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Eigenheim nicht ohne Risiken

Altersvorsorge Eigenheim nicht ohne Risiken

Wer in den eigenen vier Wänden wohnt, kann im Alter mehr Geld ausgeben als Mieter. Kapital, das im Eigenheim steckt, kann später jedoch nicht für die Bezahlung von Pflegepersonal genutzt werden. Das Eigenheim als Altersvorsorge lockt mit vielen Vorteilen, hat aber auch Risiken.

Die eigenen vier Wände als Mittel der Altersvorsorge – in diesem Punkt gehen die Meinungen der Experten auseinander. So war der Wirtschaftsprofessor und ehemalige Regierungsberater Bert Rürup dagegen, auch das Sparen für das selbst genutzte Eigenheim als Mittel der Altersvorsorge staatlich zu fördern. Begründung: Steine kann man nicht essen. Gemeint ist damit, dass das in der Immobilie steckende Kapital nicht ausgezahlt werden kann, um die Rente im Alter aufzubessern.

Allerdings hat sich Rürup letztlich nicht durchgesetzt. Einige Jahre später wurde auch das Sparen für das Eigenheim – ob in Form des Bausparens oder mittels Tilgung eines Hypothekendarlehens – in die Riester-Förderung aufgenommen. Wer für die eigenen vier Wände spart, kommt nun ebenfalls in den Genuss der staatlichen Zulagen beziehungsweise der Steuerförderung. Auch bestehende Riester-Verträge lassen sich in eine Hausfinanzierung einbauen.

Wer eine Wohnung oder ein Haus baut oder erwirbt und vor Beginn des Ruhestandes abbezahlt hat, genießt den großen Vorteil des mietfreien Wohnens. Dies entspricht einem monatlichen Vorteil von etlichen hundert, manchmal sogar mehr als 1000 Euro. Entsprechend geringer kann also im Vergleich zu einem Mieter die Rente ausfallen, ohne dass ein finanzieller Nachteil entsteht. Oder anders herum gesagt: Bei gleichem Einkommen im Alter fährt der Eigentümer deutlich besser.

Verschiedene Studien haben zudem ergeben, dass der Erwerb von Immobilieneigentum nicht mit einem geringeren Geldvermögen einhergehen muss als bei vergleichbaren Mietern. Diese sollten eigentlich ein größeres Geldvermögen ansparen können, weil sie schließlich keine Immobilie abbezahlen müssen. Dass dies nicht so ist, könnte nach Ansicht von Fachleuten damit zusammenhängen, dass Immobilienerwerber eine größere Spardisziplin haben (müssen). Bei ihnen dürfte der Euro nicht so locker sitzen wie bei Mietern, die zunächst – bei gleichem Einkommen – über mehr Geld verfügen können.

Allerdings sind die Einwände von Professor Rürup nicht ganz unbegründet. Geld, das als Kapital im Eigenheim steckt, steht im Alter nicht für andere Dinge zur Verfügung – zum Beispiel dann, wenn eine teure Krankheit auftritt oder ein Pflegeheim bezahlt werden muss. Zudem sind Eigenheime im Alter oft zu groß: Viele alte Menschen würden lieber in einer kleineren Wohnung leben – und dafür mehr Geld zur Verfügung haben.

Theoretisch ist es natürlich immer möglich, im Fall des Falles die Immobilie zu verkaufen. In der Praxis ist dies jedoch oft nur schwer, manchmal sogar gar nicht möglich. In manchen Gegenden wie im Großraum München, in Düsseldorf, in Hamburg, aber auch in Hannover geht dies in der Regel leicht und schnell – und oft winkt beim Verkauf sogar ein ansehnlicher Gewinn. Anderswo, zum Beispiel im Harz, sind Immobilien bisweilen fast unverkäuflich. Wer dort im Alter Geld braucht und deshalb Haus oder Wohnung verkaufen will, hat schlechte Karten. Und wer weiß überhaupt heute, wie in dreißig oder vierzig Jahren die Marktlage in den verschiedenen Regionen aussieht?

Schlussfolgerung: Niemand sollte auf die Werbesprüche von der Immobilie als absolut sicherer Altersvorsorge und Geldanlage hereinfallen. Das Eigenheim hat – wie alle anderen Formen der Altersvorsorge – Vor- und Nachteile, die es gut abzuwägen gilt.

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