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Rund um Hildesheim Zur alten Klosterkirche auf der Finie
Reisereporter Ausflüge Rund um Hildesheim Zur alten Klosterkirche auf der Finie
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17:30 25.06.2018
Von der einst gewaltigen Klosteranlage sind nur noch Reste erhalten: Die Wittenburger Kirche und eine Mauer Quelle: Bernd Althammer

Die Kirche ist das letzte Überbleibsel eines 1546 aufgegebenen Klosters. Ursprünglich war das Gebäude wohl noch höher und größer, doch auch in seinem heutigen Ausmaß dominiert es das Dörfchen unter sich: Wittenburg.

Die hügelige Region verspricht eine aussichtsreiche Wanderung. Wer sie in der Mehler Ortsmitte beginnt und sich durch die Bruchstraße und am Sportplatz vorbei dem Limberg nähert, wird rund 14 Kilometer unterwegs sein. Die unmarkierte Strecke ist unschwer zu finden. Bei Zweifeln hilft jedoch die zuverlässige Wander- und Freizeitkarte der Region Hildesheim (Vertrieb durch die Gesellschaft Hi-Reg, Bischof-Janssen-Straße 31, 31134 Hildesheim, Telefon (051 21) 30 90, www.hi-reg.de und im regionalen Buchhandel). Am Waldrand hält man sich rechts und folgt aus dem Wald heraus einer alten Baumreihe. Bald geht es auf einer Teerstraße nach links am Hang der Kendelke entlang. Diese baumbestandene Erhebung gibt den Elzer Geschichtsforschern seit jeher Rätsel auf. Dagegen ist die Bedeutung des an einer Wegkreuzung sorgfältig gepflegten Drei-Ämter-Steins hinreichend dokumentiert: Hier stießen die Grenzen der Lauensteiner, Calenberger und Poppenburger Verwaltungsbezirke zusammen: 1796 sind die Demarkationslinien neu vermessen worden.

Nun wendet man sich nach rechts in die Felder hinaus und wandert Sorsum entgegen. Dort mündet die Sackgasse Im Boggen in einen schmalen Fußweg zur Hauptstraße. Nach nur hundert Metern in westlicher Richtung zweigt nach rechts der Duddeweg ab. Anfangs mit Teerdecke, später unbefestigt führt er geradewegs zur Finie hinauf. Der Sage nach kommt hier ein von Bauern erschlagener Räuber nicht zur Ruhe und treibt immer noch nachts die Pferde zum Pflügen an. Solcher Spuk ist schnell vergessen, wenn man an einer Bank nach links bis hinauf auf den Kamm des kleinen Höhenzugs marschiert und dort ein paar Schritte weiter in nördliche Richtung guckt: Dann sind schon die Konturen des Wisentgeheges und des Deisters zu erkennen.

Noch schöner aber wird die Aussicht, wenn man sich am Hang entlang der Wittenburger Kirche nähert, die bereits seit der Kendelke immer wieder in den Blick gefallen ist. Ein großartiges Panorama öffnet sich auf die Stadt Elze, das Leinetal und die umliegenden Höhenzüge und an manchen Tagen auch auf die Silhouette von Hannover. Dass es nur 73 Kilometer Luftlinie bis zum Brocken im Harz sind, verrät ein Wegweiser. Sogar einen Drei-Burgen-Blick gibt es: Neben der Marienburg hoch auf dem Schulenburger Berg ist es die Poppenburg am Ufer der Leine und eben die „Wittenburg“. Denn vor der 1297 erfolgten Ansiedlung frommer Leute beherrschten Ritter die Gegend.

Die heutige Kirche ist leider meist verschlossen. Nur einmal im Monat findet sonntags um 10 Uhr ein Gottesdienst statt. Über Termine gibt das Pfarramt unter (050 44) 334 dienstags zwischen 17.30 und 18.30 Uhr sowie mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr Auskunft. Dort können auch Gruppenführungen abgesprochen werden. Im Sommer erklingen hier gelegentlich Konzerte.

Nun geht es steil abwärts ins Dorf hinein. Ein Hofcafé ist Mittwoch bis Sonnabend ab 14 Uhr und sonntags ab 11 Uhr geöffnet. Anschließend führt der Brauereiweg am Dorfteich entlang und an alten Gebäuden des Klosterguts vorbei zu einer Kreuzung in der Dorfmitte. Von dort sind es ein paar Meter in Richtung der Straße Zur Kendelke. Am Ortsausgang führt der Weg rechts weit hinaus in die Feldmark. Unterwegs darf man das Umdrehen nicht vergessen: Noch lange ragt die Kirche aus der Landschaft empor. Ein zweites Türmchen fällt eher zaghaft in den Blick: Es ist das Kloster Wülfinghausen.

Der Landstraße muss man nur etwa 400 Meter nach links folgen, bis ein breiter Waldweg ebenfalls nach links abzweigt. Er führt später über einen Bach und in Höhe einer Bank rechts um den Limberg herum. Die nächste Kreuzung kommt auch ortsfremden Wanderern bekannt vor: Hier führte am Morgen schon die Route vorbei. Auf dem Weg nach Mehle bildet der Thüster Berg eine großartige Kulisse für das hier schon etwas breite Tal der kleinen Saale.

von Bernd Althammer

öffentliche Verkehrsmittel

mit der Bahn bis Elze und weiter mit Linienbussen. Nur werktags möglich.

Mit dem Auto

über die B 3 bis Elze und weiter über die B 1 nach Mehle. Parkplätze in der Ortsmitte.

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