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Die letzte Ruhestätte unterm Kirchendach
Trauer

Kolumbarien Die letzte Ruhestätte unterm Kirchendach

Immer mehr Gotteshäuser werden in Kolumbarien umgewandelt. In Hannover bieten zwei Gemeinden ein Grab in der Kirche an.

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Grabmale erinnern an den Verstorbenen

Das Kolumbarium im Seitenschiff der Nazarethkirche

Quelle: Jans-Lottmann

Die Zahl der Kirchen in Deutschland, die als Bestattungsorte für Urnen genutzt werden, nimmt stetig zu. „Das Konzept der Urnen- oder Grabeskirche hat geradezu einen Boom erlebt“, sagt Christoph Keldenich, Vorsitzender der Verbraucherinitiative Aeternitas Bestattungskultur. Die Grabstätte in einer Kirche böte eine Alternative zur anonymen Beisetzung. Darüber hinaus verströmten die Architektur und Spiritualität eines Gotteshauses eine besondere geschützte Atmosphäre. In Hannover können Verstorbene in zwei Urnenkirchen bestattet werden – sofern sie einer christlichen Glaubensgemeinschaft angehören: Die katholische St.-Martin-Gemeinde wandelte 2010 die Herz-Jesu-Kirche an der Max-Kuhlemann-Straße in Misburg-Süd in ein Kolumbarium um – das erste dieser Art in ganz Norddeutschland. 2013 eröffnete die Südstadtkirchengemeinde in der Nazarethkirche an der Sallstraße eine Urnengrabstätte.

Auf der Himmelsleiter

In den Seitenschiffen des Kolumbariums Herz Jesu finden 1500 Urnen Platz in „Himmelsleitern“ – lichtdurchlässigen Hüllen aus Glas, die an dünnen Stangen von der Erde gen Himmel streben. Die Himmelsleiter ermögliche es, Verstorbene in individuell auswählbaren Schmuckurnen zu bestatten, erläutert die Pfarrgemeinde.

Stelen im Seitenschiff

Ihre letzte Ruhestätte können Verstorbene auch in sechs Urnenstellwänden unter der Empore im nördlichen Seitenschiff der Nazarethkirche finden. Die insgesamt 672 Grabkammern befinden sich in jeweils 180 Meter langen und 2,20 Meter hohen Stelen. Da die Kirchengemeinde nicht möchte, dass man die Aschekapseln der Verstorbenen sieht, wird jedes Urnenfach mit einer Aluminium-Bronze-Platte verschlossen. Darauf ist nur der Name des verstorbenen Menschen eingraviert. „Der Name wird aufgehoben, alles andere verweht“, begründet Pastorin Anke Merscher-Schüler das Konzept.

Das Kolumbarium ist nur durch Glasscheiben vom Hauptschiff der Kirche getrennt. Auf diese Weise will die Kirchengemeinde eine Verbindung zwischen Gottesdienstraum und Friedhofsbereich schaffen.

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