Es muss nicht gleich ein Steuerberater her, wenn man bei der Steuererklärung Hilfe benötigt. Steuer-CDs helfen zumindest in einfachen Fällen auch schon weiter. Mit einem ausführlichen Fragebogen erfassen die Programme die Steuerdaten der Nutzer, um die voraussichtliche Rückerstattung zu berechnen, die Daten ans Finanzamt zu übertragen und einen Kurzausdruck zu erstellen, den der Steuerpflichtige noch per Post hinterherschickt. Allerdings muss man das Programm erst installieren und hinterher oftmals sogar noch aktualisieren. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen.
Doch mittlerweile gibt es Abhilfe. Online-Steuererklärungen machen Installationen und Updates überflüssig. Vor der Eingabe der Daten in eine Internetmaske muss man sich lediglich registrieren. Dann wird der Nutzer in Interview-Form Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt.
Mit Durchschnittswerten machen die Anbieter ihren potenziellen Kunden eine Investition schmackhaft. Bei Lohnsteuer Kompakt soll die Steuererstattung pro Nutzer bei 1180 Euro liegen, Smartsteuer holt für seine Anwender angeblich 823 Euro vom Fiskus zurück. Doch die Höhe einer etwaigen Rückerstattung hängt in erster Linie von den Ausgaben ab, die ein Steuerzahler absetzen kann. An den Vorsorgeaufwendungen, der Summe von Spenden oder der Entfernung zum Arbeitsplatz ändert sich mit dem Wechsel zur Online-Steuererklärung aber nichts.
„Lohnsteuer Kompakt ist mit einem Preis von 14,99 Euro deutlich günstiger als die meisten Steuerprogramme auf CD oder DVD“, sagt Sprecher Torsten Elsner. Die Konkurrenten Smartsteuer (12,99 Euro) und Steuerfuchs (14,95 Euro) verlangen einen ähnlichen Preis. Steuer-CDs dagegen gibt es allerdings beim Discounter regelmäßig sogar schon für 5 Euro.
Hauptvorteil von Online-Steuererklärungen ist daher die Zeitersparnis. Die Registrierung dauert nur Sekunden und auch das Ausfüllen des Fragebogens muss einen Steuerzahler nicht allzu lange beschäftigen, wenn er alle nötigen Unterlagen zur Hand hat. Wenn das Programm einen Eingabefehler reklamiert, soll das die Übertragung der Daten ans Finanzamt nur um Sekunden verzögern.
„Bei Fehlern übersetzen wir das Problem in eine für die Nutzer verständliche Sprache und verweisen dann per Direktlink auf die jeweilige Eingabeseite“, so Lohnsteuer-Kompakt-Sprecher Elsner. Der Nutzer sehe also nicht die zum Teil unverständlichen „Elster“-Formulierungen. „Elster“ ist das Programm der Steuerverwaltungen, mit dem man seine Steuererklärung vornehmen kann. Der Download ist kostenlos. Allerdings ist „Elster“ nicht gerade kundenfreundlich. Zwar gibt es eine Hilfefunktion, doch Anwender erleben nach Eingabe ihrer Daten regelmäßig, dass das Programm einzelne Positionen reklamiert, ohne dass der Nutzer sofort weiß, an welcher Stelle er nachbessern muss. Hinzu kommen die ständigen Updates. Auch Online-Steuererklärungen basieren auf Elster.
Für Datenschützer ist das kein gutes Vorzeichen. „Ich sehe es kritisch, dass bei Online-Steuererklärungen und der Nutzung des „Elster“-Programms allein die „Elster“-Authentifizierungsstufen, nicht aber die gesetzlich vorrangige qualifizierte elektronische Signatur, zum Zwecke der Überprüfung der Echtheit und Unversehrtheit des elektronisch übermittelten Datensatzes, eingesetzt werden“, teilt ein Experte beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz auf Nachfrage mit.
Die Anbieter streichen hingegen ihre Datenschutzbemühungen heraus. „Die persönlichen Daten werden auf dem Server verschlüsselt gespeichert und zum Hochsicherheitsrechenzentrum erhält man nur Zugang durch biometrische Kontrollen“, sagt Elsner. Auch die Steuerunterlagen, die sich der Anwender per Mail zuschicken lassen kann, würden mit einem Passwort geschützt.
Ein Bedürfnis nach schlanker Erledigung der jährlichen Steuererklärung scheint vorhanden. „Im Jahr 2011 haben wir Online-Steuererklärungen im niedrigen fünfstelligen Bereich verkauft“, sagt Franziska Sobolowski, Sprecherin von Smartsteuer. Sie glaubt, dass dieser Form der Steuererklärung eine große Zukunft bestimmt ist. Der Markt für Steuer-CDs hingegen stagniere seit Jahren.
Weitere Informationen zur Online-Steuererklärung:
www.smartsteuer.de
www.lohnsteuer-kompakt.de
www.steuerfuchs.de
www.internet-sparbuch.de
Sören Hendrik Maak
HAZ.de Anmeldung