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Ausbildung

Der Weg zum Wasserbauingenieur


Wasserbauingenieure werden hier in Deutschland dringend gebraucht, um Probleme zu lösen: Im Bereich des Küstenschutzes, beim Bau von Staudämmen und in der Erarbeitung von Hochwasserschutzmaßnahmen sind sie aktiv.

Aber sie müssen auch Antworten auf globale Fragen finden – weltweit haben Millionen von Menschen keinen Zugang zu sanitären Anlagen, von sauberem Trinkwasser ganz zu schweigen. In der Entwicklungsarbeit sind Ingenieure damit befasst, Brunnen zu bohren und für bessere Abwasserlösungen zu sorgen.

Vor eine große Aufgabe hat der verheerende Tsunami im Dezember 2004 die Wasserbauingenieure gestellt: Sie entwickeln Frühwarnsysteme, die bei künftigen Seebeben Menschen vor den Flutwellen warnen könnten. Hier ist das Franzius-Institut der Leibniz Universität Hannover federführend. Institutsleiter Prof. Torsten Schlurmann forscht mit Kollegen aus aller Welt an dem Schutzprogramm „Last-mile-Evacuation“, mit dem die eine Million Einwohner zählende Stadt Padang an der Küste Sumatras vor Flutwellen geschützt werden soll – spannende Aussichten also für künftige Wasserbau-Ingenieure.

Wer in diesem Bereich arbeiten will, absolviert ein Studium zum Bauingenieur. In Niedersachsen kann man das in Lüneburg, Oldenburg, Buxtehude, Braunschweig, Hildesheim, Holzminden und Hannover tun. Vor Antritt des Studiums muss ein mehrwöchiges Praktikum absolviert werden, die Regelstudienzeit beträgt dann sowohl im alten Diplom-Studiengang als auch bei Bachelor und Master zehn Semester. Im Studienverlauf kann der Bereich „Wasserwesen“ als Vertiefung gewählt werden. Die Spezialisierungsmöglichkeit auf Küsteningenieurwesen ist dagegen nur am Franzius-Institut und an der TU Braunschweig möglich. „Unsere Studenten werden regelrecht von den Unternehmen abgeworben“, sagt Prof. Schlurmann vom Franzius-Institut. „Und durch die abzusehende Erhöhung des Meerwasserspiegels werden immer mehr Experten für Küstenschutz gebraucht.“

Der Wasserbauingenieur arbeitet im öffentlichen Dienst, also bei Kommunen, Ländern und Bund (Wasser- und Schifffahrtsverwaltung), oder bei Verbänden, aber ebenso in Ingenieurbüros, bei Baufirmen oder Wasserversorgungsunternehmen. Er hat, wie fast alle Ingenieure, gute Aussichten auf eine Anstellung: 13.000 offene Stellen gab es laut Branchenverband VDI im Juli bundesweit im Bereich Bauingenieure.

Informationen gibt es im Internet unter www.fi.uni-hannover.de

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