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"Wie arbeiten Sie denn?" - Jeder Berufstätige kann über seine Zunft eine Geschichte erzählen. Doch die wirklich spannenden Fragen wagen viele nicht zu stellen. Dabei ist kaum ein Job langweilig. Diesen Monat: drei Fragen an den Concierge.

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André Höftmann arbeitet seit 2010 als Chefconcierge im Hotel Adlon Kempinski in Berlin.

Quelle: Hotel Adlon Kempinski Berlin/dpa-tmn

Berlin. André Höftmann (39) arbeitet seit 2010 als Chefconcierge im Hotel Adlon in Berlin. Er hat 1998 mit einer Ausbildung im Adlon angefangen, ist 2004 dort weg und 2010 als Chef-Concierge wiedergekommen. Er ist gebürtiger Berliner. Über das Leben als Concierge.

Was wünschen sich die Gäste am häufigsten?

Wonach ich am häufigsten gefragt werde, ist der Stadtplan. Und wo das Brandenburger Tor liegt. Das Adlon liegt direkt am Brandenburger Tor. Wenn man aus dem Haupteingang heraustritt und nach links schaut, steht da sofort das Brandenburger Tor. Das sind 200 Meter Luftlinie, und trotzdem fragen mich die Gäste danach. Das sind meistens Gäste, die das erste Mal in der Stadt sind. Die häufigste Formulierung, die ich höre, ist: "Wir sind das erste Mal in Berlin und haben drei Tage Zeit. Was können wir denn tun?"

Wollte ein Gast Sie schon einmal als Bediensteten behalten und mitnehmen?

Ja, allerdings nicht hier. Das war bei einer Arbeitsstelle vorher, in Spanien. Da hat mir jemand jedes Jahr aufs Neue angeboten, für ihn privat zu arbeiten. Das war ein spanischer Privatier, der sich um große Immobilien gekümmert hat, und mit dem ich privat ein sehr gutes Auskommen hatte. Faktisch fängt das damit an, dass er sagt: "Wenn du mal was anderes machen möchtest, als du gerade machst, sag mir Bescheid." Wenn man darauf nicht reagiert, wird das immer konkreter. Bis dahin, dass es dann irgendwann heißt: "Wenn du anfängst, für mich zu arbeiten, zahle ich dir diesen Preis." Ich habe abgelehnt, weil mein Herz dem Hotel gehört und ich viele Gäste um mich herum brauche.

Wird man privat auch ständig nach Empfehlungen gefragt?

Über kurz oder lang: Ja. Als Concierge ist man in der Stadt anders unterwegs, als ein Otto-Normalverbraucher. Man kennt sich über alle Stadtbezirke hinweg aus und wird deswegen auch nach Empfehlungen gefragt. Ich versuche es zu vermeiden, in der Stadt bekannt zu sein. Ich werde in kein Restaurant gehen und eine Reservierung unter meinem Namen machen. Ich werde auch nie aus dem Hotel in irgendeinem Restaurant anrufen und da eine Reservierung machen. Ich mache das immer unter dem Namen eines Freundes oder der Freundin, weil ich ja das erleben möchte, was auch der Gast bekommt.

dpa

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