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Grabmale erinnern an den Verstorbenen
Trauer

Steinmetzkunst Grabmale erinnern an den Verstorbenen

Skulpturen aus Stein, Stahl und Glas sind ein Spiegelbild ihrer Zeit.

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Moderne Grabsteine gleichen häufig Skulpturen.

Wer schon einmal auf einem der alten hannoverschen Friedhöfe wie dem Engesohder oder dem Stöckener Friedhof spazieren gegangen ist, dem dürfte die Vielzahl der unterschiedlich gestalteten Grabsteine aufgefallen sein: alte mit Ornamenten geschmückte Stelen, monumentale Grabmale historischer Persönlichkeiten, Marmorsteine mit Namen und Geburtsdatum des Verstorbenen sowie einem Kreuz als Symbol und nicht zuletzt moderne Grabsteine aus Naturstein, von denen manche Skulpturen gleichen.

Auf Grabsteinen findet man viele Symbole

Grabsteine spielen eine wichtige Rolle für das Gedenken an einen verstorbenen Menschen. Sie erzählen häufig aber auch etwas über dessen Persönlichkeit und sind ein Spiegelbild ihrer Zeit.

Grabmäler waren zwar schon lange vor Christi Geburt bekannt. Aber erst seit dem Mittelalter traten an die Stelle eines unbehauenen Steins – zunächst nur für kirchliche und weltliche Würdenträger – in und an Kirchen Grabplatten aus Stein oder Bronze, in denen Name, Todestag, Wappen und oft auch die Gestalt des Verstorbenen verewigt wurden. Als etwa im 16. Jahrhundert der Platz in der Kirche und auf den Kirchhöfen nicht mehr ausreichte, wurden vor den Städten Gräberfelder angelegt. Damit setzte auch ein Wandel bei den Grabmälern ein. Nun markierten Grabstelen, Grabkreuze und Grabsteine die letzte Ruhestätte, häufig mit Inschriften und künstlerischen Darstellungen versehen. Sie betonten die Vergänglichkeit des irdischen Lebens und zeigten den Tod als Knochenmann.

Allegorische Szenen der Trauer

Im späten 18. Jahrhundert verlor der Knochenmann auf den Grabsteinen an Bedeutung. An seine Stelle traten allegorische Szenen, die die Trauer der Hinterbliebenen darstellten, und Engel als Todesboten und Beistand für die Seele des Verstorbenen. Von Reichtum, Macht und Ansehen des Verblichenen erzählen viele aus dem 19. Jahrhundert stammende Grabsteine des Bürgertums. Die Lebensleistung von Fabrikbesitzern, Professoren oder Mitgliedern des Magistrats spiegelte sich auch in der repräsentativen Gestaltung ihrer Grabmale wider. Symbole weisen auf die berufliche Bedeutung hin. So stehen etwa der Äskulapstab für den Arzt, Zirkel und Maßstab für den Architekten. Mit dem Aufkommen von Urnengräbern und gleichförmig gestalteten Reihengräbern im vorigen Jahrhundert tritt diese Tradition in den Hintergrund, die Grabsteine werden einheitlicher.

Inzwischen lässt sich auf den Friedhöfen jedoch wieder eine Hinwendung zu individuell gestalteten Grabmalen beobachten. Das zeigt auch der Grabmal-Ted der Verbraucherinitiative Aeternitas Bestattungskultur, bei dem Internetnutzer seit Jahren über die besten Grabmalgestaltungen abstimmen. Demnach setzt sich der Trend zu einer Vielfalt bei Formen und Materialien weiterhin fort.

Friedhofssatzung macht Vorgaben

Die Gestaltung der Grabmale reicht heute von kubischen oder unregelmäßigen Formen bis hin zu Stelen und Installationen. Naturstein in vielen Formen und Farben ist zwar immer noch das gebräuchlichste Material, aber auch Holz, Metall, Glas und Emaille sind beliebt.

Fachleute raten dazu, sich bei der Wahl eines Grabsteins genügend Zeit zu lassen. Steinmetze beraten nicht nur über die vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die dem Wesen des Verstorbenen entsprechen, sondern auch über die Preise. Sie wissen in der Regel auch, was nach der jeweiligen Friedhofssatzung erlaubt ist.

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