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Genuss & Leben So weiß wie Schnee
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10:29 18.12.2015
Von Dany Schrader
Quinoa und Chiasamen sind so 2014: Das neue Superfood ist die Kokosnuss. Quelle: Fotolia
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Dave Asprey zählt zu den Pionieren. Der milliardenschwere Unternehmer aus dem Silicon Valley im US-Bundesstaat Kalifornien ist längst darüber hinaus, sich morgens Milch und Zucker in seinen Filterkaffee zu schütten. Stattdessen wirft er ein daumengroßes Stück Butter in das Getränk und gibt einen ordentlichen Schuss Kokosöl dazu. Dieses Gemisch hat Asprey der tibetanischen Art, Tee zu trinken nachempfunden.

Das nach einer Idee von ihm Bulletproof Coffee genannte Getränk sieht nicht besonders schick aus – schon wegen der Fettaugen in der Tasse. Doch Asprey ist nicht der einzige Anhänger dieser neuen Art, den Kaffee zu trinken: Diätkünstler, Fitnessjünger und Vertreter der Paleo-Diät schwören auf den Energiekick, den das Getränk ihnen offenbar schafft, ohne dass der Körper dabei eine beachtliche Menge Kalorien aufnimmt.

Im Kreis der Superfoods

Damit hat es die Kokosnuss endgültig in den Kreis der sogenannten Superfoods geschafft. Nach Gojibeeren, Chiasamen und Quinoa landen die Palmfrucht oder einer ihrer Bestandteile neuerdings überraschend häufig auf deutschen Tellern. Es gab Zeiten, da kramte man im Advent das leicht zerknitterte Tütchen Kokosraspeln vom letzten Jahr aus der Vorratskammer und hoffte, dass sich damit trotz des überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatums noch Makronen backen ließen. Das ist vorbei.

Kokosöl ist das neue Lieblingsfett der Deutschen. Das Öl soll wegen seiner mittelkettigen Triglyceride weniger schwer, dafür aber besser verträglich sein als etwa herkömmliches Bratöl und sich positiv auf den Herz-Kreislauf auswirken. Kokosblütenzucker gilt, wenn auch dreimal so teuer, längst als gesünder als der aus der guten alten Rübe. Und dann ist da noch das Kokoswasser, das schon im Sommer Hipster wie Gesundheitsapostel aus handlichen kleinen Tetrapaks in sich hineinschütteten – natürlich der Nährstoffe wegen. Da nützt es auch nichts, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung vor dem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren warnt.

Harte Schale, zarter Kern

Der absolute Boom der Kokosnuss, könnte man meinen, wird nur dadurch aufgehalten, dass kaum einem Deutschen das richtige Verfahren zum Knacken dieser bekannt ist. Dabei scheint alles so einfach: zwei Augen aufbohren, Kokoswasser auffangen und dann mit der spitzen Seite eines haushaltsüblichen Hammers entlang der Mitte schlagen. Einmal aufgebrochen, lässt sich das samtige Fruchtfleisch leicht mit einem Küchenmesser lösen. 

Dabei kann sich die Mühe durchaus lohnen: Angeblich jede 11 000. Kokosnuss birgt ein kleines Geheimnis. In diesen besonderen Palmenfrüchten, bei denen aus genetischen Gründen alle drei Augen zuwachsen, soll eine kleine Perle stecken. Sie ist weder genießbar noch wertvoll, dafür aber schneeweiß und wunderschön.

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