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Schön und charakterstark: Buntbarsche im Aquarium halten
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Tiere Schön und charakterstark: Buntbarsche im Aquarium halten

Buntbarsche gelten als eine der vielseitigsten Fischfamilien fürs Aquarium. So unterschiedlich sind aber auch ihre Ansprüche - wenn man nicht aufpasst, kann das böse enden.

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Gestreift oder gefleckt wie dieser Schabemund-Buntbarsch: Die Fische sind ein echter Hingucker im Aquarium. Foto: Andrea Warnecke

Darmstadt. Die einen schwimmen strahlendblau durchs Wasser, andere schwimmen in Sonnengelb: Buntbarsche sind eine der artenreichsten Fischfamilien, Tausende unterschiedliliche gibt es. Und viele von ihnen sehen besonders schön aus.

Deshalb sind die Fische, die etwa in Indien, Afrika und Nordamerika beheimatet sind, auch bei Aquarienbesitzern sehr beliebt. Aber: Nicht jeder Buntbarsch sollte mit beliebigen Verwandten gehalten werden.

Buntbarsche werden in der Wissenschaft Cichliden genannt, erklärt Anton Lamboj, Wissenschaftler am Department für integrative Zoologie in Wien. Ihren Namen tragen sie wegen der meist bunten Färbung und des barschartigen Aussehens dieser Fische.

Besonders ihr buntes Äußeres macht Buntbarsche zu beliebten Hausfischen.

Stephan Koblmüller aus Graz erläutert, dass die Farbe der Schuppen für die Kommunikation der Buntbarsche wichtig ist - beispielsweise für die Partnerwahl oder für das Erkennen von Dominanz. Je nach sozialem Status der Fische ändert sich die Färbung - dominante Fische haben meist eine stärkere Färbung als weniger dominante.

Die Beulenkopf-Maulbrüter beispielsweise sind tiefblau. "Wunderschön blau gefärbte Fische sind in mittleren Wasserschichten in großen Seen, die ebenfalls blau sind, bestens getarnt", erklärt Biologe und Zoopädagoge Frank Velte.

Die vielen Arten der Buntbarsche unterscheiden sich aber nicht nur in der Farbe - auch Form, Größe und Verhalten sind ganz verschieden. Je nach Art könnten sie gemeinsam mit anderen Fischen im Aquarium gehalten werden oder nicht, sagt Koblmüller.

Beispielsweise Schlankcichliden und Schneckenbuntbarsche sollten besser nicht gemeinsam in einem Aquarium leben, da die einen aus dem Malawi-, die anderen aus dem Tanganijkasee in Afrika stammen. Kreuzungen gilt es deshalb zu vermeiden, da diese Buntbarsche auch in der Natur nicht aufeinandertreffen. Wer Buntbarsche mit Fischen anderer Familien halten will, sollte auch auf die Eigenschaften der Tiere achten: Da Buntbarsche meist sehr durchsetzungsstark sind, sollten sie laut Koblmüller mit ähnlichen Fischen gehalten werden.

Velte rät außerdem dazu, fischfressende Buntbarsche - wie Raubcichliden - nur mit etwa gleichgroßen Fischen zusammenzusetzen. Manche Raubcichliden werden recht groß, beispielsweise Zwergbuntbarsche aus Südamerika sind dagegen nur rund vier Zentimeter klein - diese beiden zusammen zu halten, könnte schwierig werden. "Größenmäßig sollen alle Fische etwa gleich sein", sagt auch Lamboj. Außerdem sollten Aquariumbesitzer Buntbarsche besser nicht mit anderen revierbildenden Fischen zusammensetzen - denn die Cichliden selbst sind schon dominant genug.

In privaten Aquarien sind Brabantbuntbarsche, Diskusfische, der Goldene Labidochromis und der Blaue Malawi-Buntbarsch besonders beliebt. Auch der bunt schimmernde Schabemund-Buntbarsch und der Salvins Buntbarsch werden oft zu Hause gehalten.

Im Auqarium ist es wichtig, den Fischen viele Verstecke und beispielsweise Wurzeln anzubieten, damit sie ihre Territorien gut abgrenzen können. Bei kleinen Buntbarschen wie den Malawisee-Cichliden sind Pflanzen im Aquarium in Ordnung. Bei größeren Arten sollte man besser auf das Grün im Wasser verzichten, weil die Buntbarsche zur Reviergestaltung und Futtersuche gerne graben.

Lamboj betont außerdem, dass die Buntbarsche auch untereinander durchaus aggressiv sein können. Das steigert sich vor allem in Zeiten der Brutpflege. Paarbildende Arten brauchen außerdem mehr Platz. Deswegen sollte man nicht zu viele Cichliden derselben Art in einem Aquarium halten - dabei kommt es aber immer auf die Größe des Aquariums und die jeweilige Art an.

Welchen pH-Wert das Wasser im Aquarium haben sollte, das ist ebenfalls ganz unterschiedlich und hängt von Art und Herkunft der Buntbarsche ab, erklärt Biologe Velte. Da informieren Halter sich am besten bei Zoologen oder in einer Tierhandlung.

Auch Koblmüller sagt: Bei der Haltung von Buntbarschen kommt es immer auf Herkunft, Größe und Dominanz der jeweiligen Art an. Wer sie halten möchte, sollte sich also gut informieren - und dann den Anblick der kunterbunten Buntbarsche im Aquarium entspannt genießen.

dpa

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