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„Wir sind gut darin, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen“

Interview „Wir sind gut darin, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen“

Andreas Segler, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Niedersächsische Wach- und Schliessgesellschaft/VSU, verrät das Erfolgsrezept von Europas erstem privaten Sicherheitsdienst und woran Auftraggeber die schwarzen Schafen erkennen sollten.

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Seit elf Jahren ist Andreas Segler geschäftsführender Gesellschafter. Eines seiner Geheimnisse für den Unternehmenserfolg: Motivierte Mitarbeiter, die sich mit ihrer Tätigkeit in dem Familienunternehmen identifizieren.

Herr Segler, woran erkenne ich einen guten Sicherheitsdienstleister?

Besuchen Sie ihn einfach. Dann sehen Sie, ob er gut ist. Normal ist: Derjenige, den Sie vielleicht beauftragen möchten, kommt zu Ihnen. Er nennt Ihnen seinen Preis, seine Referenzen, beteuert, alle gestellten Anforderungen erfüllen zu können - und danach können Sie ihn aufgrund eines ersten Eindruckes natürlich beurteilen. Aber es ist vielleicht sinnvoller, sich einmal seine Geschäftsräume anzusehen. Das ergibt oft ein viel klareres Bild.

Worauf müsste ich achten? Letzter Stand der Technik?

Ganz bestimmt - innovativste Technik ist in unserer Branche einfach unerlässlich. Aber schauen Sie sich einfach sein Firmengebäude an. Weist es eine gewisse Akkuratesse auf? Welchen Eindruck machen Geschäftsausstattung und Fuhrpark auf Sie? Sind „die Uhren stehen geblieben“ oder präsentiert sich Ihnen ein modernes Unternehmen? Vermittelt es eine finanzielle Leistungsfähigkeit? Sehen Sie sich an, wo und wie Kundenschlüssel aufbewahrt werden. Ist ein elektronisches Schlüsselmanagementsystem vorhanden? Daran können Sie gut ablesen, wie die Firma mit sensiblen Dingen umgeht. Schließlich vertrauen Sie dem Dienstleister ganz besondere Werte an.

Andreas Segler

Andreas Segler

Quelle: Christian Behrens

Und ich überprüfe, ob das Unternehmen zertifiziert ist.

Selbstverständlich. Zertifiziertes Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001:2008 sowie ein Zertifikat für die Erbringung von Sicherungsdienstleistungen gemäß DIN 77200 sind unerlässlich. Ich würde auch auf das Vorhandensein einer Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) sowie einer unternehmenseigenen Alarmempfangsstelle (AES) mit einer Zertifizierung nach DIN EN 50518 achten. Dort werden Signale verschiedenster Gefahrenmeldetechnik, die eine umgehende Reaktion auf Notfälle - zum Beispiel bei Einbruch- oder Feueralarm - erfordern, empfangen und überwacht. Eine absolut anspruchsvolle Aufgabe. Ein Sicherheitsdienstleister sollte in der Lage sein, seinen Auftraggebern diese Leistungen sowie entsprechende Interventionsdienste eigenständig anbieten zu können. Ferner sollten Leitlinien für ethisches Handeln heute selbstverständlich und auditiert sein. Und wenn Sie dann noch unsicher sind, fragen Sie nach der Mitgliedschaft im zuständigen Arbeitgeberverband. Das ist der BDSW, der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft.

Es gibt ja einige schwarze Schafe in der Branche.

Habe ich gehört (lacht).

Und auf die möchte niemand gern reinfallen.

Sie werden nicht den guten Eindruck machen, den Sie sich wünschen, und keine oder nur wenige der gerade genannten Kriterien erfüllen. Sie können auch ergänzend nach den bestehenden Versicherungssummen fragen. Wenn Sie einen Vertrag schließen, besagen diese, bis zu welcher Höhe ein Schaden durch die Betriebshaftpflichtversicherung reguliert wird, falls doch etwas schiefgeht. Dabei würde ich als Minimum bei Personen- und Sachschäden eine Summe von 10 Millionen Euro ansetzen. Ein unseriöses Unternehmen wird Ihnen das eher nicht bieten.

Gute Sicherheitsdienste schulen ihre Mitarbeiter auch regelmäßig, oder?

Das tun sie. Deswegen sollten Sie auch nach solchen Schulungen fragen. Wir zum Beispiel legen großen Wert auf eine fundierte Ausbildung, wir bilden regelmäßig fort. Zu differenzieren ist zwischen allgemeinen Schulungen, bezogen auf das Gewerbe, und kundenspezifischen Fortbildungen in Abhängigkeit von dem jeweiligen Aufgabengebiet unserer Mitarbeiter.

Sie haben sogar eine eigene Sicherheitsfachschule.

Wir verfügen über eine eigene Unternehmung, die sich auf die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter spezialisiert hat, das ist die VSU Management und Security Akademie GmbH. Es handelt sich um eine besonders qualifizierte und vom Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) zertifizierte und anerkannte Sicherheitsfachschule. Diese hat ihren Hauptsitz hier in der Vahrenwalder Straße 136, die Ausbilder und Pädagogen - allesamt Branchenprofis - sind aber bundesweit für die gesamte Unternehmensgruppe tätig.

Spielt der Spaß am Job auch eine Rolle bei der Qualität des Unternehmens?

Die Motivation ist ein wesentlicher Faktor für die Qualität der Leistungserbringung. Unsere Mitarbeiter müssen sich mit ihrer Arbeit identifizieren können, sonst können sie sie nicht gut machen. Dieser Aspekt ist uns sehr wichtig.

Die Niedersächsische Wach- und Schliessgesellschaft hat einen sehr guten Ruf in der Branche. Wie haben Sie das erreicht?

Wir waren einfach die Ersten, die dieses Leistungsspektrum angeboten haben, und verfügen deswegen über eine wohl einzigartige Erfahrung und Kompetenz. Außerdem waren wir immer auf die Herausforderungen sich verändernder Märkte sehr gut vorbereitet, haben eine kluge Wettbewerbsstrategie verfolgt und gemeinsam mit unseren Auftraggebern anspruchsvolle Projekte kontinuierlich weiterentwickelt. Trotz unserer Größe sind wir von flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswegen geprägt. Ich bin sicher, dass man das sowohl auf Kunden- als auch Mitarbeiterseite schnell wahrnimmt.

Haben sich Ihre Geschäftsfelder nicht in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert? Früher fuhren viele Mitarbeiter mit dem Rad durch die Straßen, heute ist alles hoch technisiert. Ist es damit nicht auch deutlich komplizierter geworden?

Die Herausforderungen sind mit Sicherheit größer geworden. Und es ist ein stetiger Ansporn, sich zu hinterfragen und zu verbessern. Auch eröffnet diese Entwicklung neue Chancen. So versuchen wir einen Mehrwert für unsere Auftraggeber zu generieren - das ist eine unserer Stärken.

Wie muss man sich das vorstellen?

Wir möchten, dass sich unsere Auftraggeber auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Also: Eine Firma soll ihre Produkte produzieren und sich nicht auch noch um ihre Sicherheit sorgen müssen. Das machen wir. Im Vorfeld beraten wir unsere Kunden ausführlich, wir führen Sicherheits- und Schwachstellenanalysen durch, empfehlen alle erforderlichen Maßnahmen und setzen diese in Abstimmung mit dem Kunden um. Und wir schauen auch, ob unsere Mitarbeiter Tätigkeiten übernehmen können, die den Auftraggeber entlasten - ihm neue Freiräume schaffen. Wir hinterfragen Arbeitsabläufe und suchen gezielt nach Synergien. Mit unseren Konzepten und Ideen konnten wir so manchen Auftraggeber überzeugen und uns von Wettbewerbern abheben.

Wenn Sie in die Zukunft schauen - wie geht es weiter?

In Teilbereichen wird die Technologisierung weiter fortschreiten, etwa in den Alarmempfangs- beziehungsweise Notruf- und Serviceleitstellen. Schon heute können sich Kunden Meldungen ihres Objektes von jedem Ort aus auf dem Smartphone oder Tablet ansehen. Aber keine Technik kann in absehbarer Zeit den Mitarbeiter in Gänze ersetzen. Technik kann registrieren, dass bei einer Leckage ein Stoff austritt. Aber sie müssen vor Ort sein, um situationsgerecht handeln zu können.

Aber es bleibt ein personalintensives Geschäft.

Mit Sicherheit. Und es wird immer eine Herausforderung sein, adäquates Personal zu akquirieren.

Zur Person

Andreas Segler wurde 1969 in Hannover geboren und ist dort zur Schule gegangen. Es folgte ein Jurastudium in Hamburg. Im Jahr 2000 ist der Volljurist in die Unternehmensgruppe Niedersächsische Wach- und Schliessgesellschaft Eggeling & Schorling KG/VSU Vereinigte Sicherheitsunternehmen GmbH eingetreten, seit 2004 ist er dort geschäftsführender Gesellschafter.

Vor ihm haben schon sein Vater Hans-Jochen Segler und sein Großvater Franz Schorling erfolgreich die Geschicke des Unternehmens geleitet.

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