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Rund um die Welt Ras al Khaimah setzt auf Aktivurlaub
Reisereporter Rund um die Welt Ras al Khaimah setzt auf Aktivurlaub
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11:26 04.02.2018
Das Dhayah Fort ist eine der Kultursehenswürdigkeiten im Emirat Ras al Khaimah. Vielversprechender, um Touristen anzulocken, ist allerdings die gebirgige Landschaft. Quelle: Ras Al Khaimah Tourism Development Authority/dpa-tmn
Ras al Khaimah

Die Zukunft Ras Al Khaimahs hängt an einem stählernen Faden. An einer Zipline, um genau zu sein. Und weil das kleine Emirat nun einmal am Persischen Golf im Schatten Dubais liegt, handelt es sich nicht um irgendeine Drahtseilrutsche, sondern um die längste Zipline der Welt.

Mit dieser Rekordattraktion will Ras al Khaimah vom Februar an Aktivtouristen anlocken - und sein etwas langweiliges Image als reine Badedestination aufpolieren. Bislang hält die Zipline "The Monster" auf Puerto Rico mit 2200 Metern den Weltrekord, ebenfalls vom Hersteller Toro Verde. Jetzt wurde die Seilrutsche in Ras Al Khaimah für Touristen eröffnet.

Rund drei Kilometer wird die neue Zipline überwinden, zwei Kabel verlaufen parallel. So können sich Urlauber quasi ein Rennen liefern. Die freihängende Fahrt vom Gipfel des

Jebel Jais, mit 1934 Metern höchster Berg der Emirate, dauert gut drei Minuten. So viel Adrenalin war bei einer Reise nach Ras Al Khaimah bislang selten.

Derzeit kommen fast nur Badeurlauber in das kleine Emirat, das mit folgenden Standortfaktoren um Gäste wirbt: Am Persischen Golf ist es ganzjährig warm. Die Flugzeit ab Deutschland ist mit rund sechs Stunden für ein Warmwasserziel im Winter noch akzeptabel, die Zeitverschiebung mit drei Stunden wenig störend. Und die Preise der Pauschalpakete halten sich vergleichsweise in Grenzen. Ras Al Khaimah wirbt mit Fünf-Sterne-Service zum Vier-Sterne-Preis.

Etwa 70 Prozent der deutschen Urlauber in

Ras Al Khaimah sind Familien. In einem Hotel wie dem "DoubleTree by Hilton Resort & Spa" auf der künstlichen Insel Marjan Island sieht das Publikum im Frühstücksraum nicht anders aus als in einer Ferienanlage auf Gran Canaria oder Kreta. Momentan gibt es 22 Herbergen mit insgesamt mehr als 5000 Hotelzimmern in dem Emirat.

Die Ziele sind ehrgeizig: In den nächsten drei Jahren sollen 4445 neue Zimmer im Drei- bis Fünf-Sterne-Bereich hinzukommen, vor allem auf Marjan Island.

Ras Al Khaimah will jedoch in Zukunft auch außerhalb der Hotels und Resorts etwas bieten. Derzeit ist da nicht viel. Nationalmuseum und Dhayah Fort sind zwei Zeugnisse der Kulturgeschichte, die so etwas wie Sehenswürdigkeiten darstellen. Das Fazit vieler Besucher lautet jedoch: nicht unbedingt sehenswert. Andere archäologische Stätten sollen erst noch richtig herausgeputzt werden.

Aussichtsreicher sind Aktivitäten in den Bergen, denn die hat - anders als die Wüste - weder Dubai noch Abu Dhabi. Und so können Urlauber im Hadschar-Gebirge Wanderungen und Mountainbike-Touren unternehmen und eine Nacht unter den Sternen schlafen. Die Landschaft ist das Pfund, mit dem Ras Al Khaimah wuchern kann.

Mit dem Gigantismus in Dubai und dem neuen Louvre in Abu Dhabi kann man ohnehin nicht mithalten. "Wir sind nicht in Eile, hier den höchsten Wolkenkratzer und die größte Mall zu bauen", sagt Tourismuschef Haitham Mattar. "Das haben wir eine Stunde entfernt."

Nach Ras Al Khaimah reisten 2017 rund 820 000 Besucher, 2019 sollen es eine Million werden und 2025 schon drei Millionen. Die Ambitionen sind also groß. Die Zipline könnte ihren Teil dazu beitragen. Denn am Persischen Golf wissen die Verantwortlichen genau, was international Aufmerksamkeit bringt - im Zweifel ein neuer Weltrekord.

dpa

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