Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Mittelweser Eine Radtour ums Moor und Erdölgebiet
Reisereporter Ausflüge Mittelweser Eine Radtour ums Moor und Erdölgebiet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:15 31.08.2010
Hinter der alten Steyerberger Auebrücke von 1726 steht das Sägewerksgebäude der Meyersiek'schen Mühle. Quelle: Althammer
Anzeige

Seit 1726 wölbt sich die alte Bogenbrücke über die Aue in Steyerberg. Der hannoversche Kurfürst Georg I. ließ sie errichten und seine Initialen samt Krone im Schlussstein verewigen. Über die Brücke radelt man auf einer 28 Kilometer langen Strecke, die sich den natürlichen Schätzen der Gegend um Steyerberg im Kreis Nienburg nähert. Das ist nicht nur die Wasserkraft, die Turbinen und Sägegatter einer Wassermühle in direkter Nachbarschaft der Brücke antreibt – nur ein paar Kilometer weiter werden Erdöl und -gas aus der Tiefe gepumpt. Und zwischendurch streift die Route das Moor, das früher unter anderem Heizmaterial bot. Heute steht diese Landschaft unter Naturschutz.

Bei der Vorbereitung der Tour behilflich ist ein kleines, bei der Mittelweser-Touristik in Nienburg, Lange Straße 18, Telefon (0 50 21) 91 76 30, www.mittelweser-tourismus.de, erhältliches Faltblatt. Es enthält Hinweise und Skizze für die vorgeschlagene Route, die am Marktplatz beginnt und durchgängig mit einer aus Torfspaten und Ölpumpe bestehenden Markierung versehen ist. Der Blick auf den heute als Rathaus dienenden Amtshof lohnt – und natürlich der auf die alte Brücke, hinter der sich rechts die Amts- oder Meyersiek’sche Mühle, links das alte Sägewerk erhebt, in dem immer noch die Gatter rattern.

Man sollte den Mühlenbesuch am dritten Sonntag eines Monats nach Rückkehr von der Radtour einplanen. Dann ist das Haus zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet; besonders fröhlich geht es am 12. September beim Kartoffelfest des Heimatvereins zu. Kleine Gruppen können sich dafür unter (0 57 64) 6 31 oder 7 56 auch zu anderen Zeiten anmelden. Es gibt in diesem kleinen „Energiemuseum“ eine Menge zu sehen – von der Turbine bis zum historischen Lastenaufzug, von alten Geschäftsbüchern bis zu einer in ihrer Art seltenen Getreidereinigungsanlage. Im Obergeschoss sind Originalexponate der Torfstecherei und alter Handwerksbetriebe ausgestellt. Bei Führungen wird auch die benachbarte Sägemühle gezeigt.

Es rollt sich gut durch das flache Steyerberger Land. Dass es hier gleich vor der Stadt eine kleine Erhebung gibt, haben findige Leute ausgenutzt: Ein Turm auf dem Januarsberg lockt mit schöner Aussicht. Danach folgt man der Route nach Hesterberg und weiter auf dem „Fürstendamm“ durch das Borsteler Moor. Unterwegs machen Informationen zur Torfgewinnung und Renaturierung neugierig. In der „Voigtei“ nicken Tag und Nacht die Pumpen: Seit mehr als 50 Jahren wird hier Erdöl gefördert. Nahe der Pumpstation 49 fühlt sich ein Pulk Schweine sichtlich wohl. Aus der Voigtei sind die Bauern schon vor über 850 Jahren zur Steyerberger Mühle gefahren. Eine Urkunde weist diese „Vogedien Molen“ als zweitälteste Niedersachsens aus.

Die ganze Idylle der Gegend zwischen Aue, Wald und Moor zeigt sich auf dem weiteren Weg. Die kleinen Orte Eckershausen, Düdinghausen und Sarninghausen haben sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt.

Nach der Rückkehr in Steyerberg könnte man sich noch die St.-Katharinen-Kirche ansehen. Sonnabends und sonntags öffnen sich zwischen 15 und 18 Uhr die Türen zu dem Gotteshaus, das als eines der schönsten in der Region gilt.

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit der Bahn bis Nienburg und mit Bus 10 – jedoch nur an Werktagen – nach Steyerberg.

Mit dem Auto

Über Wunstorf auf der B 441 nach Stolzenau und weiter nach Steyerberg.

Bernd Althammer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige