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Recycling im Harz: Deutschlands Elektroschrott

Umwelt Recycling im Harz: Deutschlands Elektroschrott

Smartphones, Computer, DVD-Player, Kühlschränke - Elektrogeräte bestimmen unseren Alltag. Doch wohin mit den ausrangierten Geräten? Ein neues Gesetz nimmt dabei nun auch Online-Versandhändler in die Pflicht. Doch ob das zu mehr Recycling führt, wird stark bezweifelt.

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Wohin mit alten Handys und Smartphones? Auch Online-Händler müssen nun Altgeräte zurücknehmen.

Quelle: Julian Stratenschulte

Goslar. Trotz neuer Möglichkeiten für das Entsorgen von Elektro-Altgeräten sehen Recycling-Fachleute keine neue Welle an Elektroschott heranrollen. "Da dürfte sich nicht viel ändern", sagte Marc Wenzel von der Fachfirma Electrocycling aus Goslar im Harz.

Sein Unternehmen gehört zu den Recycling-Betrieben, die hierzulande ausgediente Elektrogeräte verwerten, also die Rohstoffe herausholen, vermeintlichen Abfallstoffen ein zweites Leben einhauchen und den Rest - wie etwa alte Batterien - fachgerecht entsorgen.

Für ausgediente Elektrogeräte gibt es jetzt eine weitere Rückgabemöglichkeit. Auch Online-Händler müssen dann dafür sorgen, dass über sie Altgeräte zurückgegeben werden können. Viele bieten dafür eine Kooperation mit Versand-Filialen an. Verbraucher können aber auch weiterhin wie gewohnt zu einem Wertstoffhof gehen.

Und genau das dürfte laut Wenzel weiter der Fall sein. "Wichtiger erscheint mir Werbung für die Sache: Warum ist Recycling sinnvoll?", sagte Wenzel. Man müsse dabei auch an Verbraucher denken, die zum Beispiel kein Auto hätten. Für sie sei die Versuchung größer, alte Elektrogeräte verbotenerweise doch im Hausmüll zu entsorgen. Abhilfe schaffen könnten laut Wenzel mehr dezentrale Sammelstellen etwa per Container an Tankstellen oder Supermärkten, möglicherweise aber auch über die Müllabfuhr, wo Trennen in Deutschland schon ausgereift sei.

Electrocycling, 1995 gegründet und 190 Mitarbeiter stark, hat laut eigenen Angaben schon gut 600 000 Tonnen Elektroaltgeräte verwertet. Derzeit verarbeitet die Firma rund 4000 Tonnen Altgeräte pro Monat und nennt sich einen der leistungsfähigsten Verwerter der Branche.

Auch der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel sieht in der Reform alles andere als eine Revolution. "Wir halten das Gesetz für unsinnig, weil wir glauben, dass es einen Zusatznutzen nur in homöopathischen Dosen bringt", heißt es vom Verband.

Wer etwa sein ausgedientes Radio einem Online-Händler zurückgeben will, braucht wie bei einer Retoure oder Reklamation zunächst ein Rücksende-Etikett, muss das Gerät selber verpacken und es zu einer Paket-Annahmestelle bringen. Nach wie vor nehmen aber auch die Recyclinghöfe Elektroschrott an - und zwar auch Großgeräte, für die die neue Rücknahme-Vorgabe an Online-Händler nur bedingt gilt.

dpa

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