Die schleichende Entwertung der Ersparnisse ist in vollem Gange – da hilft nur eine klug gemischte Geldanlage, schreibt die Zeitschrift „Finanztest“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Die Geldanlageexperten der Stiftung Warentest raten zu einer Kombination aus sicheren Zinsanlagen und guten Aktienfonds, dazu maximal 10 Prozent Gold. Anleger, die sich vor allem aus Sicherheitsgründen für eine Immobilie entscheiden, sollten daran denken, dass sich ihr Haus kaum kurzfristig zu Geld machen lässt.
Der Goldpreis wiederum ist äußerst schwankungsanfällig. Dass er seit einem Jahrzehnt fast ununterbrochen nach oben strebt, muss für die Zukunft nichts heißen. In den zwei Jahrzehnten zwischen 1980 und 2000 wurde Gold sogar immer billiger.
Auch die Inflationssicherheit von Immobilien ist alles andere als bewiesen. Richtig ist, dass ein Haus oder Grundstück im Falle einer Geldentwertung nicht wertlos wird. Doch niemand weiß, in welchem Maße eine Immobilie einen allgemeinen Preisanstieg mitmacht. Der Markt unterliegt so vielen Unwägbarkeiten, dass in positivem wie negativem Sinne fast alles möglich ist.
Den Käufern, die in ihren eigenen vier Wänden dauerhaft wohnen wollen, kann das aber egal sein. Sie schlagen mehrere Fliegen mit einer Klappe, indem sie eine solide Anlage kaufen, jeden Monat Miete sparen und sich die zurzeit extrem niedrigen Zinsen für Immobilienkredite zunutze machen. Anders sieht die Sache aus, wenn die Immobilie in ein paar Jahren, zum Beispiel wegen eines Jobwechsels, wieder zum Verkauf stehen wird. Dann läuft der Besitzer Gefahr, dass er nur mit Verlust verkaufen kann.
Die Preise für Immobilien steigen nicht immer. Was für den Markt im Allgemeinen gilt, trifft auf das einzelne Haus oder Grundstück noch viel stärker zu. Selbst in Boomphasen sind manche Immobilien äußerst schwer oder gar nicht verkäuflich, weil sie große Mängel haben. Immobilien haben einen weiteren Nachteil, den sie mit anderen viel empfohlenen Sachwerten wie Kunstgegenständen oder Sammlungen aller Art teilen: Sie sind nicht jederzeit schnell zu Geld zu machen. Viele Anleger interessiert das nur am Rande – zu Unrecht. Auch ein boomender Immobilienmarkt nutzt dem Eigentümer herzlich wenig, wenn sich für sein Haus kein Käufer findet.
Zu Sachwerten, die in Krisenzeiten eine gewisse Sicherheit verheißen, zählen auch Aktien, denn sie ermöglichen eine direkte Beteiligung an Unternehmen und damit auch an deren Besitz, deren Produkten und Patenten. Aus nachvollziehbaren Gründen bringt dennoch kaum jemand Aktien mit Sicherheit in Verbindung. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sind starke Kursschwankungen an der Tagesordnung und zwischendurch extreme Verluste möglich. Auf lange Sicht sind solide Aktien und gute Aktienfonds aber nach wie vor eine empfehlenswerte Geldanlage, meinen die Experten von „Finanztest“. Die Anlage in Aktien brachte in der Vergangenheit im Durchschnitt bessere Renditen als alle anderen Anlageformen. Das bedeutet dann doch wieder guten Inflationsschutz.
Einzelne Aktien sind für die meisten Anleger allerdings zu heikel. Der Durchschnittsanleger nimmt besser von vornherein nur Aktienfonds. Damit beteiligt er sich indirekt an einer Vielzahl von Unternehmen. Am einfachsten geht das mit einem Indexfonds (ETF), etwa auf den weltweiten Aktienindex MSCI Welt, den die US-amerikanische Bank Morgan Stanley errechnet. Eine breiter streuende Aktienanlage mit einem einzigen Finanzprodukt gibt es kaum. Der MSCI Welt bildet die Wertentwicklung von etwa 1600 Aktiengesellschaften aus 20 Ländern ab.
Die Alternative für interessierte Anleger sind aktiv gemanagte Aktienfonds. Die besten von ihnen schafften in der Vergangenheit deutlich höhere Renditen als der breite Aktienmarkt. Allerdings kommen Anleger nicht umhin, die Fondsentwicklung regelmäßig zu kontrollieren.
ftd
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