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Firmenbonds statt Staatsanleihen

Anleger Firmenbonds statt Staatsanleihen

Die Suche nach einem sicheren Hafen fürs Geld muss nicht nur zu Staatsanleihen und zum Gold führen. Finanzexperten raten zu Investitionen in Unternehmensbonds, auch Schwellenmärkte können interessant sein.

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Blick in den Frankfurter Börsensaal: Wenn die Aktienkurse einbrechen, sind alternative Anlagen gefragt.

An den Finanzmärkten ist aus dem Sturm ein Orkan geworden. Weltweit trennten sich Anleger vergangene Woche von Aktien. So hat der Dax binnen acht Handelstagen mehr als 1000 Punkte eingebüßt, an anderen Märkten sah es kaum besser aus.

In diesem Unwetter brauchen Anleger einen guten Kompass. Sorgen vor einer Rezession und einer Ausweitung der Schuldenprobleme auf beiden Seiten des Nordatlantiks treiben immer mehr Investoren in mutmaßlich sichere Häfen – Staatsanleihen großer Industrieländer und Gold. Doch wenn alle denselben Hafen ansteuern, wird es dort eng. Die Folge: Viele Staatsanleihen werfen nur noch wenig Rendite ab, und für Gold müssen Investoren mittlerweile weit über 1600 Dollar pro Feinunze hinblättern.

Es gilt also, andere Routen zu finden. Nach Ansicht von Finanzexperten sollten Investoren statt Staatsanleihen Unternehmensbonds ansteuern. Zudem böten einige Schwellenmärkte mehr Sicherheit als Industrieländer. Das kann zumindest auf kurze Sicht helfen.

Bei Unternehmensanleihen raten Experten dazu, sich auch die dazugehörigen Aktien ins Portfolio zu holen, falls es sich um Firmen mit einem soliden Kapitalfluss handelt. „Die Haushaltslage in der Privatwirtschaft sieht sicher besser aus als die der öffentlichen Hand“, sagt Klaus Wiener, Chef der Research-Abteilung von Generali Investment in Köln. Viele Kommunen und Länder sind mit einer schlechteren Kreditwürdigkeit versehen als Privatfirmen. Ihre Zahl dürfte noch steigen, nachdem die Bonität der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor’s herabgestuft worden ist.

Nach Einschätzung Wieners werfen beispielsweise Firmen aus dem Versicherungssektor einen stabilen Cashflow ab. Auch Sanjay Joshi, Portfolio-Manager bei London & Capital Wealth Managers, bevorzugt zur kurzfristigen Absicherung neben Unternehmensanleihen Aktien ausgewählter Firmen. Dazu zählt er den US-Pharmakonzern Johnson & Johnson, den Einzelhandelsriesen Wal-Mart oder dessen britischen Rivalen Tesco.

Derzeit versuchen sich Anleger vor allem mit Investitionen in Staatsanleihen großer Volkswirtschaften sowie in Gold und den Schweizer Franken abzusichern. Doch die vermeintlich sicheren Häfen könnten sich als Falle erweisen, wenn es sich bei der aktuellen Krise nur um einen Dämpfer für die Weltwirtschaft handelt und nicht um den Beginn einer neuen Rezession. Dann würde aus den Anlageklassen bald wieder massiv Geld abgezogen.

Von einer solchen Kehrtwende wären Unternehmensanleihen nach Einschätzung von Experten weniger stark betroffen. Vor allem bei Staatsanleihen ist die hohe Nachfrage mittlerweile zum zweischneidigen Schwert geworden. Die Realverzinsung der Bundesanleihe – also die Rendite abzüglich der Inflation – war vergangene Woche erstmals seit mindestens 54 Jahren auf null Prozent gefallen. Die Rendite der zehnjährigen Papiere sank auf 2,395 Prozent, während die Preise im Juli um 2,4 Prozent gestiegen waren.

Auch bei Anleihen aus Großbritannien und den USA erhalten die Anleger nur noch Minimalrenditen. Obwohl Investoren mit den Staatsanleihen also zum Teil Verluste schreiben, greifen sie dort weiter zu. Das Verlangen nach Sicherheit geht in Krisenzeiten eben vor.

Jeremy Gaunt und Tom Körkemeier

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