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Genuss & Leben Englands geniale Köche
Sonntag Genuss & Leben
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20:00 16.10.2015
Bereits aus wenigen Zutaten lässt sich ein vorzeigbares Mahl zaubern. Quelle: dpa
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Zunächst scheinen Ella Woodward und Hugh Fearnley-Whittingstall wenig gemeinsam zu haben. Da ist Woodward, 23 Jahre jung, Kunsthistorikerin, Londoner Model und – nach eigenen Worten – ein Zucker-Junkie, der nicht kochen konnte. Und da ist Fearnley-Whittingstall, 50 Jahre alt, Absolvent des berühmten Eton College, seit 20 Jahren Küchenchef und eine Fernsehinstitution. Und doch teilen beide eine Überzeugung: Beim Kochen sollte man mit möglichst wenig Zutaten auskommen.

Bei Fearnley-Whittingstall, dem Betreiber des "River Cottage" in der Grafschaft Devon, dürfen es sogar nur drei sein. In seinem "lächerlich einfachen" Kochbuch "Drei gute Dinge auf dem Teller" (AT Verlag, 24,90 Euro) huldigt er der kulinarischen Dreifaltigkeit. Das beginnt bei "Kürbis, Ricotta, Schinken" und steigert sich bis "Fasan, Speck, Pflaumen".

Natürlich ist das geschummelt, denn den Fasan ergänzen noch Zwiebeln, Knoblauchzehen, Thymian und Lorbeer. Weil der Mann aus Südwestengland zudem einen kernigen Humor hat, landet er schließlich bei "Espresso, Brandy, Zigarette".

Ellas chaotisch-köstlicher Mix

Das würde Ella Woodward nicht passieren. Nach einer Störung ihres Nervensystems beschloss die 23-Jährige, auf vegane Ernährung umzustellen. Für ihre Gerichte wie Kichererbsenmehl-Wraps oder Süßkartoffel-Brownies verwendet sie kaum mehr Zutaten als ihr Kollege – maximal eine Handvoll.

Woodward kocht viel mit Bohnen, Ahornsirup und Datteln. Das wirkt zwar einfallslos, interessiert aber dennoch viele: Woodwards Blog "Deliciously Ella" lesen Millionen Hobbyköche weltweit. Der Mix aus vegan, simpel und chaotisch-köstlich kommt an – und schon ist ein Nachfolger ihres ersten Kochbuchs "Deliciously Ella" (Berlin-Verlag, 19,99 Euro) in Arbeit.

Genialität steht hoch im Kurs

Durch Woodwards Rezeptsammlung zieht sich eine süße, klebrige Spur, das macht das Nachkochen zur Geschmackssache. Kreationen wie die Bananen-Toffee-Torte strotzen vor kalorienreichen Zutaten – etwa Datteln, Honig, Nüssen und Bananen. Doch Ella verspricht allen Nachmachern: "Die Torte ist üppig, süß und sinnlich, und dennoch sind alle Zutaten nahrhaft – genial, oder?"

Während Woodward also "Genial gesundes Essen für ein glückliches Leben" präsentiert, offeriert ihr Landsmann "180 genial einfache Rezepte". Genialität steht in der britischen Kochszene offenbar hoch im Kurs. Schon vor mehr als zehn Jahren machte ein junger Wilder als "Nackter Chef" in London Karriere. Der Titel seines Buches lautete "Genial kochen", sein Name: Jamie Oliver.

Von Harald John

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