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Vorsorgevollmacht ist Vertrauenssache

Vorsorge für Notsituationen Vorsorgevollmacht ist Vertrauenssache

Ohne Vorsorgevollmacht darf niemand einen anderen Menschen einfach so vertreten. Im Ernstfall kann die schriftliche Urkunde viel Ärger ersparen. Vor allem für finanzielle Angelegenheiten bringt der Gang zum Notar mehr Sicherheit.

Mit einer schriftlichen Vorsorgevollmacht kann ein Mensch fast ­alles in die Hand eines anderen legen. Er kann ihm etwa erlauben, das Geldvermögen zu verwalten, Haus und Grundstück zu verkaufen, einer gefährlichen Operation zuzustimmen oder ein Pflegeheim auszusuchen.

Die Stiftung Warentest empfiehlt, einen vertrauten Menschen mit dem Dokument zu bevollmächtigen. Denn ohne eine Vorsorgevollmacht darf niemand einen anderen Menschen einfach so vertreten – auch nicht den Ehepartner, die Eltern oder die Kinder. Sinnvoll ist eine Generalvollmacht ohne Einschränkungen – zum Beispiel für die „Vertretung in allen Angelegenheiten“. Schließlich ist nicht absehbar, wofür ­genau die vertrauten Menschen das Dokument einmal brauchen.

Die Vollmacht sollte auch nicht an Bedingungen geknüpft sein, rät die Zeitschrift „Finanztest“. Gilt sie zum Beispiel nur bei schwerer Krankheit des Vollmachtgebers, könnte es Streit über den Gesundheitszustand geben.

Klar, dass eine Vorsorgevollmacht tiefes Vertrauen voraussetzt – und Klarheit. Ehe sich nahe Menschen gegenseitig bevollmächtigen, sollten sie genau besprechen, was bei schwerer Krankheit zu tun ist. Eine Vorsorgevollmacht kann auch mehrere bevollmächtigte Personen nennen. Dann aber sollte klar sein, wer bei Uneinigkeit das Sagen hat.

Viele Menschen verbinden die Vorsorgevollmacht mit einer Patientenverfügung. Sie halten damit ihre Wünsche für die Behandlung fest und haben zugleich einen Menschen an ihrer Seite, der sie vor Ärzten vertritt.

Ein Notar kann die Vorsorgevollmacht beurkunden. Damit bestätigt er, dass sich die vertrauten Menschen über den Inhalt im Klaren sind und das Dokument keine Fälschung ist. Das ist sinnvoll, weil nicht absehbar ist, wen die bevollmächtigten Angehörigen einmal mit dem Papier überzeugen müssen. Die notarielle Urkunde ist besonders wichtig, wenn bevollmächtigte ­Angehörige ein Grundstück oder eine Wohnung verkaufen, ein Gewerbe weiterführen oder einen Kredit aufnehmen wollen. Das kostet je nach Vermögen meistens zwischen 50 und 150 Euro.

Die Urkunde soll Zweifel ausräumen, doch manche Banken stellen sich quer. Sie verweisen auf die eigenen Formulare und akzeptieren die ­Urkunde mitunter nicht. Das berichtet die Deutsche Hospizstiftung. Dabei hat der Bundesgerichtshof bekräftigt, dass die Institute beurkundete Papiere anerkennen müssen (Az.: XI ZR 311/04). Die Bevollmächtigten sollten die Bank daher früh auf die Vollmacht hinweisen und hartnäckig sein, wenn ein Bankmitarbeiter das beurkundete Schreiben nicht akzeptiert.

Liegt keine gültige Vorsorgevollmacht vor, bestimmt ein Gericht, wer für einen kranken Menschen als „rechtlicher Betreuer“ eine wichtige Entscheidung fällen darf. Damit das Gericht von der Vorsorgevollmacht erfährt, kann jeder das Dokument im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer, Kronenstr. 42, 10117 Berlin; Tel.: (08 00) 3 55 05 00; www.vorsorgeregister.de, registrieren lassen. Die Registrierung per Post kostet 16 Euro und zusätzlich 3 Euro für jeden weiteren Bevollmächtigten. Im Internet sind 13 Euro und 2,50 Euro fällig.

Übrigens: Niemand kann einen anderen bevollmächtigen, in seinem Namen ein Testament zu schreiben. Auch eine Generalvollmacht gilt in diesem Fall nicht.

ftd

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