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Versicherung

Positiver Trend beim Rechtsschutz


Die Stiftung Warentest hat deutliche Verbesserungen bei Versicherungsbedingungen festgestellt. Der Rechtsschutz hilft aber nicht bei allen Streitfällen - Verbraucher sollten deshalb unbedingt auf das Kleingedruckte im Vertrag achten.
Wer durch diese Tür muss, wird manchmal viel Geld los. Eine Rechtsschutzversicherung kann dann helfen.

Wer durch diese Tür muss, wird manchmal viel Geld los. Eine Rechtsschutzversicherung kann dann helfen.

© dpa

Eine gute Rechtsschutzversicherung kann im Streitfall viel Geld sparen. Denn Anwalts- und Gerichtskosten erreichen selbst bei Lappalien rasch vierstellige Summen. Viele Versicherer haben lohnenswerte Tarife im Angebot. Dafür gibt es Lob von der Stiftung Warentest. Doch auch der beste Vertrag helfe nicht immer, warnen die Verbraucherschützer. Deshalb gilt: auf das Kleingedruckte achten.

Das Stiftungsmagazin „Finanztest“ hat in seiner aktuellen Ausgabe (1/2011) 54 Angebote von Rechtsschutzversicherern unter die Lupe genommen. Immerhin 25 Versicherungspakete erhielten die Note „gut“. Das sind deutlich mehr als bei der letzten Untersuchung, als nur acht Anbieter gute Bewertungen schafften. Auch erfreulich: Die Preise der besten Anbieter sind kaum gestiegen. Testsieger sind die DAS (Tarif Premium), HDI Direkt und HDI-Gerling (jeweils Tarif Rundum Sorglos).

Mit 342 bis 403 Euro pro Jahr haben diese besten Angebote, die Privat-, Berufs-, Miet- und Verkehrsrechtschutz kombinieren, gleichwohl einen stolzen Preis. Deutlich günstiger ist die WGV (Tarif Optimal), die nur 231 Euro verlangt und im Test kaum schlechter abschneidet. Die genannten Angebote sind Familientarife. Das heißt, Partner und Kinder sind mitversichert.

Die Stiftung Warentest weist aber ausdrücklich daraufhin, dass Rechts­schutz­versicherungen nicht bei jedem Streit helfen. Häufige und teure Fälle – wie Scheidungs­kosten und der Streit im Baurecht – seien in der Regel ausge­nommen. Im Gegensatz zu früher, so die Experten, helfen zumindest einige Versicherungen auch bei Zwist mit Banken und Beratern wegen falscher Beratung bei Geldanlagen.

Ein Lob der Verbraucherschützer gibt es auch für die telefo­nische Rechts­beratung, die viele Versicherer inzwischen bieten. Kunden dürften oft auch zu nicht versicherten Rechts­problemen anrufen, so die Stiftung. Der telefo­nische Rechts­rat eigne sich aber eher für einfache Stan­dard­fragen als für komplexe Probleme.

Den Rechtsschutz zählen die Verbraucherschützer nicht zu den vordringlichsten Versicherungen. Wichtiger seien Privathaftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung.Wer dann noch Geld übrig habe, solle den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung prüfen. Teure Komplettpakete sind dabei nicht zwingend. Auf dem Markt gibt es viele einzelne Bausteine wie Verkehrs- oder Mietrechtsschutz, die unter 100 Euro im Jahr zu haben sind. Wer einen Selbstbehalt von 150 Euro vereinbart, also im Versicherungsfall diesen Anteil selbst bezahlt, bekommt zudem deutlich günstigere Verträge.

Die getesteten Rechtschutz-Verträge zahlen laut „Finanztest“ zum Beispiel bei einem Streit mit dem Finanzamt vor Gericht, bei Schadensersatzklagen nach einem Unfall, aber auch bei Kündigungen oder bei Streit über ein schlechtes Arbeitszeugnis. Beim Entzug des Führer­scheins springen den Experten zufolge ebenfalls alle Anbieter ein. Bei guten Verträgen zahlt der Versicherer zudem bereits die Anwaltsberatung und nicht erst, wenn ein Fall vor Gericht landet.

Wer Rechtsschutz für künftige Streitfälle mit dem Anlageberater sucht, dem empfiehlt die Stiftung Warentest allerdings, zuvor genau das Kleingedruckte im Vertrag zu studieren. Noch immer zahlen viele Versicherungen bei solchen Auseinander­setzungen gar nicht, andere treten nur bei Anlagesummen bis zu 25 000 Euro ein. Wer aus dem Internet Musik oder Filme herunterlädt und dafür eine teure Abmahnung eines Anwalts erhält, dem hilft sein Rechtsschutz ebenfalls nicht, weil Streit ums Urheberrecht in der Regel nicht vom Vertrag abgedeckt ist.

Thomas Wüpper

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