Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Feste oder herausnehmbare Zahnspange?

Korrektur von Zahn-Fehlstellungen Feste oder herausnehmbare Zahnspange?

Korrektur von Zahn-Fehlstellungen: Was Eltern beachten sollten und ab wann eine Behandlung überhaupt sinnvoll ist.

Voriger Artikel
Gewöhnung an Zahnprothese braucht Zeit
Nächster Artikel
Kieferorthopädie – ein Leben lang

Bei leichten Fehlstellungen oder als Vorbereitung für eine feste Spange: Eine lose Zahnspange wird an das Gebiss angepasst. Das Kind trägt sie vor allem nachts. Tagsüber wird sie zum Essen und beim Sport herausgenommen.

Quelle: Cornelis Gollhardt/proDente e. V./dpa-tmn

Hannover. Kieferorthopäden verschreiben etwa jedem zweiten Kind in Deutschland eine Zahnspange. Dabei empfehlen sie häufig Zusatzleistungen, die nicht von der Kasse übernommen werden. Wer nicht zu viel zahlen möchte, sollte sich genau informieren.Ausgeprägte Fehlstellungen gelten in Deutschland seit einem Urteil des Bundessozialgerichts aus dem Jahr 1972 als Krankheit. Die Krankenkassen bezahlen daher bis zum 18. Lebensjahr eine medizinisch notwendige Korrektur. Aber ab wann ist eine Behandlung wirklich sinnvoll?

Um zu beurteilen, ob ein Kind eine Zahnspange braucht, orientieren sich die Ärzte an kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG). Fehlstellungen des Schweregrads 1 und 2 gelten als so geringfügig, dass die gesetzlichen Kassen die Kosten für eine Zahnspange nicht übernehmen. Ab Grad 3 bezahlen sie die Korrektur. Entscheiden sich die Eltern für eine Behandlung ihres Kindes, sollte sie beginnen, bevor das Kieferwachstum abgeschlossen ist. „Das ideale Alter liegt bei etwa zehn bis 13 Jahren“, sagt Dirk Kropp.

Ob ein Patient eine herausnehmbare oder feste Zahnspange benötigt, hängt vom Befund ab. „Meistens macht man eine Kombination aus beidem“, sagt Hub van Rijt, Zahn-arzt mit Tätigkeitsschwerpunkt Kieferorthopädie aus Bielefeld. Ist das Behandlungsziel irgendwann erreicht, kann die Zahnspange entfernt werden. Um das Ergebnis zu stabilisieren, schließt sich dann die sogenannte Retentionsphase an. Hinter den Frontzähnen wird ein Draht befestigt – ein Retainer –, der ein bis zwei Jahre dort bleiben sollte. „Wenn der Draht nicht stört, kann man ihn auch fünf oder zehn Jahre im Mund lassen“, sagt van Rijt. Häufig verschieben sich die Zähne wieder ein wenig, wenn man den Retainer herausnimmt. Dies bedeute aber nicht, dass die Behandlung misslungen sei, betont van Rijt: „Das funktionelle Ergebnis bleibt.“

Wenn Eltern unsicher sind, ob die angebotenen Leistungen sinnvoll sind, rät van Rijt, eine Zweitmeinung einzuholen. Patienten können sich dazu bei Krankenkassen, Zahnärztekammern oder Verbraucherzentralen beraten lassen.

 dpa/tmn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Notrufsäule

Krankentransport, ärztlicher, zahnärztlicher und tierärztlicher Notdienst, Gift-Notruf, Hilfe bei psychischen Problemen oder Schwangere in Not - hier finden Sie die wichtigsten Rufnummern.mehr