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Betriebliche Altersversorgung oft günstiger

Ratgeber Altersvorsorge Betriebliche Altersversorgung oft günstiger

Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung an. Diese sind meist mit guten Konditionen und weniger Abgaben für den Arbeitnehmer verbunden, beinhalten aber auch Nachteile gegenüber der privaten Variante.

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Altersversorgung über das Unternehmen bietet viele Vorteile, hat aber auch Schattenseiten.

Arbeitnehmer sollten bei der Planung ihrer Altersvorsorge zunächst im eigenen Unternehmen nachfragen, ob eine betriebliche Altersversorgung angeboten wird. Hierfür hat der Gesetzgeber fünf verschiedene Wege vorgesehen: Direkt- oder Pensionszusage, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktversicherung. Wenn die Firma gar nichts anbietet, kann der Arbeitnehmer verlangen, dass eine Direktversicherung abgeschlossen wird.

Manche Unternehmen bieten ihren Arbeitnehmern aus eigenen Mitteln eine zusätzliche Rente oder leisten zumindest Zuschüsse. Häufig jedoch muss der Arbeitnehmer den Aufwand für die betriebliche Altersversorgung ganz oder teilweise selbst tragen, der Beitrag wird ihm dann vom Lohn abgezogen. Der Vorteil dieser sogenannten Entgeltumwandlung besteht darin, dass der Lohn in Höhe der Beitragszahlung steuerfrei bleibt – und auch frei von Beiträgen zur Sozialversicherung. Der Arbeitnehmer muss also weniger Abgaben zahlen als ohne betriebliche Altersversorgung, sodass der Nettoaufwand für diese Art der Vorsorge je nach persönlichem Steuersatz deutlich geringer ausfällt als der gezahlte Beitrag.

In vielen Branchen regeln Tarifverträge die betriebliche Altersversorgung, häufig gibt es dafür auch branchenspezifische Einrichtungen. Zum Beispiel haben sich vor etwa zehn Jahren Metallindustrie und Gewerkschaft auf die Gründung des gemeinsamen Versorgungswerkes „MetallRente“ geeinigt. Dieses bietet heute Millionen von Arbeitnehmern nicht nur der Metallindustrie die Möglichkeit, sich eine zusätzliche Altersvorsorge aufzubauen. Dem „größten industriellen Vorsorgewerk in Deutschland“ sind heute etwa 20 000 Unternehmen angeschlossen, es verwaltet 350 000 Verträge. Durchschnittlich haben die Kunden, also die Arbeitnehmer der beteiligten Unternehmen, 1145 Euro jährlich in Beiträge umgewandelt.

Das Versorgungswerk verwaltet das Geld nicht selbst, sondern arbeitet mit den Versicherungsgesellschaften Allianz, Ergo, R+V, Swiss Life, Generali und PB Versicherungen zusammen. Der Vorteil für den Endkunden bei solchen Angeboten sind die äußerst günstigen Konditionen, die mit diesen Partnern ausgehandelt wurden. Wer einen vergleichbaren Vorsorgevertrag privat bei einem Versicherungsunternehmen abschließt, fährt erheblich schlechter. Deshalb sollte jeder Arbeitnehmer zunächst in der Personalabteilung oder im Lohnbüro nachfragen, ob es solche Versorgungseinrichtungen für die Branche gibt. Hat das eigene Unternehmen gar keine betriebliche Altersversorgung im Angebot, kann der Arbeitnehmer den Abschluss einer Direktversicherung verlangen. Die Firma schließt also eine Rentenversicherung ab, deren Leistungen unwiderruflich dem Arbeitnehmer zustehen. Die Entscheidung für die Versicherung liegt jedoch in jedem Fall beim Arbeitgeber. Die Prämien werden vom Lohn abgezogen, wenn sie der Arbeitgeber nicht übernimmt.

Für die betriebliche Altersversorgung gibt es eine Reihe von Bedingungen. Zum Beispiel muss die Leistung in Form einer lebenslangen Rente erfolgen. Außerdem hat die Steuerfreiheit der Beiträge eine Kehrseite: Die späteren Rentenzahlungen unterliegen voll der Einkommensteuer. Da im Alter das steuerpflichtige Einkommen aber meist deutlich geringer ist als im Berufsleben, ist die dann fällige Steuer geringer als die Steuerersparnis durch die Beitragszahlung.

Indessen hat die Altersvorsorge über die Firma einen grundsätzlichen Nachteil gegenüber der privaten Variante: Auf Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung wird der volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag fällig – und zwar ganz gleich, ob der Betrieb oder der Arbeitnehmer die Beiträge gezahlt hat.

Das bedeutet, dass stattliche 17,45 bzw. 17,7 Prozent Beitrag abgezogen werden. Dieser Nachteil spielt nur dann keine Rolle, wenn die beitragspflichtigen Einkünfte des Rentners die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung, derzeit 3712,50 Euro pro Monat, deutlich überschreiten – und deshalb ohnehin der Höchstbeitrag zur geseztlichen Krankenversicherung zu zahlen ist.

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