil der dort eingelagerten Calciumphosphate schwimmt einfach mit dem Speichel oder mit dem Getränk davon. Außerdem kann die erweichte Zahnhartsubstanz beim Zähneputzen oder durch harte Nahrung zusätzlich abgetragen werden. Natürlich bewegt man sich bei diesem Effekt im Mikrometer-Bereich - die Substanz erweicht jedes Mal in einer Schichtdicke von etwa 0,001 Millimetern. Das wirklich Dramatische ist der Summationseffekt: Denn wer dauernd Cola oder Orangensaft trinkt, wird die Wirkung nach einiger Zeit sicher spüren.

Ganz schlecht für die Zähne ist das sogenannte „Sipping“ , also das schlückchenweise Trinken säurehaltiger Getränke über den ganzen Tag verteilt. Denn dadurch kommt es immer wieder zu einer pH-Absenkung, eine Regeneration durch den Speichel ist kaum möglich. Normalerweise hat der Speichel eine Pufferfunktion und sorgt für die Remineralisierung der Zähne.

Diese Speisen tun den Zähnen gut

Calciumhaltige Produkte, zum Beispiel Joghurt und Käse, scheinen bei einem Zahn mit Erosion bis zu einem gewissen Grad dafür sorgen zu können, dass dieser Zahn das fehlende Calciumphosphat ersetzen kann. Auch Fette scheinen eine Schutzwirkung zu haben, denn sie legen sich als Film auf Zähne und Zahnfleisch. Dadurch können sich Kariesbakterien nicht so gut anheften und daher nicht so viele Schäden verursachen.

Käsebrötchen als Zwischenmahlzeit

Hier sollten die Menschen solche Lebensmittel bevorzugen, die nicht zahnschädigend sind und nicht gesüßt sind. Zuckrige Snacks und Riegel sind nicht geeignet - aber diese sind ja bekanntermaßen auch für die sonstige Gesundheit nicht zu empfehlen. Das beliebte Käsebrötchen ist aber für die Zähne völlig in Ordnung, denn die darin enthaltene Stärke ist ein so großes Molekül, dass die Bakterien im Mund es nur sehr langsam verstoffwechseln können. Daher kommt es nicht zur zahnschädigenden, schnellen pH-Absenkung.

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