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Sechs Mythen rund ums Thema Nachhaltigkeit

Sechs Mythen rund ums Thema Nachhaltigkeit

Hätten Sie’s erwartet? Einige verbreitete Fehlmeinungen zu Stofftaschen, Körperpflegemitteln und Co.

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Einige verbreitete Fehlmeinungen zu Stofftaschen, Körperpflegemitteln und Co.

„Carsharing ist umweltfreundlich“

Vermutlich eher nicht, wenn die Teilautos überall innerhalb eines bestimmten Gebietes abgestellt werden können. Denn damit verschaffen sich Nutzer, die bislang keinen eigenen Pkw haben, bequemen Zugriff auf ein Auto, das sie dann auch nutzen. Noch ist der Anteil von Carsharing im Gesamtaufkommen des Stadtverkehrs zu vernachlässigen, das aber könnte sich durch neue Angebote bald ändern. Entlastet wird der Stadtverkehr daher durch stationsbasiertes Carsharing: Dessen Nutzer schaffen eher das eigene Fahrzeug ab und machen wertvollen Straßenraum frei.

„Körperpflegemittel tun immer gut“

… nur bedingt. Es ist schon erstaunlich, was Hersteller so alles in ihre Lotionen, Lippenstifte, Zahnpasten und Sonnenschutzmittel packen. Zum Beispiel Mikroplastik, das Gewässer und Tierwelt schädigt. Oder hormonell wirksame und daher gesundheitlich bedenkliche Chemikalien. Sicher dürfte die Wahrscheinlichkeit, von einem Auto überfahren zu werden, um ein Vielfaches höher liegen, als durch Creme impotent zu werden. Aber warum Dinge kaufen, die Mensch und Umwelt schaden? Hilfreich sind hier der Einkaufsratgeber „Mikroplastik“ und die ToxFox-App des BUND.

„Stofftaschen sind besser als Plastiktüten“

… aber nur, wenn sie wiederverwendet werden. Denn für die Herstellung von Baumwolle braucht es viel Wasser, das in Anbauländern wie Ägypten oft knapp ist. Dazu kommt der Einsatz von Pestiziden, der bei Baumwolle aus Nicht-Bio- Produktion Standard ist. Bei der Entsorgung hingegen ist die Stofftasche ungeschlagen, weil biologisch abbaubar. Geschätzt fast eine Billion Plastiktüten landen jährlich weltweit auf den Deponien, wo sie knapp 500 Jahre zum Verrotten benötigen.

„Antibakterielle Putzmittel helfen der Hygiene“

Nein, denn fast alle Bakterien, die im Haushalt vorkommen, sind harmlos. Es gibt also keinen Grund, den Kampf gegen sie aufzunehmen. Zudem helfen sie, die Abwehrkräfte des Menschen zu stärken. Andererseits enthalten antibakterielle Produkte oft das Umweltgift Triclosan, das Allergien auslösen und die schützende Hautflora zerstören kann: Das sind Bakterien und Pilze, die auf der Haut siedeln und helfen, den Körper vor Krankheitserregern zu schützen.

„Mülltrennung bringt nichts“

Das stimmt nicht. Altpapier wird in Deutschland zu mehr als 80 Prozent wiederverwendet. Auch Glasbehältnisse gehen zu vier Fünfteln ins Recycling. Beim Gelben Sack sind die Quoten schlechter: Verpackungen, die aus mehreren Materialien (Metalle, Kunststoffe) aufgebaut sind, lassen sich derzeit nur schwer oder gar nicht wiederaufbereiten. So liegt die Recyclingquote nur bei rund 50 Prozent, wobei die Verbrennung eingerechnet ist. Aber selbst das ist besser, als die Reststoffe ungenutzt zu lassen.

„Wasser sparen hilft der Umwelt“

Bedingt. Denn Deutschland hat Wasser im Überfluss. Und der Wasserverbrauch ist bereits gesunken: von etwa 150 Litern pro Person und Tag Anfang der 1990er-Jahre auf heute rund 130 Liter. Fließt aber zu wenig frisches Wasser durch die Rohre, erleichtert das Keimbildung und Korrosion, zu wenig Abwasser wiederum spült nicht mehr alle Ablagerungen aus der Kanalisation. Ein Ergebnis: Fäulnisgestank. Mancherorts steigt sogar der Grundwasserspiegel, weil zu wenig Wasser entnommen wird. Das alles ist kein Plädoyer für Wasserverschwendung, auch weil die Erzeugung von Warmwasser viel Energie kostet. Aber für einen entkrampften Umgang mit dem Thema.

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