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Initiativbewerbungen bieten Chancen

Beruf Initiativbewerbungen bieten Chancen

Sich bei einer Firma auf eine Stelle zu bewerben, die gar nicht ausgeschrieben ist - kann das funktionieren? Es kann. Wer sich gut vorbereitet und gut verkaufen kann, hat durchaus Chancen, jenseits der klassischen Stellenanzeigen einen Job zu finden.

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Eigeninitiative lohnt sich oft: Manche Firmen richten sogar eine neue Stelle ein, die individuell auf den Bewerber abgestimmt ist.

Quelle: dresden/ fotolia.com

Hannover. Die sogenannte Initiativbewerbung sei bei Unternehmen häufig auch gewünscht, weiß Berufsberater Michael Segert: „Personalabteilungen sind dankbar. Manchmal werden sogar ganz neue Stellen um so einen Bewerber drum herumgebaut.“

Wichtig ist allerdings, sich vorher gut über das Unternehmen zu informieren sowie die richtigen Ansprechpartner, Telefonnummern und E-Mail-Adressen zu kennen. Wer vorher anruft, kann sich später im Anschreiben auf das Telefonat beziehen. Und: „Man sollte genau wissen, was das Haus anbietet und was verlangt wird“, sagt Segert, „dann kann man seine Bewerbung danach ausrichten und sich mit seinem Alleinstellungsmerkmal positionieren.“ Karriereberaterin Bettina Lehmann ergänzt den Gedanken: „Das ist wie bei einem guten Verkaufsargument: Welcher Arbeitgeber braucht das, was ich Besonderes anzubieten habe? Welchen Nutzen hat er von mir?“

Auch die Größe der Firma kann eine Rolle spielen. „Bei kleineren und mittleren Unternehmen hat man eher die Chance, jemanden persönlich zu erreichen“, sagt Elke Gogolin vom Coachingunternehmen Karriere²: „Die großen haben immer häufiger Bewerbungsmanagementsysteme auf ihrer Webseite, das ist anonymer.“ Hierbei werden die Bewerbungsdaten über eine automatisierte Software eingegeben.

Es gibt allerdings auch große Unternehmen, die gezielt dazu auffordern, Initiativbewerbungen zu schreiben - wie etwa e.on oder BASF. Volkswagen setzt vorrangig auf Online-Bewerbungen über das hauseigene Karriereportal im Internet. „Grundsätzlich stehen wir Initiativbewerbungen offen gegenüber. Das zeugt von Motivation und Eigeninitiative“, sagt die Leiterin des VW-Bewerbermanagements in Wolfsburg, Kerstin Damm, und sie betont: „Natürlich sollte die Begeisterung für das Automobil zum Ausdruck kommen.“ Doch auch bei Initiativbewerbungen sei wichtig, dass der Bewerber klar macht, wie und wo er sich im Unternehmen einbringen will und welche Stärken er dafür mitbringe, hebt Damm hervor.

Einen anderen Weg geht die Continental AG. Bei dem Unternehmen aus Hannover sind zwar keine Initiativbewerbungen möglich. Aber immerhin kann nach einer Online-Registrierung der Stellenwunsch angegeben werden: „Sobald wir einen entsprechenden Job anbieten, bekommt der Interessent automatisch unseren Newsletter mit der Aufforderung zur Bewerbung zugeschickt“, erläutert Sehnaz Özden, Leiterin des Personal-marketings.

Auch wer arbeitslos gemeldet ist, braucht sich nicht zu scheuen, Initiativbewerbungen abzuschicken. „Arbeitslosigkeit ist kein Stigma. Man muss nur offensiv damit umgehen und erzählen, wie es dazu gekommen ist“, rät Berufsberater Segert. „In der Beratung werden unsere Kunden animiert, sich von sich aus zu bewerben“, sagt auch Rainer Kessler, Sprecher der Agentur für Arbeit in Hannover: „Da appellieren wir an die Kreativität.“

Wie bei jeder anderen Bewerbung auch müssen die üblichen Unterlagen enthalten sein: aussagekräftiges Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Projekte, Erfahrungen,Quali- fikationen, aktuelle Kontaktdaten.

Und wenn es auch bei Initiativbewerbungen immer wieder nur Absagen hagelt? „Man muss konstruktiv-sportlich damit umgehen“, empfiehlt Beraterin Lehmann. „Normale Verkäufer erleben das den ganzen Tag: Sie bekommen 100 Ablehnungen - aber beim 101. Versuch klappt es.“ Auch hier ist Geduld gefragt.

Harald Grube

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